Tankrunde mit Bürgermeistern und Landrat: (von links) Jörg Schönenberg, Frank Emde, Landrat Thomas Gemke, Dr. Bernd Eicker und Jan Nesselrath. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) . Zum Ersten Mal fand der Kreisheimattag in vier Kommunen gleichzeitig statt – in Meinerzhagen, Halver, Kierspe und Schalksmühle. Der Startschuss der diesmal zweitätigen Veranstaltung erfolgte in der Stadthalle Meinerzhagen.

Kierspes Bürgermeister Frank Emde formulierte anlässlich der Eröffnungsveranstaltung des Kreisheimattages eher beiläufig den Satz, der als Motto des Vormittags und aller sich anschließenden 44 Programmpunkte des zweitägigen Events dienen konnte: „Wir lassen und nicht mehr auseinander dividieren.“ Wir, das sind die Städte Schalksmühle, Halver, Kierspe und Meinerzhagen mit ihren gut 65.000 Einwohnerinnen und Einwohnern– allesamt verbunden im Regionale-Projekt „Oben an der Volme.“

Landrat Thomas Gemke erinnerte in seiner Funktion als Vorsitzender des Heimatbundes Märki-scher Kreis e.V. vor den etwa 100 Zuhörerinnen und Zuhörern an die vorangegangenen Kreisheimattage 1980 in Meinerzhagen, 1990 in Kierspe, 1996 in Schalksmühle und 2000 in Halver. „Erstmalig feiern vier Kommunen gleichzeitig und über zwei Tage. Dies erforderte eine gute Zusammenarbeit und den Einsatz vieler Helfer, denen ich alle danke sage.“ Über den eigenen Tellerrand zu schauen, sei schon immer ein Thema gewesen. Es sei ein Zeichen der Zeit, dass sich Städte und Gemeinden zunehmend gemeinsam den Zukunftsaufgaben stellen müssten. „Das schafft keiner mehr allein.“

In einer von Marcel Emmel moderierten Talkrunde unterstrichen die Bürgermeister der vier Volme-Kommunen, Jörg Schönenberg (Schalksmühle), Frank Emde (Kierspe), Jan Nesselrath (Meinerzhagen) und Dr. Bernd Eicker (Halver), sowie Landrat Thomas Gemke diesen neuen Zusammenhalt. „Dem demografischen Wandel entgegenzuwirken ist die größte Aufgabe der Kommunen“, betonte Jan Nesselrath. Er lud die Bürgerinnen und Bürger stellvertretend für seine Amtskollegen ein, „heute und morgen mal einen Tag aus dem Alltag auszuscheren, zu feiern und zu diskutieren.“ Einen positiven Effekt des Regionale-Prozesses erkannte Halvers Bürgermeister Dr. Bernd Eicker: „Das Selbstbewusstsein in unseren Städten steigt.“ „Es nutzt nichts, immer nur zu jammern. Wir haben viel zu bieten“, erklärte Jörg Schönenberg (Schalksmühle).

Kreisdirektorin und Regionale-Beauftragte Barbara Dienstel-Kümper stellte die Volme in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. „Sie war völlig unter die Räder gekommen und zu einer stinkenden Kloake verkommen. Heute ist die Wasserqualität deutlich besser und der Fluss hat Strahlkraft für die gesamte Volme-Region.“ Sie leitete gekonnt und humorvoll ein kleines Quiz, bei dem Landrat Thomas Gemke und Meinerzhagens Bürgermeister Jan Nesselrath durchaus knifflige Fragen zur Volme beantworten mussten. Beide machten eine gute Figur dabei.

Eine positive Bilanz der Regionale 2013 zog der Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur GmbH, Dirk Glaser. „Es wurden 42 Projekte in Südwestfalen gefördert. 300 Millionen Euro wur-den investiert, 160 Millionen Euro davon flossen aus Fördermitteln der Europäischen Union über das Land in die Region.“ Südwestfalen sei schon „ein Pfund“, so Glaser. In Regionen zu denken sei auch angesagt, denn selbst die Kreise seien zu klein, Bundesländer zu groß, um bei der Europäischen Union in den Focus zu gelangen.

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsveranstaltung von Musikerinnen und Musikern der Musikschule Volmetal. Die Landeskundliche Bibliothek des Märkischen Kreises hatte im Saal Büchertische mit interessanter heimatgeschichtlicher Literatur aufgebaut. Nach der Eröffnung machten sich viele Gäste auf den Weg zu der einen oder anderen der angebotenen 44 Veranstaltungen, von denen einige bereits im Vorfeld ausgebucht waren. Es gab nur einen kleinen Wermutstropfen der zweitägigen Veranstaltung: Die vielen Organisatoren, Helfer und Akteure hätten sich besseres Wetter gewünscht.

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