Satire mit Tiefsinn: Rolf Scholten hatte drei Geschichten von Wolfgang Ebert, Gerhard Zwerenz und Günter Kunert mit ins Lesecafé gebracht. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Dinge zu reparieren, die es gar nicht nötig haben? Gibt’s nicht? Doch. Rolf Scholten, Vorsitzender der Freunde der Stadtbücherei Lüdenscheid, hat es in jungen Jahren erlebt. Für die Lüdenscheider Aktion im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages hatte er am Mittwoch eine Geschichte hervorgekramt, die ihn an dieser Begebenheit erinnert.

Und so war im Lesecafé der Stadtbücherei die Story vor der Prüfung eines Kfz-Mechanikers zu hören, der einem Kunden aufschwatzt, was er nicht benötigt. Im wirklichen Leben gibt es so etwas selbstverständich nicht. Seine Prüfung hat der angehende Fachmann in der Geschichte des Satirikers von Wolfgang Ebert 1923 -1997) mit Bravour bestanden.

Aktuell 206 Vorleser

Ist Lüdenscheid auf dem Weg zur Lesehauptstadt? Akteure wie Rolf Scholten, seine Frau Dr. Arnhild Scholten und viele andere legen sich mächtig ins Zeug. Inzwischen verzeichnet die Internetseite http://www.vorlesetag.de/zuhoeren/ für Lüdenscheid 206 Vorleser.

„Es dürfen durchaus noch mehr werden“, sagt Rolf Scholten. Bis 30. November können sich alle, die bei der bundesweiten Aktion mitmachen wollen, noch auf der Internetseite anmelden.

Geschichten von Zwerenz und Kunert

Scholten selbst hatte am Mittwoch noch zwei weitere Stories auf Lager.  Das überschaubare Publikum hörte von Gerhard Zwerenz „Nicht alles gefallen lassen . . .“ – die Geschichte er unglaublichen Eskalation zwischen zwei Familien, die mit einer nicht zurückgegebenen Bratpfanne beginnt und mit einer alles vernichtenden Atomexplosion endet. Da blieb den Zuhörern das Lachen im Halse stecken. „Diese Satire passt in unsere Zeit, in der die Gesellschaft zu verrohen droht“, sagte Rolf Scholten. Günter Kunerts Text von den „Kleinen grünen Männlein“, die irgendwann auf der Erde die Herrschaft übernehmen, kommt zu einem frappierenden Schluss. Sie haben schon längst die Macht übernommen, stecken in uns allen und steuern uns fremd . . .

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