Mithilfe von Schleppnetzen regulieren die Fischwirte des Ruhrverbands die Bestände der Kleinen Maräne in der Biggetalsperre. Deren massenhaftes Vorkommen könnte ansonsten die Wasserqualität beeinträchtigen. Fotos: Ruhrverband

Südwestfalen. Der Ruhrverband hat in der ersten Dezemberwoche seine jährliche Befischungsmaßnahme zur Reduzierung des Bestandes an Kleinen Maränen in der Biggetalsperre abgeschlossen. In einem rund dreiwöchigen Einsatz haben die Mitarbeiter des Bereichs Fischwirtschaft/Fischökologie des Ruhrverbands gut sieben Tonnen der Massenfischart Kleine Maräne (Coregonus albula) aus dem See entnommen.

Vermehrungtempo überfordert den Appetit der Raubfische

Wie es in einer Mitteilung des Verbandes heißt, muss der Ruhrverband bereits seit den 1990er Jahren die Bestände der Kleinen Maräne in der Biggetalsperre mittels Schleppnetzfischerei regulieren. Die Fischart ist zwar eine beliebte Beute der im See vorkommenden Raubfische wie Hecht, Seeforelle und Zander, doch deren Appetit hält mit dem Vermehrungstempo der Kleinen Maränen nicht Schritt. Das kann negative Auswirkungen auf die Wasserqualität haben, denn die Kleine Maräne ernährt sich vornehmlich von Zooplankton, also Kleinkrebsen wie Wasserflöhen und Hüpferlingen.

Fische landen als Tierfutter in Zoos

Wird das im Biggesee vorkommende Zooplankton zu stark dezimiert, führt dies wiederum zu einem erhöhten Vorkommen von Phytoplankton (Kieselalgen, Grünalgen usw.) und in der Folge zu geringen Sichttiefen, hohen pH-Werten, starker Sauerstoffzehrung und einer Abnahme der Artenvielfalt. Um dieser Negativspirale entgegenzuwirken, helfen die Fischwirte des Ruhrverbands mit ihrem Fischkutter „Albatros“ den Raubfischen in der Talsperre bei der Bestandsregulierung der Kleinen Maräne. Die abgefischten Exemplare werden als Tierfutter an Zoos verkauft.

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