SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Crone Crone gratulierte der Gruppe aus der integrativen Kulturwerkstatt "Alte Schule".

Berlin/Lüdenscheid. Die SPD-Bundestagsfraktion hat am Mittwoch zum zweiten Mal den Otto-Wels-Preis für Demokratie verliehen. Ausgezeichnet wurden gemeinnützige Kulturinitiativen, die sich für Integration und Demokratie engagieren. Der zweite Platz ging an die Integrative Kulturwerkstatt Alte Schule aus Lüdenscheid. Unter dem Motto „Kultur als Mittel der Integration“ leistet die Kulturwerkstatt einen erheblichen Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderung.

SPD-MdB Petra Crone gratuliert

Für die Kulturwerkstatt, die zu einer Wohneinrichtung gehört, zählt kulturelle Arbeit zu einem der tragenden Fundamente in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Künstlerische Talente zu fördern und zu professionalisieren, ist eines der Ziele der Einrichtung. Aber auch ein Kulturangebot für Menschen mit geistiger Behinderung zu schaffen, an dem sie teilhaben und das sie genießen können, zählt zu den Ansprüchen der Werkstatt. Zu den ersten Gratulanten zählte die die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Crone.

Erinnerung an den Widerstand

Mit dem „Otto-Wels-Preis“ erinnert die SPD-Bundestagsfraktion an die Rede, mit der der damalige SPD-Vorsitzende Otto Wels im März 1933 die Ablehnung des nationalsozialistischen Ermächtigungsgesetzes durch die SPD-Reichstagsfraktion begründete. Mit dem Gesetz entmachtete das Hitler-Regime das Parlament, setzte die Verfassung praktisch außer Kraft und besiegelte das Ende der freiheitlichen Demokratie in Deutschland. Allein die sozialdemokratische Fraktion widersetzte sich und stimmte unter Bedrohung von Leib und Leben gegen das Gesetz.

Geschichten und Erinnerungen

Der erste Platz ging an das Audioprojekt „80vontausend – Mehr Demokratie tragen!“ des Vereins „Netzwerk Junge Ohren e.V.“. Die offene Demokratie – so die zentrale Botschaft dieses ausgezeichneten Projektes – muss jeden Tag aufs Neue verteidigt werden.
Jeden Tag werden Menschen in unserem Land ausgegrenzt, benachteiligt, teilweise auch körperlich schikaniert und gedemütigt.

In über sechs Monaten und mehr als 40 Einzelgesprächen, in Diskussionen mit Schulklassen, mit Vereinen und Initiativen wurden Geschichten und Erinnerungen – bezogen auf unser Heute und das Gestern, das Kritische, aber auch das Positive – aufgezeichnet, zu Audio-Loops zusammengeschnitten, auf 40 MP3-Player kopiert, an 40 Lautsprecher angeschlossen und in 40 spezielle Klangrucksäcke installiert. Zahlreiche Ehrenamtliche trugen die Rücksäcke durch Städte und spielten die Aufzeichnungen im öffentlichen Raum ab.

Kunst und Kultur für Demokratie und Integration

Die SPD-Bundestagsfraktion würdigte das außergewöhnliche Projekt mit dem Otto-Wels-Preis für Demokratie: „In besonderer Weise wurden hier Geschichten und Erlebnisse, die uns immer wieder neu den Wert von Demokratie aufzeigen, verständlich gemacht und in einer spektakulären Weise so aufbereitet, dass sie wirklich hautnah bzw. hörbar erlebt und erfahren werden können,“ so die Begründung der Jury.

In diesem Jahr waren Vereine, Initiativen und Projekte, die sich mit den Mitteln von Kunst und Kultur für Demokratie und soziale Integration einsetzen, aufgerufen, sich für den Otto-Wels-Preis zu bewerben. Fraktions-Chef Thomas Oppermann zeigte sich beeindruckt vom Engagement und der Kreativität der Bewerberinnen und Bewerber, die in den rund 70 Bewerbungen zum Ausdruck kam. „Ich kann für mich und meine gesamte Fraktion sagen, dass wir tief beeindruckt sind vom Einfallsreichtum und dem Einsatz, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an unserem Wettbewerb mit Ihren Projekten und Aktivitäten unter Beweis stellen.“

Die Vertreterinnen und Vertreter von vier Projekten waren am Mittwoch ins Berliner Reichstagsgebäude zur Preisverleihung eingeladen worden. Der Festakt fand im Rahmen des Frühjahrsempfangs der SPD-Fraktion statt.

 

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