Schalksmühle
Die Schalksdmühler JazzCats unter der Leitung von Benjamin Degen begeisterten das Publikum.

Schalksmühle. Klare Worte beim 36. Neujahrsempfang der Gemeinde Schalksmühle: Spielraum statt straffer Planung, auch mal Fehler und Provisorien zulassen. Die Ortskerne dürfen durchaus auch ein Platz für Experimente sein. So sieht es Jutta Gruß-Rinck, Mitinhaberin des Düsseldorfer Architektenbüros ASS. Dabei sollen Kunst, Kultur und Kommerz gleichberichtigt nebeneinander stehen. „Kunst und Kultur sind Überlebensmittel für unsere Städte und nicht bloße Anhängsel, um die man sich kümmert, wenn noch Geld übrig ist.“ Das schrieb die Hauptrednerin den Besuchern des Neujahrsempfangs am Sonntag, 11. Januar, ins Stammbuch. Kulturpolitik müsste sich künftig daher stärker auch als Strukturpolitik verstehen, forderte sie. Vor diesem Hintergrund eigneten sich Kulturetats nicht für Haushaltssanierungen.

Schalksmühle
Jutta Gruß-Rinck, Mitinhaberin des Düsseldorfer Architekturbüros ASS: „Die Menschen haben Lust auf Stadt.“

„Die Menschen haben Lust auf Stadt.“ Das sehe man bei freundlichem Wetter. „Dann sind Plätze und Straßencafés bevölkert.“ Jutta Gruß-Rinck ist sicher, dass Schalksmühle auf einem guten Weg ist. Sie glaubt, dass der Umbau des Rathausplatzes, die Umgestaltung des Volmeparks, der geplante durchgehende Radweg von Schalksmühle bis Meinerzhagen und die zentrale Steuerung von Kulturprojekten über die Art Volmetal, die Ansprüche an Kulturpolitik als Strukturpolitik erfüllen. „Das alles sind Beiträge, die dazu führen sollen, dass die Gemeinde ihren Standort festigt“, betonte Jutta Gruß-Rinck. Für sie eine gute Gemeinde wie eine gute Party: „Alle Gäste bleiben länger, als sie eigentlich geplant hatten.“

Von Partystimmung weit entfernt

Von einer Dauerparty ist die Gemeinde allerdings weit entfernt. Bürgermeister Jörg Schönenberg erläuterte in einem Wort zum Jahreswechsel, warum die sich Verabschiedung des Haushaltsplanes 2015 bis in den Februar ziehen wird. Unsicherheitsfaktoren seien sinkende Gewerbesteuereinahmen, steigende Soziallasten und die Umverteilung von Landesmitteln zu Lasten der kleineren Städte und Gemeinde. Zufrieden Blick der Rathaus-Chef auf den Start der Primusschule zurück. Auch das Anmeldeverfahren für die Lernanfänger im Schuljahr 2015/16 sei erfolgreich abgeschlossen, sagte er.

Jörg Schönenberg: Neuankömmlingen unvoreingenommen gegenübertreten

Sorgen bereitet ihm auch die steigende Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerben. „Die Unterbringung ist zurzeit noch lösbar“, sagte Jörg Schönenberg. Halte die Entwicklung an, müsse neuer Wohnraum geschaffen werden. Das werde ein zentrales Thema für das kommende Frühjahr. Jörg Schönenberg sagte aber auch: „Ich wünsche mir, dass alle den Neuankömmlingen unvoreingenommen gegenüber treten und ihnen bei der Bewältigung des Alltags helfen.“

Sternsinger aus Schalksmühle sammeln für guten Zweck

Schalksmühle
Der Auftritt der Sternsinger von St. Thomas Morus hat Tradition beim Neujahrsempfang.

Das „Wort zum Tage“ sprach Pfarrer Torsten Beckmann von der evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle. Den musikalischen Rahmen lieferten die „Schalksmühler JazzCats“ ein Ensemble des Fun-Orchesters der Musikschule Volmetal. Unter der Leitung von Benjamin Degen begeisterten Niklas Müller (Posaune), Rolf Mansch (Tenor-Saxophon), Dieter Schmitz (Tenor-Saxophon), Steffen Ischebeck (Bass), Julian Koch (Schlagzeug) und Przemek Tracz (Klavier) das Publikum.

Längst Tradition beim Neujahrsempfang: der Auftritt der Sternsinger von St. Thomas Morus. Die elf Mädchen und Jungen, die am Samstag bei Wind und Wetter durch die Gemeinde gezogen waren, nutzten die Veranstaltung im Rathausfoyer und sammelten auch hier für den guten Zweck.

 

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