Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg/Märkischer Kreis. Verschwenderischer Umgang mit Lebensmitteln belastet die Umwelt. Das verdeutlicht eine Ausstellung der Verbraucherzentrale NRW, die jetzt in Schulen im Märkischen Kreis zu sehen ist.

Das Gertrud-Bäumer-Berufskolleg (GBBK) in Plettenberg war die erste Station der Reise-Ausstellung „Lebensmittelretter werden jetzt!“. Diese Ausstellung wurde von den Beratungsstellen Lüdenscheid und Iserlohn der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zusammengestellt und wird in Zusammenarbeit mit dem Märkischen Kreis durchgeführt. Die Ausstellung in ihrer Schule hatte die Arbeitsgemeinschaft Fifty-Fifty am GBBK zum Anlass genommen, eine Umfrage unter den Schülern durchzuführen.

Regionale Produkte schonen Ressourcen

„Lebensmittel werden aufwendig produziert, oft über weite Strecken transportiert. Sie dann wegzuwerfen, das passt einfach nicht“, meinte Horst Peter Hohage, Fachdienstleiter Umwelt und Planung beim Märkischen Kreis, bei der Vorstellung der Ausstellung am Freitag im GBBK-Standort Plettenberg. Er betonte, dass der Griff zum regionalen Produkt im Lebensmittelsortiment der Geschäfte zur Ressourcenschonung beitrüge. Die Ausstellung trage dazu bei, auf dieses Thema aufmerksam zu machen. „Die Schulen sind dafür geeignete Multiplikatoren.“

Schülerinnen und Schüler der AG Fifty-Fifty hatten eine Umfrage durchgeführt. Foto: Bernhard Schlütter
Schülerinnen und Schüler der AG Fifty-Fifty hatten eine Umfrage durchgeführt. Foto: Bernhard Schlütter

GBBK-Leiterin Ursula Wortmann-Mielke wies darauf hin, dass der Umwelt- und Ressourcenschutz nicht im Schulprogramm des Berufskollegs verankert sei, sondern vom Kollegium, den Schülerinnen und Schülern auch aktiv betrieben werde. Besonders tun sich dabei die Mitglieder der Arbeitsgruppe Fifty-Fifty hervor. Zur Ausstellung „Lebensmittelretter werden jetzt!“ hatten sie ihren Mitschülern Fragen gestellt wie „Wo kaufst du deine Lebensmitel?“ und „Worauf achtest Du beim Kauf von Lebensmitteln?“. Ihre Erkenntnisse aus der Auswertung von rund 280 Antworten: „Vielen ist das Thema ganz egal, aber einige sind auch sehr bewusst beim Einkauf.“

Mindesthaltbarkeit ist kein Verfallsdatum

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Umweltberater Michael Lücker nannte beeindruckende Fakten und Zahlen zum Thema Lebensmittelverschwendung. Foto: Bernhard Schlütter

Die Ausstellung verdeutlicht am Beispiel der Erdbeere den unterschiedlichen Treibstoffverbrauch abhängig davon, ob sie aus Südafrika, Italien oder vom Feld in der Region auf den Esstisch kommt. Erheblich ist auch der Unterschied bei den Treibhausgasen, die ein Fleischgericht im Vergleich zu einem Gemüsegericht verursacht. „Einmal die Woche fleischfrei essen hilft der Umwelt“, stellte Umweltberater Michael Lücker von der VZ-Beratungsstelle Lüdenscheid fest. Er rückte auch den weitverbreiteten Irrtum, das Mindesthaltbarkeitsdatum entspreche einem Verfallsdatum, in den Blickpunkt. „Aufmachen, sehen, riechen, schmecken“, beschreibt er die wirkungsvollste Qualitätskontrolle.

Michael Lücker stellte fest: „Es geht letztlich auch ums Geld.“ Im Schnitt würden in Deutschland 80 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr und Person weggeworfen. „Das entspricht einem Geldwert von 300 Euro.“

Ausstellung und Begleitprogramm

Interessierte Schulen und andere öffentliche Einrichtungen können für die Ausstellung bei der Umweltberatung der Verbraucherzentrale Termine machen. Neben der Ausstellung wird es in Schulen jeweils ein Begleitprogramm geben. In weiterführenden Schulen kann parallel die Bildungseinheit „Werkstatt Lebensmittelverschwendung“ durchgeführt werden. Kontakt: Verbraucherzentrale NRW e. V. Beratungsstelle Lüdenscheid, Tel. 02351/3795005, E-Mail luedenscheid.umwelt@verbraucherzentrale.nrw

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