Jean-Philippe Kindler gewann den 24. "World of Wordcraft"- Poetry Slam. Moderator Marian Heuser überreichte ihm die "Goldene Feder", eine Kreation der Künstlerin Claudia Bäcker-Kirmse. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Der 24. Poetry Slam „World of Wordcraft“ zog am Samstag, 17. September, wie immer reichlich Fans des gesprochenen Wortes ins Lüdenscheider Kulturhaus.

Ein Wettkampf – sechs Wettkämpfer

Diese sechs traten gegeneinander an. Moderiert wurde "World of Wordcraft" gewohnt professionell von Marian Heuser (3. von rechts)
Diese sechs traten gegeneinander an. Moderiert wurde „World of Wordcraft“ gewohnt professionell von Marian Heuser (3. von rechts)

Und das zu recht. Auch an diesem Abend moderierte Marian Heuser, nunmehr bereits im sechsen Jahr hintereinander, gewohnt eloquent und mit der genau richtigen Portion Humor den Wettbewerb, bei dem insgesamt ein „Sixpack“ aus sechs junge Slam Poeten gegeneinander antraten. Live mit dabei: Jean-Philippe Kindler, Pauline Cebulla, Nicole Stysiak, Oscar Malinowski, Tobias Engbring und Sira Busch.

Lüdenscheider Newcomerin Nicole

Vom absoluten Newcomer Nicole, die dazu noch aus Lüdenscheid kam, bis hin zu den „alten Hasen“ Oscar Malinowski oder Sira Busch, war jeder Grad der Bühnen- und Slam-Erfahrung unter den jungen Literaten vertreten. Den „Sacrifice“ machte wie immer gleich zu Anfang Marian Heuser selbst und gab mit einem gelungenen Text dem belustigten Publikum einen tiefen Einblick in die Welt des männlichen Haupthaares und dessen Bedeutung für den jeweiligen Träger. Durchaus erhellend nicht nur für die Frauen im Publikum.

Bunter Strauß von Poetry-Perlen

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Pauline kam aus Berlin. Sie war die Intellektuelle dieses „Sixpacks“.

Danach battelten sich seine Gäste durch zwei „harte“ Runden und boten dem Lüdenscheider Publikum dabei einen sehr bunten Strauß von Poetry-Perlen, die verschiedener nicht hätten ausfallen können.

Da waren die sehr intellektuell angehauchte rothaarige Schönheit Pauline, die mit ihrem Auftritt den geübten Literatur-Kenner an den Existenzialismus einer Simone de Beauvoir erinnerte oder der schwarzhumorige Tobias Engbrink, der zudem durch seine sehr scharfe Beobachtungsgabe bestach.

Dazu die gelungen selbstreflektierende Nicole aus Lüdenscheid, die ihren ersten Slam couragiert meisterte und der intelligent-witzige Oscar Malinowski, der mit seinem Publikum geschlossen zurück in die Kindheit reiste.

Ungewöhnliche Finalistin

Mathe meets Poetry. Eine gelungene Mischung aus Logik, Humor und einfach mal anders sein bot Sira ihrem Publikum. Fast hätte sie gewonnen.
Mathe meets Poetry. Eine gelungene Mischung aus Logik, Humor und einfach mal anders sein bot Sira ihrem Publikum. Fast hätte sie gewonnen.

Bravourös: Die beiden Finalisten. Sira Busch ist eine außergewöhnliche Poetin, die eine Bühnenpräsenz und Ausstrahlung hat, die nicht nur ungewöhnlich ist, sondern durchaus an Meister des Humors wie Dieter Nuhr oder Hagen Rether erinnert.

Sira, die im „wahren“ Leben Mathematik studiert und aus der Nähe von Detmold stammt, traut man nach diesem Auftritt durchaus eine steile Karriere als Comedian zu. Sie hat etwas funkelndes, eindrucksvolles, das das Publikum zudem auch noch zum Lachen bringt. Eine sehr gelungene und dabei zukunftsträchtige Kombi.

Der Sieger des Abend: Jean-Philippe Kindler

Er sah aus wie James Dean persönlich und kam, sah und siegte: Jean-Philppe gewann den Slam.
Er sah aus wie James Dean persönlich und kam, sah und siegte: Jean-Philppe gewann den Slam.

Der letztendliche Sieger Jean-Philippe Kindler hingegen gewann mit Texten, die bewiesen, dass er ein Voyeur des Lebens ist, dem so schnell nichts entgeht. Vorsicht ist geboten, wenn er in der Nähe ist, er seziert seine Umwelt quasi mit dem Skalpell, ihm entgeht selten etwas. Er bestach zudem durch eine Bühnenperformance, die ihn als sehr begabten Schauspieler auswies.

Beide Finalisten machten Spaß und man darf sich schon jetzt auf sie im November freuen, wo man sie im großen Jahres-Finale der „World of Wordcraft“-Veranstaltung wiedersehen wird.

Meister seines Genres

Die Fans lieben diese Veranstaltung und natürlich ihre Poetry-Meister selbst. Es gab einen großen Ansturm auf Autogramme, Plakate und Fotos.
Die Fans lieben diese Veranstaltung und natürlich ihre Poetry-Meister selbst. Es gab einen großen Ansturm auf Autogramme, Plakate und Fotos.

Die Poetry Slams von Marian Heuser haben mittlerweile einen Hauch von Familie. Die vielen Lüdenscheider Fans treffen sich seit sechs Jahren mehrmals und sehr regelmäßig bei Marians Events und kennen sich mittlerweile auch untereinander, was zu der entspannten und jedes Mal wieder inspirierenden Atmosphäre mit beiträgt.

Natürlich darf man auch die Leuchtkraft von Marian selbst nicht unterschätzen. Er ist und bleibt ein Meister seine Genres und trägt entscheidend zum Erfolg dieser Veranstaltung bei. Was auch dadurch bewiesen wird, dass es ihm stets gelingt, auch ganz neue Zuschauer für seine Veranstaltungen zu begeistern.

Wer nicht genug von ihm bekommen kann: Er präsentiert am 23.9. im Dahlmann sein Mix-Format „Heuser´s Kulturbeutel“, mit Sascha Thamm, Sandra da Vina und Leider nur Frank, den Music-Live-Acts Peter Panish, BINYO und HAZEFELD sowie dem einen oder anderen Überraschungsgast.

 

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