Die Sanierung des Rathaus-Tunnels beginnt nicht vor Mitte 2016. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Die Sanierung des Rathaus-Tunnels lässt auf sich warten. Vermutlich erst Mitte 2016 kann mit dem Millionen-Projekt begonnen werden. Das teilte Michael Overmeyer, Sprecher von Straßen NRW in Hagen, auf Anfrage unserer Redaktion mit. Grund: wichtige Gutachten liegen noch nicht vor.

Rathaustunnel (2)
Autofahrer müssen beim Rathaus-Tunnel weiter mit Einschränkungen leben. Foto: Wolfgang Teipel

Ursprünglich sollte in diesem Jahr mit den Arbeiten zur Sicherung der innerstädtischen Verkehrsader begonnen werden. Straßen NRW wartet noch auf das Brandschutz-Gutachten. Das soll, so Overmeyer, im Mai vorliegen. Die Situation gilt als schwierig, weil der Tunnel überbaut ist. Bei einem Brand bestehe die Gefahr, dass die Decke versagt. Auch eine Untersuchung zur Instandsetzung ist noch nicht  abgeschlossen. Tunnel-Wände und Untergrund der Fahrbahn sind mit Chlorid (Streusalz, die Red.) belastet. Das führe dazu, dass die Bewehrung roste und der Beton abplatze, erklärt der Sprecher von Straßen NRW. „Statisch nicht unkritisch“, umschreibt er die Lage. Welche Maßnahmen ergriffen werden können, werde noch geklärt. Im April soll der Entwurf vorliegen, wie der Tunnel technisch nachgerüstet werden kann. Das Konzept muss dann vom Verkehrsminister genehmigt werden. Overmeyer geht davon aus, dass im Herbst die Ausschreibung erfolgen kann. „Ab Mitte 2016“ könnte mit der Sanierung begonnen werden. Die Arbeiten werden sich voraussichtlich bis 2017 hinziehen.

Kosten von fünf Millionen Euro

Die geschätzten Kosten belaufen sich auf fünf Millionen Euro. Ob es dabei bleibt oder weitere Kosten entstehen, werde erst nach Vorlage der Gutachten absehbar sein.

Seit 2006 gelten für Tunnel neue Sicherheitsstandards. Heiko Rumpel, Leiter der Projektgruppe Tunnel bei Straßen NRW in Hamm, hatte schon früher darauf hingewiesen, dass eine Videoüberwachungs-Anlage installiert werden soll, die der Leitstelle eine 24-Stunden-Kontrolle ermögliche. Zudem werden Schranken an den Einfahrten installiert, um den Tunnel schnell sperren zu können. Vorsorge muss auch für einen Fall mit auslaufenden Flüssigkeiten getroffen werden. Die Entwässerung steht somit ebenfalls auf dem Prüfstand.

Sperrung seit 2013

In Fahrtrichtung Altenaer Straße kann der Tunnel seit Februar 2013 nur noch einspurig befahren werden. In Gegenrichtung gibt es Einschränkungen seit November 2013. Daran wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Unklar ist derzeit auch noch, ob für die Dauer der Sanierung eine Röhre ganz gesperrt wird.

Der Lüdenscheider Rat hatte im Dezember 2013 beschlossen, dass der Tunnel zum Jahresbeginn 2014 in den Besitz von Straßen NRW übergehen sollte. Die Stadt muss anfallende Sanierungskosten erstatten, aber keine künftigen Kosten mehr tragen.

Info:

  • Außer dem Tunnel übernimmt Straßen NRW auch mehr als 20 Kilometer Landesstraße im Stadtgebiet.
  • Auch in diesen Bereich besteht Sanierungsbedarf etwa bei Brücken, Durchlässen oder Ampel-Anlagen.
  • Als Eigentümer wäre die Stadt weiterhin für alle Unterhaltungskosten zuständig.
  • Dass sich die Stadt so langfristig kostenmäßig entlasten kann, hat seinen Grund in der Volkszählung. Städte mit unter 80.000 Einwohnern gelten als zu klein, um Landstraßen selbst zu unterhalten. Da springt Straßen NRW ein – und die Stadt spart.

Unterstütze uns auf Steady

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here