Lüdenscheid. Es ist eine konfuse Situation. Nachdem unserlünsche in der vergangenen Woche über die „Project Lüdenscheid“ Party berichtet hatte, wird die Nachrichtenlage um das Veranstaltungskonzept immer verworrener. Angebliche Vermieter wissen von nichts und das deutschlandweite Konstrukt der „Project“ Partys gestaltet sich zunehmend undurchsichtig.

Kein Veranstaltungstermin in Lüdenscheid gebucht – oder doch?

Bereits im Gespräch in der vergangenen Woche erläuterte „Project Lüdenscheid“ Veranstalter Max Rudewig, dass zu diesem Zeitpunkt abschließende Gespräche mit einer Lüdenscheider Location laufen sollen, die kurz vor dem Abschluss stünden. Nach unseren Recherchen handelte es sich dabei um das Festzentrum Hohe Steinert. Inhaber Murat Karakus bestätigt gegenüber unserer Redaktion, dass es solche Gespräche gab: „Wir haben mit Herrn Rudewig erste Gespräche geführt, allerdings kam es nicht zu einem Mietvertrag.“ Es sollte daraufhin einen erneuten Termin an der Steinert geben. Dieser wurde laut Karakus aber durch den Veranstalter kurzfristig abgesagt. Das war nach Angaben von Murat Karakus im Gespräch mit unserer Redaktion Mitte April. „Seitdem gab es keine neuen Gespräche“, so Karakus.

Veranstalter Max Rudewig sieht das anders: „Wir haben vor vier Tagen (1. Mai 15) mit denen (Karakus) gesprochen und einen Termin für die Party fest gemacht.“ Welcher Termin das nun sei wollte Rudewig unserer Redaktion gegenüber jedoch nicht preisgeben. Er verweist stattdessen darauf, dass er diesen in den kommenden Tagen auf Facebook bekannt geben will. Murat Karakus, als Vermieter an der Hohen Steinert hingegen bleibt dabei: „Wir haben keinen Termin für die Project Lüdenscheid in unserem Festsaal.“ Es hätte laut Karakus zwar einen Anruf gegeben, jedoch nicht von Veranstalter Rudewig und es wurde in diesem Gespräch auch kein konkreter Termin für die Party vereinbart.

Ärger mit Partys in anderen Städten

Das Konzept der „Project“ Partys, die sich an dem Kinofilm „Project X“ aus dem Jahre 2012 orientiert ist nicht neu. In dem Film veranstalten zwei unbeliebte Teenager eine gigantische Hausparty die am Ende vollkommen aus dem Ruder läuft. Eine wilde, unvergessliche Partynacht.

So zumindest im Film. Die Realität um die „Project“ Partys hingegen sieht offenbar deutlich anders aus. So gab es bei den Partys in Aschaffenburg und Gießen massive Beschwerden der Besucher, die durch die Werbung für die jeweiligen Partys ebenfalls mit einer Partynacht der Superlative geködert worden waren. Versprochen wurde durch die Veranstalter – die in diesen Fällen andere sind als in Lüdenscheid – eine Dekoration wie im Film, wilde Trinkspiele und zahlreiche andere Extras. Ticketpreise zwischen 29 und 120 Euro wurden bei diesen Partys erhoben. Die Enttäuschung der Partygänger in Gießen und Aschaffenburg war dadurch umso größer. Denn Deko gab es aufgrund von Brandschutzbestimmungen nur in Sparausgabe und auch Trinkspiele und Co. wurden nur teilweise oder gar nicht durchgeführt.

Partys in ganz Deutschland – aber offenbar ohne Zusammenhang

Bereits in unserem vorangegangenen Artikel verwies der Lüdenscheider Veranstalter darauf, dass es diesen Sommer in ganz Deutschland zu weiteren „Project“ Partys kommen solle. Alle von verschiedenen Veranstaltern organisiert. Vorbild ist hierfür offenbar die Partyreihe „Project Deutschland“ von der Project D. Event UG  in Bonn. Diese Partyreihe soll in den kommenden Monaten in verschiedenen Städten in der Republik stattfinden. Dieses Originalkonzept haben dann zahlreiche andere Veranstalter in Deutschland für sich adaptiert und zu großen Teilen übernommen.

So auch der Veranstalter der „Project Lüdenscheid“ Party Max Rudewig, der für seine Party in Lüdenscheid zum Teil ganze Textpassagen aus der Ankündigung der Original Partyreihe übernommen hat. Und offenbar bleibt beim Kopieren von Partykonzepten und Ankündigungen die Sorgfalt auf der Strecke. Denn im Gespräch mit unserer Redaktion, und der Frage, was die Lüdenscheider Party denn mit der Reihe „Project Deutschland“ zu tun hätte, reagierte der Lüdenscheider Veranstalter mit Verwirrung und schließlich mit der Antwort „garnichts.“ Auf die Nachfrage, warum im Veranstaltungstext dann die Verabschiedung „Euer Team von Project Deutschland“ stünde erwiderte der junge Veranstalter: „Oh, steht das da? Den Text habe ich Teilweise so übernommen, dann muss ich da nochmal gucken.“

Federico de los Santos von der Original-Party „Project Deutschland“ übte indes schwere Kritik an den Kopien um sein Partyformat. Im Gespräch mit der Tageszeitung Main Echo nannte er die Kopie in Aschaffenburg lieblosen Trittbrettfahrer-Partys.

„So wenig Aufwand wie nötig…“

Ob die Partygänger in Lüdenscheid eine ähnliche Enttäuschung erfahren werden wie andere in der Republik, bleibt also abzuwarten. Gegenüber unserer Redaktion erklärte Rudewig: „Zuerst wollte ich nur mal das Marketing für so eine Party testen. Jetzt wo ich sehe, wie gut die Idee aber ankommt und welchen Zulauf wir auf Facebook haben werde ich auch die Party in Lüdenscheid durchziehen.“ Das und die Aussage, dass man die Party in Lüdenscheid mit so wenig „Aufwand und Kosten wie möglich stemmen“ wolle, lassen allerdings viel Spielraum für Spekulationen.

Murat Karakus übrigens beteuerte, dass er für einen Gesprächstermin zur Klärung um die Vermietung seines Festsaals jeden Tag ab 15 Uhr im Restaurant des Festzentrums anzutreffen sei.

Wir werden weiter berichten.

 

 

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