Die FernUniversität in Hagen kooperiert für ein Forschungsprojekt mit den Bildungsträgern der AWO Ennepe/Ruhr und dem Bildungsinstitut im Gesundheitswesen aus Essen: Alle Beteiligten möchten die berufliche Bildung in der Logopädie und Krankenhaushygiene digital mobilisieren. Die traditionellen Strukturen sollen durch den Einsatz von digitalen Medien wie Videos, Audios, Foren und E-Trainern erweitert werden. Die Praxisphase startet mit den neuen Kursen an der Logopädieschule in Hattingen und am Institut in Essen im Sommer. Foto: Fernuni Hagen

Hagen. Wie lässt sich die Fortbildung in der Logopädie und bei Hygienefachkräften in der Pflege künftig digital und mobil bewerkstelligen? Dieser Frage gehen die Arbweiterwohlfahrt Ennepe/Ruhr (AWO EN), das Essener Bildungsinstitut im Gesundheitswesen (BiG) und die Fernuni Hagen in einem Forschungsprojekt gemeinsam nach. Die Beteiligten rechnen mit großer Motivation, bei denen, die fortgebildet werden, schaffe ihnen der neue Ansatz doch zeitliche Flexibilität und auch eine zeitliche Nähe von theoretischer Ausbildung und praktischer Anwendung. Der am 1. Juli in der Logopädieschule in Hattingen gestartete Kurs ist bereits in das Projekt einbezogen.

Fernuni forscht mit AWO und BiG: Berufliche Bildung goes mobile

Hier die Projekt-Presse-Information der Fernuni im Wortlaut:

Berufliche Bildung „goes mobile“: Ein neues Forschungsprojekt an der FernUniversität in Hagen hat zum Ziel, traditionelle Strukturen in der Aus- und Weiterbildung über digitale Komponenten fürs Lehren und Lernen zu modernisieren. Angesiedelt ist InDigiTrain (Integriertes digitales Training) im Lehrgebiet Bildungstheorie und Medienpädagogik von Prof. Dr. Claudia de Witt. „Wir werden über einen Projektzeitraum von drei Jahren digitale Szenarien für zwei Berufsgruppen aus der Gesundheitsbranche entwickeln und implementieren. Lernende sollen etwa in die Lage versetzt werden, Lernprozesse mitzugestalten und sich neue Lernstrategien anzueignen“, erläutert Projektleiterin Claudia de Witt. Im wissenschaftlichen Fokus steht die berufliche Bildung für Logopädinnen und Logopäden sowie von Pflegepersonal zu Hygienefachkräften.

An dem Projekt sind neben der FernUniversität weitere Institutionen beteiligt: die Arbeiterwohlfahrt Ennepe/Ruhr (AWO EN) mit ihrer Logopädieschule, das Bildungsinstitut im Gesundheitswesen (BiG) aus Essen mit der Weiterbildung zur Hygienefachkraft sowie das Unternehmen M.I.T e-Solutions. Gefördert wird InDigiTrain durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Europäischen Sozialfonds.

Erprobung in der Praxis

Die Beteiligten stehen dabei mit ihrer jeweiligen Expertise parat: Die FernUniversität liefert die (medien-)didaktischen Konzepte, die AWO EN sowie das BiG bringen das fachliche Wissen ein und ermöglichen den Zugang zu den Einrichtungen. M.I.T. sorgt für die technischen Umsetzungen. „Grundsätzlich wollen wir Lernen und Arbeiten stärker verknüpfen“, beschreibt de Witt. Etwa darüber, dass sich die Schülerinnen und Schüler selbstständig zuhause auf die nächste Stunde vorbereiten. Die Präsenzzeit in der Schule wird dann dazu genutzt, das Erarbeitete gemeinsam zu vertiefen.

„Dazu müssen die Materialien so aufbereitet sein, dass sie auch allein erlernbar sind und sie müssen an bereits Gelerntes anschließen“, ergänzt Projektmitarbeiterin Christina Gloerfeld, die im Lehrgebiet Bildungstheorie und Medienpädagogik promoviert. Deshalb werden die Materialien und Medien innerhalb des Projektes gemeinsam mit den Lehrenden und Lernenden konzipiert. Sie sollen fester Bestandteil der Qualifizierungsmaßnahmen werden.

Hohe Motivation bei Beteiligten

Die Projektbeteiligten gehen davon aus, dass die Motivation auf Seiten der angehenden Logopädinnen und Logopäden sowie der Hygienefachkräfte und auch der Lehrenden hoch ist. Aus Sicht der AWO EN bekommen die Schülerinnen und Schüler durch eine zeitlich flexiblere Gestaltung der Unterrichts- und Lernzeiten mehr Freiraum für notwendige Nebentätigkeiten, da sie ihre Ausbildung selbst finanzieren müssen. Zudem erfolgt eine strukturelle Veränderung, indem eine engere und für die Lernenden nachvollziehbarere Verzahnung von theoretischen und praktischen Lerninhalten fest in die Ausbildung implementiert wird. Am 1. Juli startete ein neuer Kurs an der Logopädieschule in Hattingen, der bereits in das Projekt InDigiTrain einbezogen wird.

Für BiG steht im Vordergrund, eine mobile Lernplattform zu entwickeln, die dauerhaft in die Fachweiterbildung integriert wird und auch nach dem Abschluss der Weiterbildung allen zur Verfügung stehe. Die abrufbaren Lernmodule können Hygienefachkräfte für ihre Beratungs- und Schulungstätigkeit in Krankenhäusern einsetzen. Im Projektzeitraum werden mindestens 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zweier Weiterbildungslehrgänge erreicht.

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