Gregor Pallast eröffnete am Freitagabend den Wettbewerb um die "Lüdenscheider Lüsterklemme". Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Ein Versprecher, der es in sich hat: „Riester-Ente“ statt „Riester-Rente“. Das Publikum hat’s gleich gemerkt und Gregor Pallast auch. „Den muss ich mir notieren“, sagt er und greift flugs zum Stift. Kurz zuvor hatte er am Freitagabend zum Auftakt der Lüdenscheider Kleinkunsttage diese Form der Altersvorsorge gekonnt sezier. Sie, so Palast, nutzt lediglich Banken und Versicherungen. Der Versprecher bringt’s dann, dieses Mal unfreiwillig, auf den Punkt.

Gregor Pallast hat einen scharfen Blick und einen ebenso scharfen Verstand. Das darf man von einem Kabarettisten und Realschullehrer auch erwarten. Es ist schon bitter, dass sich Kapital auf der Welt freier bewegen darf, als Menschen. Pallast bezieht klar Position und fordert sie auch von anderen. Er geißelt Weltklimagipfel, die ausgehen wie das Hornberger Schießen und sieht noch weitaus größere Gefahren. „Die Weltbevölkerung wächst. Der Planet weigert sich gerade.“

Ernährungswahn und Fußnoten

Der Mann aus Bonn beherrscht aber auch leichtere Themen. So macht er sich über den Ernährungswahn lustig, der dazu geführt hat, dass die Fußnoten an Speisekarten länger sind als die in der Doktorarbeit von Karl Maria zu Guttenberg. Gregor Pallast hinterfragt das Offensichtliche und legt dabei ganz in der Tradition eines Volker Pispers den Finger in die Wunde.

Hirntraining in BrainStudios

Thomas Meermann (Sparkasse) und Kulturhausleiterin Rebecca Egeling präsentierten vor der Vorstellung die Trophäe. Foto: Wolfgang Teipel

Er wagt dabei auch einen Blick in die Zukunft, in der der Mensch die dank des mobilen Taschencomputers völlig vernachlässigten Gehirnzellen in BrainStudios reaktivieren muss. Wie sollte es auch anders kommen, wenn schon die Schüler alle relevanten Informationen nicht etwa lernen, sondern lediglich finden können müssen? Pallast kennt sich da aus, schließlich ist er Lehrer am Siebengebirgsgymnasium in Bad Honnef.

Gregor Pallast plaudert viel aus der Schule. Vielleicht ein wenig zu viel. „Aber Kabarett ist ja auch irgendwie auch Therapie“, gesteht er dem Publikum. Das Publikum honoriert den Auftritt des sympathischen Bonners mit herzlichem Applaus. Wahrscheinlich hätte es sich ein wenig mehr Schärfe gewünscht.

Duo „Onkel Fisch“ am Samstag

Am Samstag, 4. März, tritt das Duo „Onkel Fisch“ in der zur Kleinstkunstbühne umgebauten Theatergarderobe des Kulturhauses auf. Am Sonntag, 5. März, folgt Thorsten Bär. Lucy van Kuhl präsentiert ihr Programm „Fliegen mit dir“ am Dienstag, 7. März. Den Schlusspunkt im Kabarettisten- und Comedian-Wettbewerb um die „Lüdenscheider Lüsterklemme“, setzt am Samstag, 11. März Jacqueline Feldmann. Das Publikum ermittelt den Gewinner. Bei den Vorstellungen liegen Stimmkarten aus.

Tickets sind an der Abendkasse zu erhalten.

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