Beim Rundgang erfuhren die Besucher von Guido Raith (rechts) interessante Details zur Entstehunggeschichte der Bilder.

Lüdenscheid/Düsseldorf. Beeindruckende Bilder, wichtiges Thema: Die Ausstellung „Freunde“ des Lüdenscheider Vereins „Wir hier!“ mit Bildern des Lüdenscheider Fotografen Guido Raith ist bis 18. November im Düsseldorfer NRW-Landtag zu sehen. Sie wurde am Dienstag, 3. November, durch den Lüdenscheider SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas eröffnet.

SPD-Landtagsabgeordneter Gordan Dudas eröffnete am Dienstag die Ausstellung im NRW-Landtag.
SPD-Landtagsabgeordneter Gordan Dudas eröffnete am Dienstag die Ausstellung im NRW-Landtag.

Guido Raith hat für den interkulturellen Verein „Wir hier!“ 30 Freundespaare fotografiert, deren Verbindung über geografische, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg reicht. Bis Ende September waren die 30 schwarz-weiß Doppelporträts in den Städtischen Museen Lüdenscheid zu sehen. Die Ausstellung „Freunde“ solle Vielfalt visualisieren und sie erleben lassen. In einer Gesellschaft, die durch Zuwanderung von Vertriebenen, Arbeitsmigranten, Flüchtlingen und Asylsuchenden einem steten Wandel unterliege, sei Vielfalt als Bereicherung und Chance zu verstehen, erläuterte Ulrike Tütemann, 2. Vorsitzende des interkulturellen Vereins in ihrer Ansprache anlässlich der Ausstellungseröffnung.

Ulrike Tütemann, 2. Vorsitzende des Vereins "Wir Hier!"ließ die Vereinsgeschichte Revue passieren.
Ulrike Tütemann, 2. Vorsitzende des Vereins „Wir Hier!“, ließ die Vereinsgeschichte Revue passieren.

Die Ausstellung zeigt Freunde völlig unterschiedlicher Couleur, generationsübergreifend, das jüngste Paar gerade mal elf Jahre und Fußballfreunde, die älteste von ihnen ist Hildegard, die Tür an Tür mit dem äthiopischen Studenten Misrak wohnt – Nachbarn und Freunde. Entstanden sind symbolträchtige Bilder, auf denen manchmal das Band der Freundschaft auf den ersten Blick erkennbar ist, mitunter muss man auch ein bisschen genauer hinsehen, um zu erkennen, was die Freunde verbindet.

Gefühl und Kommunikation

Guido Raith setzt bei seiner Arbeit auf Gefühl und Kommunikation.
Guido Raith setzt bei seiner Arbeit auf Gefühl und Kommunikation.

Guido Raith setzte bei seiner Arbeit auf Gefühl und Kommunikation. „Die Technik genügt nicht, um sich ein Bild zu machen“, sagte er in seiner Ansprache. Um ein gutes Porträt abzuliefern müsse sich der Fotograf mit den Menschen auseinandersetzen. „Ganz am Ende ist dann das Bild gefunden – in einem Moment aus gefrorenem Licht.“ Ganz bewusst habe er sich für schwarz-weiß Aufnahmen entschieden. „Schwarz-weiß ist Farbe genug“, zitierte Guido Raith die Fotojournalistin Barbara Klemm. Die Betrachter seiner Bilder sollen nicht durch Farbe abgelenkt und durch Reduktion auf das Wesen der Porträtierten hingeführt werden.

Dass die schwarz-weißen Statements der Freundschaft über Alters-, Kultur- und Generationengrenzen hinweg im Landtagsgebäude zu sehen sind, ist einen glücklichen Umstand zu verdanken. Eine seit langem geplante Ausstellung fiel kurzfristig aus. Auf Vermittlung von Gordan Dudas entschlossen sich Museumsleiter Dr. Eckhard Trox und „Wir hier!“ spontan, diese Chance zu nutzen. „Üblicherweise müssen interessierte Aussteller mit Wartezeiten von zwei Jahren rechnen“, berichtete Gordan Dudas.

Unter den Gästen der Ausstellungseröffnung waren auch einige der Porträtierten.
Unter den Gästen der Ausstellungseröffnung waren auch einige der Porträtierten.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here