Plettenberg. Das Krankenhaus Plettenberg könnte in naher Zukunft einen neuen Eigentümer bekommen. Die Radprax MVZ GmbH bekundet Interesse am Erwerb des Krankenhauses und prüft derzeit die Rahmenbedingungen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Plettenberg hervor.

Radprax ist bereits seit Jahren Geschäftspartner des Krankenhauses Plettenberg. Diese Zusammenarbeit ermöglichte die ambulante kassenärztliche Zulassung für die CT- und MRT-Diagnostik in Plettenberg. Radprax betreibt an zwölf Standorten in Nordrhein-Westfalen Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Nun möchte das Unternehmen sich um ein Krankenhaus der Grund- und Nahversorgung erweitern und hat dafür das Krankenhaus Plettenberg ins Auge gefasst.

Dessen Gesellschafter, die Stadt Plettenberg und die Mendritzki-Stiftung, stellen fest, dass trotz aller Bemühungen der Betrieb des Krankenhauses nach wie vor defizitär ist. Sie scheinen daher durchaus gewillt, das Krankenhaus an einen verantwortungsvollen und kompetenten Betreiber zu verkaufen. Die Entscheidung, so geht aus der Pressemitteilung hervor, ist aber noch nicht gefallen.

Die Pressemitteilung der Stadt Plettenberg

„Das Krankenhaus Plettenberg ist seit zehn Jahren im Besitz der beiden Gesellschafter Stadt Plettenberg und Mendritzki Stiftung. ln dieser Zeit hat sich das Krankenhaus deutlich weiterentwickelt. Der Leistungsumfang wurde erweitert und verbessert und neue Kooperationen und Geschäftsbeziehungen aufgebaut. Leider hat dies noch nicht zu dem gewünschten wirtschaftlichen Ergebnis geführt; das Krankenhaus erwirtschaftet weiterhin Verluste. Eine Situation, die in einer Zeit, in der der Überlebenskampf der kleinen Krankenhäuser immer härter wird, ein hohes Risiko birgt.

Zwar haben die Mendritzki Stiftung und die Stadt Plettenberg bisher alle Verluste ausgleichen können, aber um notwendige Investitionen umsetzen zu können, reicht das auf Dauer nicht aus. Daher muss über neue Lösungen nachgedacht werden. Lösungen, bei denen der Erhalt des Plettenberger Krankenhauses immer im Vordergrund steht.

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Die Radprax MVZ GmbH betreibt seit einigen Jahren die Radiologie im Krankenhaus Plettenberg. Foto: Komplett-Magazin/Martin Büdenbender

Einer der Geschäftspartner des Krankenhauses, der in den letzten Jahren gewonnen werden konnte, ist die radprax MVZ GmbH. Radprax ist keine Klinikgruppe, sondern ein von Ärzten aufgebautes, inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen, das an zwölf Standorten in acht Städten medizinische Versorgungszentren betreibt. ln Plettenberg hat radprax vor einigen Jahren die radiologische Abteilung übernommen und durch Einbringen eines eigenen Kassenarztsitzes den Fortbestand dieser Abteilung gesichert.

Bestand des Hauses und der Arbeitsplätze werden  zentrale Forderungen sein

Um den eigenen Fortbestand zu sichern, möchte sich die radprax MVZ GmbH erweitern und ein Krankenhaus der Grund- und Nahversorgung übernehmen. Aufgrund der guten Beziehungen wurde das Plettenberger Krankenhaus ins Auge gefasst. Seit einigen Tagen werden daher durch Mitarbeiter der Firma radprax Unterlagen, Arbeitsabläufe und Verträge geprüft. Ein Umstand, der nicht verborgen geblieben ist und naturgemäß zu Fragen und etwas Unruhe geführt hat. Im Ergebnis der Prüfung wird radprax wissen, ob eine Übernahme des Plettenberger Krankenhauses möglich ist und wie seine Zukunft auch in wirtschaftlicher Hinsicht gesichert werden kann.

Gleichzeitig werden die beiden bisherigen Gesellschafter überlegen und entscheiden müssen, ob und unter welchen Bedingungen ein Verkauf überhaupt in Frage kommt oder ob andere Alternativen möglich sind. Dabei kristallisiert sich aber schon jetzt heraus, dass der Bestand des Hauses und der Arbeitsplätze eine zentrale Forderung sein werden. Ebenso wird die Mendritzki Stiftung auch in Zukunft ihrem Stiftungszweck, der Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens in Plettenberg und Umgebung, in gewohntem Umfang nachkommen.

Wie es weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Sollte die Entscheidung zugunsten eines Verkaufs des Krankenhauses Plettenberg an die radprax MVZ GmbH fallen, wird es zu diesem Thema eine Bürgerversammlung geben. in der sich die Vertreter der radprax MVZ GmbH den Fragen der Plettenberger Bevölkerung stellen werden.“

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2 KOMMENTARE

  1. Es wär schade für die Leute die Jahre lang für den erhalt gekämpft haben.
    Kann ein Krankenhaus überhaupt noch schwarze Zahlen schreiben?

  2. Ich verstehe einen eventuellen Verkauf an MVZ nicht.
    Wer hat Interesse daran, der Geschäftsführer des Krankenhauses, die Gesellschafter?
    Schon vor einigen Jahren wurde angeboten, das dies Märkischen Kliniken und Krankenhaus Plettenberg fusionieren sollten. Aus mir unerfindlichen Gründen waren der/die Gesellschafter bzw. der Rat dazu nicht bereit.
    Die Gesellschafter wären finanziell in all den Jahren nicht belastet worden. Für besondere Dinge, die der Kreis nicht finanziert könnte, hätten die Plettenberger punktuell einspringen können.
    In Werdohl lebt man mit dem (Kreis)Krankenhaus sehr gut.
    Bei einem Verkauf wäre die Zukunft ungewiss, es könnte z.B.an Finanzhaie weiter verkauft werden etc. PLETTENBERG würde seine Seele verlieren.

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