Friedrich Radermacher
Cello-Lehrerin Christa Radermacher spielt am 2. November ein Werk ihres Vaters Friedrich Radermacher.

Lüdenscheid. Radermacher hoch 3 – ein Konzert als musikalisches Familientreffen: Am 2. November spielen im Kammermusiksaal der Musikschule Lüdenscheid Christa Radermacher (Cello) und Erika Radermacher (Klavier) Kompositionen ihres Vaters und Bruders Professor Friedrich Radermacher. Besonderer Reiz dieses „Eins plus Eins“ betitelten Konzerts: Die Instrumentalistinnen stellen Kompositionen von Bach, Haydn und Mendelssohn-Bartholdy Werken des ehemaligen stellvertretender Direktor der Musikhochschule Köln gegenüber. Die Matinee-Veranstaltung beginnt um 11.15 Uhr.

Friedrich Radermacher komponiert auch noch mit 90

„Friedrich Radermacher ist im besten Sinne crazy“, sagt Franz Schulte-Huermann, Leiter der Musikschule. „Er ist allen Richtungen aufgeschlossen, neugierig und flexibel. Er schreibt auch für Besetzungen, die es eigentlich gar nicht gibt.“ Ein erstaunlicher Mann, eine erstaunliche Familie. Friedrich Radermacher ist inzwischen 90 und – komponiert immer noch fleißig.

„Ich wollte immer Cello spielen und konnte es als Kind gar nicht abwarten, bis ich endlich groß genug war“, sagt Christa Radermacher. Ihr Weg führte sie als Cello-Lehrerin 1975 an die Musikschule Lüdenscheid. „Seither habe ich meinen Schwerpunkt auf die Musikpädagogik gelegt.“

Der „lieben Christa“ gewidmet

In den Herbstferien durfte sie sich ein wenig aus ihrem Hauptwirkungskreis heraus bewegen. „Ich habe täglich geübt und geübt. In der Regel vier bis fünf Stunden.“ Das war offensichtlich notwendig. Die Komposition, die ihr Vater „seiner lieben Christa“ gewidmet habe, habe sich spontan zunächst für „unspielbar“ erklärt. Jetzt hat sie das Werk im Griff und wird es bei ihrem Solo-Part am 2. November zu einem „Spaziergang zwischen Bach und Radermacher“ einsetzen.

Sonate von Radermacher und Haydn-Komposition

Tante Erika, inzwischen 77 Jahre alt, spielt seit fünf Jahren mit Nichte Christa zusammen. Die hochdekorierte Pianistin lebt am Bieler See in der Schweiz. Sie wird im zweiten Teil des Konzerts eine Radermacher-Sonate aus dem Jahr 1947 einem Stück von Joseph Haydn, einem Komponisten aus der Zeit der Wiener Klassik gegenüberstellen. „So wird das Publikum durch die Jahrhunderte hin und her getragen“, sagt Christa Radermacher.

Im dritten Teil des Konzerts spielen Christa und Erika Radermacher gemeinsam den ersten Satz der Sonate in B-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie den zweiten und dritten Satz einer Radermacher-Sonatine aus dem Jahr 1967.

Die kniffligen Lagen, die der Vater ihr mit seiner Komposition beschert hat, hat Christa Radermacher inzwischen fest im Griff. „Immerhin nach elf Jahren“, lacht die Cellistin. Die Komposition stammt aus dem Jahr 2003.

Besondere Ehrung bei Festveranstaltung 2015

Die Musikschule erwartet Friedrich Radermacher und seine Frau Gertrud zum Konzert am 2. November. Der Komponist ist der Musikschule seit langer Zeit verbunden. Seine Jugendoper „Der Esel von Dunkelsbühl“ beispielsweise, wurde in Lüdenscheid aus der Taufe gehoben.

Bei der Festveranstaltung „50 Jahre Musikschule“ soll Friedrich Radermacher 2015 für diesen Einsatz geehrt werden. Auch dann, so hoffen alle beteiligten, soll es wieder ein musikalisches Familientreffen geben. So ganz nach dem Motto „Radermacher hoch 3“.

Das Konzert am 2. November beginnt um 11.15 Uhr. Der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Der Erlös geht an den Förderverein der Musikschule.

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