Die Rockband Radionative - hier porträtiert von Steffen Schulte-Lippern - spielte in der Bar Lönneberga vor ausverkauftem Haus.

Lüdenscheid. Und sie haben es wieder getan. Die Rockband „Radionative“ spielte am Samstag unplugged im Lönneberga. Und gab in der brechend vollen Oberstadt-Kneipe ein wirklich geniales Rockkonzert.

In bester Verfassung

Voll war´s im Lönne. Voll bis an die Decke.
Voll war´s im Lönne. Voll bis an die Decke. Foto: Kannenberg

Da der erste Auftritt der fünf Musiker im Lönne wegen der Erkrankung des Sängers ausgefallen war, holten sie das Konzert auf der kleinen Bühne des Lönneberga an diesem Samstagabend relativ spontan nach. Die fünf Bandmitglieder Frank Diehl, (Gitarre) Carsten Schumacher (Gesang), Erkan Besirlioglu (Gitarre und Gesang), Steven Stegnitz (Bass) und Mark Bialluch (Drums) waren dabei diesmal glücklicherweise in bester Verfassung.

Radionative, eine junge Formation, zeichnet sich dadurch aus, dass die Musiker ihr Handwerk beherrschen und ihr musikalisches Können in einer durchweg ehrlich gespielten Rockmusik unter Beweis stellen. Selbstgeschriebene Musik, komplettiert durch eingängige Texte runden den Eindruck eines starken Ensemble ab, bei dem jedes einzelne Mitglied seinen ganz speziellen Platz hat und durch eine wahrnehmbare, echte Persönlichkeit punktet.

Die fünf Jungs auf kleiner Bühne – passt!
Die fünf Jungs auf kleiner Bühne – läuft! Foto: Kannenberg

Gleichzeitig geben sie durch die Freude, die alle fünf zusammen ausstrahlen ein stimmiges Gesamtbild ab. Sie sind eine Gruppe, die funktioniert. Fünf Jungs, die sich mögen und verstehen. Man kann mit ihnen auch auf kleinstem Raum feiern, weil sie ausschließlich beste Laune verbreiten, ohne dabei oberflächlich rüberzukommen.

Es gab etwas zu sehen

Und zu sehen gibt es etwas, wenn die Band auftritt. Sänger Carsten ist ein Wirbelwind, der jedoch im winzigkleinen Lönne zu seinem Leidwesen sitzen musste. Es war einfach zu eng. Was ihn nicht davon abhielt, den Stuhl wie eine drehbare Minibühne zu nutzen und statt auf einer großer Bühne, eben auf kleinem Stuhl alles zu geben. Stimmlich und bewegungstechnisch. Dabei war er immer direkt beim Publikum, ließ seine Fans nicht aus den Augen, interagierte mit ihnen und brachte sie dazu, einfach mal das grübeln zu lassen, die Sorgen wegzupacken und statt dessen aus vollstem Halse mitzusingen. Erstaunlich auch, wie gut die Gäste tanzen konnten, in einem sehr, sehr kleinen Laden, bis an die Decke gefüllt mit sehr, sehr vielen Menschen.

Erkan, Carsten, Mark und Frank. Das rockt. Steven sitzt um die Ecke.
Steven (hier unsichtbar), Erkan, Carsten, Mark und Frank. Das rockt. Foto: Kannenberg

Die Musiker stehen für sich

So musste auch der sympathische Drummer Mark Bialluch an diesem Abend vom Schlagzeug auf die Cajon umsteigen, was dem ganzen aber keine Abbruch tat. Ob komplettes Schlagzeug oder Cajon, Mark – hat den Groove und motivierte seine Bandkollegen und das Publikum immer wieder, ebenfalls alles zu geben. Zudem ist er einfach der Charmeur der Band, immer freundlich, gutgelaunt und dabei eben auch sehr charmant. Er lässt die (Mädchen-)Herzen definitiv höher schlagen.

An diesem Abend gab es zudem mehr als einen Gast, der sich fasziniert über Steven Stegnitz äußerte, der seinen Bass virtuos beherrscht. Die Geschwindigkeit, mit der seine Finger über den Bass tanzen, ist schon außergewöhnlich. Der „Herr des sechsseitigen Basses“ ist dabei aber immer so gechillt, als gebe es nur ihn und sein Instrument auf der Welt. Er und sein Bass – beste Kumpels. Muss einfach so sein.

Steven und sein sechsseitiger Bass - große Liebe!
Steven und sein sechsseitiger Bass – große Liebe! Foto: Kannenberg

Und die beiden Gitarristen Erkan und Frank? Nun, die beiden spielen im Einklang. Sie ergänzen sich, lassen sich gegenseitig Raum, spielen wieder zusammen, batteln sich. Mal liegt der Focus bei Erkan mehr auf dem Gesang, und Frank gibt ein Solo zum Besten, dann spielt Erkan wieder ein Solo und Frank nimmt sich zurück. Sie gemeinsam zu hören und ihnen bei ihren Interaktionen zuzusehen macht Spaß.

Radionative hat halt was

Chefsache! Steffen Schulte-Lippern ist Fan von Radionative.
Chefsache! Steffen Schulte-Lippern ist allem Anschein nach Fan von Radionative. Foto: Kannenberg

Selbst Lönnberga-Eigentümer Steffen Schulte-Lippern, gerade aus der Mongolei nach einem großen Fotojob wieder ins kleine Lüdenscheid eingeflogen, sah man den ganzen Abend ohne nennenswerte Abwesenheit mitfeiern, was bei ihm, dem Dauergestressten wohl an ein kleines Wunder grenzt. Radionative hat halt was.

Es kann durchaus sein, dass die fünf, wenn sie es schaffen, solch ein Team zu bleiben, als Musiker richtig weit kommen. Ihre feste Fanbase, die ihnen überallhin folgt, haben sie jedenfalls schon. Und wer in der Lage ist eine solche musikalische Qualität mit einem so hohen Unterhaltungsfaktor zu kombinieren, auf den sollte die Welt eigentlich mit offen Armen warten. Auch wenn es „nur“ eine klitzekleine Rockband aus Rosmart ist…

 

 

 

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