Lars Bursian (2. v.r.) und Karsten Hoeing (Rechts) führten bei der ersten "Quer durch Quartier" Tour mit rund 20 Teilnehmern durch die Denkfabrik. Foto: Parnemann

Lüdenscheid. Bei der Aktion „Quer durchs Quartier“ konnten interessierte Bürger am Samstag, den 20. September, einen Blick auf die Projekte der Denkfabrik werfen. Hierfür standen verschiedenen Ansprechpartner an Ständen auf dem Sternplatz zur Verfügung. Bei insgesamt 3 Führungen durch das Quartier der Denkfabrik konnte man sich direkt vor Ort einen Eindruck der verschiedenen Projekte verschaffen.

Infostände und Wissenschaftsshow auf dem Sternplatz

Bei Sonnenschein mit gelegentlichen Schauern nutzen viele Lüdenscheider den Samstag, um sich auf dem Sternplatz über die Akteure der Denkfabrik zu informieren. Mit ein Besuchermagnet war auch die große Wissenschaftsshow mit Jean Pütz auf der Bühne am Sternplatz. Bei zwei Vorstellungen ließ Jean Pütz die Besucher Staunen und Schmunzeln und zeigte, dass Technik und Wissenschaft nicht immer trocken und langweilig sein müssen. Einige Besucher nutzen die Pausen zwischen den Shows auch, um Autogramme oder Fotos mit Pütz zu ergattern.

Geführte Touren durchs Quartier

Namensgeber des Aktionstages auf dem Sternplatzes waren allerdings die geführten Touren durch die Denkfabrik. Hier bekam man einen hervorragenden Eindruck zu den verschiedenen Projekten der Denkfabrik. Und das direkt vor Ort. Erste Station war der „Tunnel des Lichts“ unter dem Sauerfeld. Dieses, vom Jugendkulturbüro umgesetzte Projekt wurde erst kürzlich von einer Jury prämiert (wir berichteten). „Ziel war es, diesen verwahrlosten, dunklen und zum Angstraum gewordenen Tunnel wieder in einen Ort zu verwandeln, an dem man keine Angst haben muss, wenn man ihn durchquert“, sagte Julia Wilksen vom Jugendkulturbüro. Und das war offensichtlich ein Erfolg. „Die erste Schmiererei gab es erst nach etwas mehr als einem Jahr und diese wurde auch direkt vom STL entfernt“, resümiert Karsten Hoeing vom Stadtumbaubüro.

Knapper Straße

Weiter ging es in die Knapper Straße. Hier wurde vor allem die Besonderheit der rund 160 ansässigen Geschäfte noch einmal betont. Auch die Tatsache, dass es sich hierbei zum Großteil um Inhaber geführten Einzelhandel handelt, wurde von Lars Bursian vom Stadtplanungsamt noch einmal deutlich in den Fokus gerückt. Zudem informierte er über die aktuellen Ereignisse am Knapp. Dazu gehörten unter anderem das durchgeführte Summernight-Shopping sowie die weiteren Planungen zur Vereinsgründung der Geschäftsleute am Knapp. Auch das Fassaden- und Hofflächenprogramm wurde den rund 20 Teilnehmern der zweiten Tour vorgestellt. Als Beispiel diente das Gebäude an der Lösenbacher Straße 1-3. Hier wurde erst vor wenigen Wochen die Sanierung der Fassade fertiggestellt. Dabei mussten die zwei großen Balkone, die sich ursprünglich an der Fassade befanden aufgrund ihrer massiven Instabilität weichen. Nichtsdestotrotz ist Lars Bursian zufrieden: „Grade bei diesem Objekt konnten wir, mit dem Anstoß zur äußeren Sanierung, die Besitzer dazu bewegen auch im Inneren zu investieren, um das Gebäude so auch von innen fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen.“

Schulhof Knapper Schule

Nächster Halt war dann der Schulhof der Knapper Schule. Hier gab Architekt Ebbinghaus, der den Schulhof in enger Zusammenarbeit mit Anwohnern und Kindern gestaltet hat, einen Einblick in die Planungen zu dem Projekt. Lars Bursian erklärte den Zuhörern, wie man überhaupt dazu kam, den Schulhof zu überplanen. „Die Lehrer der Schule beklagten sich zunehmend darüber, dass die Kinder mit Steinen vom aufgebrochenen Asphalt des Hofes Scheiben der umliegenden Gebäude einwarfen. Daraufhin haben wir uns die Frage gestellt, warum sie das machen.“ Dabei sei herausgekommen, dass nicht nur der marode Zustand der Asphaltdecke auf dem Hof schuld an den Aktionen der Kinder war, sondern auch die Tatsache, dass die Kinder sich auf dem Hof gar nicht anders beschäftigen konnten und so überhaupt erst auf solche Ideen kamen. Also musste ein neues Konzept für die Gestaltung des Schulhofes her. Dieses wurde dann in Einbeziehung von Eltern, Kindern und Anwohnern entwickelt und vor den Sommerferien dann mit einem großen Fest eingeweiht.

EGC und Kunststoffinstitut

Am Kunststoffinstitut in der Karolinenstraße erklärte Bursian die aktuellen Pläne zum Endausbau der Karolinenstraße mit Gehwegen und Co. und der Erweiterung des Kunststoffinstituts um einen Anbau, der in Zukunft ein Ausbildungszentrum für Kunststofftechnik beheimaten soll. Zudem sei auch ein Internat für Schüler geplant, die in Lüdenscheid ihre Ausbildung machen und dabei zu weit weg von Zuhause sind, um zu pendeln. Aber auch die Ausbildung von südeuropäischen Jugendlichen soll das Internat ermöglichen um dringend benötigte Fachkräfte nicht nur für Lüdenscheid, sondern für den gesamten europäischen Arbeitsmarkt in der Kunststofftechnik auszubilden. Schlussendlich soll dann ein direkter Fußweg vom Kunststoffinstitut bis zur Phänomenta und dem benachbarten Existenzgründer-Centrum (EGC) die wichtigen Punkte in der Denkfabrik miteinander verbinden.

Phänomenta-Baustelle

Fortgeführt wird dieser Fußweg dann an der Phänomenta über den aktuell im Bau befindlichen Fußgängerübergang über die Bahngleise zur Bahnhofsallee. Die Baustelle hierzu war der nächste Punkt auf der Tour durchs Quartier. Hier wurde noch einmal der Bau der Brücke erklärt. Zusätzlich gab es noch eine Express-Führung durch den Rohbau des neuen Anbaus der Phänomenta. Highlight für die Besucher war der Raum unter dem späteren Turm des Foucaultschen Pendels, der mit rund 76 Metern Höhe später einmal selbst den Turm der Christuskirche noch überragt. Unter dem Pendel wird es einen Raum geben in dem Besucher ein Panorama über Lüdenscheid sehen können, welches stets aktuelle Bilder liefert. Die Kamera hierfür wird auf der Christuskirche angebracht. Grund für den abweichenden Platz der Kamera ist ganz einfach der, dass man dann auch auf die Phänomenta blicken kann. Auch die weiteren Bauarbeiten, die man von der Dachterrasse der Phänomenta bestens im Blick hatte, waren Thema der Führung. So haben zum Beispiel auch die Arbeiten am Parkplatz auf dem Bahnhofsareal begonnen und auch der Bau des Bahnhofgebäudes ist gestartet.

Aussichtsplattform

Letzte Station war dann die Mathildenstraße. Hier gab es noch einmal Infos zu dem geplanten Bau eines „Landschaftsbalkons“, einer Plattform, die Besuchern den Ausblick über Lüdenscheid ermöglicht. Der Standort wurde ausgewählt weil man von hier den Blick vom Vogelberg bis zur Medarduskirche schweifen lassen kann. Als Vorbild dient hierfür die Plattform in Arnsberg. Wenngleich die Plattform in Lüdenscheid bei Weitem nicht solche Ausmaße annehmen wird. Auch weitere Projekte wie einem direkten Fußweg entlang des ehemaligen Verlaufs der Martin-Niemöller-Starße zum Rathausplatz wurden den Besuchern hier präsentiert. Als Abschluss der Tour gab es dann Bratwurst und Getränke und man konnte bei lockeren Gesprächen die Eindrücke der Tour verarbeiten.

Fotostrecke

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