Musikschule Lüdenscheid
Radermacher hoch drei: Nach dem Konzert applaudierte das Publikum Erika, Christa und Friedrich Radermacher.

Lüdenscheid. Die hennarote Mähne von Erika Radermacher ist so auffällig wie ihr Klavierspiel. Zusammen mit Christa Radermacher am Cello begeisterte die 78-jährige Pianistin am Sonntag das Publikum im Kammermusiksaal der Musikschule Lüdenscheid. Das Konzert unter dem Titel „eins plus eins“ deckte verwandtschaftliche Beziehungen auf. Christa Radermacher ist die Tochter des Komponisten Friedrich Radermacher, Erika die Schwester des vielseitigen Tonsetzers, der im April dieses Jahres seinen 90. Geburtstag feierte. Er saß zusammen mit Frau Gertrud im Publikum und hatte sichtlich Freude an Schwester und Tochter. Beide legte die musikalische Verwandtschaft ihres Vaters und Bruders zu Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn und Felix Mendelssohn-Bartholdy offen.

„Ideen kommen beim Üben“

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Chrsita Radermacher spielte unter anderem eine Suite für Violoncello, die ihr Vater für sie komponiert hat.

„Die Ideen kommen beim Üben“, berichtete Christa Radermacher. Über Jahre hat sie eine Suite für Violoncello einstudiert, die ihr Vater vor zehn Jahren seiner „lieben Christa“ gewidmet hat. Beim Cello-Spiel spürte sich die musikalische Verwandtschaft zu den Komponisten aus längst vergangenen Epochen. Da wuchs der Gedanke, das Werk ihres Vaters sowie Kompositionen von Bach, Haydn und Mendelssohn zu einer großen Collage zusammenzustellen. Das Konzert „eins plus eins“ spiegelte so den ureigenen Blick von Friedrich Radermacher auf die Welt der Musik.

Christa Radermacher spielte mit Hingabe die Suite für Violoncello. Dem Werk ihres Vaters aus dem Jahr 2004 hatte sie die Suite für Violoncello von Johann Sebastian Bach (Präludium (G), Sarabande und Gigue (C) sowie Gavotte (D) vorangestellt.

Weltweit geschätzte Pianistin

Erika Radermacher, eine weltweit geschätzte Pianisten, die in der Schweiz lebt, verwob mit der Sonate Es-Dur (Hob. XVI/49) mit einer Sonatine für Klavier, die ihr Bruder 1947 geschrieben hat.

Musikschule Lüdenscheid
Erika und Christa Radermacher bei der Feinabstimmung vor dem dritten Teil des Konzerts, in dem sie Stücke für Klavier und Violoncello spielten.

Als Duo präsentierten die beiden Musikerinnen die Sonate B-Dur für Violoncello und Klavier (Allegro vivace) von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Es folgte eine Sonatine von Friedrich Radermacher aus dem Jahr 1967 mit den beiden Sätzen Andante und Allegro. Das Publikum war vom musikalischen Spaziergang durch drei Jahrhunderte begeistert. Gefeiert wurden die beiden Musikerinnen für ihre Zugabe. Sie spielten eine Träumerei für Cello und Klavier, ein Abschiedslied, das Friedrich Radermacher 1942 verfasst hat. Ein Stück aus schweren Zeiten und doch so romantisch.

Eng mit der Musikschule Lüdenscheid verbunden

Der Komponist ist der Musikschule Lüdenscheid seit langer Zeit verbunden. Seine Jugendoper „Der Esel von Dunkelsbühl“ beispielsweise, wurde in Lüdenscheid aus der Taufe gehoben. Christa Radermacher arbeitet seit 1975 als Cello-Lehrerin n der Musikschule Lüdenscheid.

Bei der Festveranstaltung „50 Jahre Musikschule“ soll Friedrich Radermacher 2015 für diesen Einsatz geehrt werden. Auch dann, so hoffen alle Beteiligten, soll es wieder ein musikalisches Familientreffen geben. So ganz nach dem Motto „Radermacher hoch 3“.

 

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