U.a. bei der Firma Schawag in Plettenberg absolvierten Schüler der Internationalen Förderklasse am GBBK Praktika. Foto: GBBK

Plettenberg. Als Erfolg wertet die Schulleitung des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs (GBBK) die Vermittlung von Schülern aus den Internationalen Förderklassen in Praktika in heimischen Unternehmen.

Seit April 2016 haben die Berufskollegs im Märkischen Kreis Internationale Förderklassen eingerichtet, um den nach Deutschland gekommenen jungen Menschen die Erreichung des Hauptschulabschlusses nach Klasse 9 und damit eine  Perspektive auf Integration in Deutschland zu geben. Am heimischen Gertrud-Bäumer-Berufskolleg wurde nach Einrichtung der Klasse PIFK der Schwerpunkt hauptsächlich auf die Vermittlung der deutschen Sprache gelegt, daneben aber auch auf die Weitergabe von Werten und Normen sowie das Erlernen der Inhalte des Fachbereiches Ernährung und Kochen.

Handwerksbetriebe machen gute Erfahrungen

„Um im nächsten Schritt den Schülern auch die Arbeitswelt näher zu bringen, haben wir uns entschlossen, die Schüler in ein dreiwöchiges Praktikum zu schicken“, stellt Sieglinde Drees, Klassenlehrerin der Internationalen Förderklasse PIFK, dar. Es sei zunächst nicht so einfach gewesen, in den größeren Industriebetrieben Plätze zu bekommen, da es dort verbreitet eine Zurückhaltung wegen des mangelnden Sprachverständnisses gegeben habe. Allerdings sei man bei den heimischen Handwerksbetrieben deutlich offener gewesen und so konnten bereits mehr als die Hälfte der Schüler in ein Praktikum vermittelt werden. „Die Erfahrungen sind auf beiden Seiten sehr positiv gewesen“,  betont Drees. Sowohl die beiden Unternehmen Goldbäckerei Grote und Tischlerei Holz Hoffrecht in Werdohl, als auch beim St.-Josef-Seniorenheim in Plettenberg zeigte man sich mit den Ergebnissen des Pilotprojektes im Hinblick auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sehr zufrieden. Renate Vorstmann, Hauswirtschaftsleitung des Seniorenheims, äußerte sich lobend: „Engagement und Interesse haben uns überzeugt! Anfängliche Befürchtungen bezüglich der Verständigung haben sich nicht bestätigt.“

Positiver Einsatz der Handwerkskammern

Diplom-Ingenieur Ralf Schawag von der Firma Schawag Technik und Service in Plettenberg sieht den Einsatz der Handwerkskammern bestätigt: „Durch Willkommenslotsen der Handwerkskammern sind 3500 Flüchtlinge in Handwerksbetriebe deutschlandweit vermittelt worden.“ Dazu habe man vor Ort mit drei Auszubildenden beigetragen. „Das tun wir nicht etwa für die Statistik, sondern aus Überzeugung, denn am Ende gibt es nur Gewinner – unser Unternehmen bekommt neue motivierte Mitarbeiter und die Jugendlichen bekommen ein solides berufliches Fundament.“ Durch das Praktikum könne am Besten herausgefunden werden, ob eine Ausbildung in seinem Unternehmen das Richtige sei.

Am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg ist man vor diesem Hintergrund hocherfreut, dass mit dem Versuch, Schüler der Internationalen Förderklasse in Praktika und damit in Kontakt zur Arbeitswelt zu bringen, ein guter Weg eingeschlagen worden ist. Schulleiterin Ursula Wortmann-Mielke sieht hierin einen entscheidenden Schritt: „Integration gelingt zunächst über das Erlernen der Sprache, aber das Fundament für eine dauerhafte Eingliederung in die Gesellschaft wird im Anschluss über beruflichen Erfolg gelingen.“ Mit den erfolgreichen Praktika sei man hier ein gutes Stück voran gekommen.

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