Von links: Timo Herrmann, Marco Schulten, Hartmut Engelkemeier und Ulrich Schulte Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. „Vitalisierung der Innenstadt und ihrer Zugänge“ – so heißt das Leitbild des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für Plettenberg. Am Donnerstag fand das erste Bürgerforum zum Thema ISEK statt.

Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger waren dazu in den Ratssaal gekommen. Timo Herrmann (bbz landschaftsarchitekten berlin) stellte den Siegerentwurf aus dem Realisierungswettbewerb Innenstadt Plettenberg vor und erläuterte das weitere Vorgehen. „Wir befinden uns in Phase zwei von acht. Sie werden im Verlauf des Prozesses weiter mit einbezogen“, versprach er den interessierten Bürger/innen.

Blick über den Maiplatz vom Kaufhaus in Richtung Wilhelm-/Grünestraße Animation: bbz landschaftsarchitekten
Blick über den Maiplatz vom Kaufhaus in Richtung Wilhelm-/Grünestraße Animation: bbz landschaftsarchitekten

Der bbz-Entwurf sieht vor, die Altstadt neu zu definieren. Den Altstadtring zieht Timo Herrmann rund um den Bereich Maiplatz, Christuskirche, Fußgängerzone Wilhelmstraße und Alter Markt. „Innerhalb der Ringstraßen wird die gesamte Altstadt zur Fußgängerzone umgewandelt. Der ruhende Verkehr wird um den Altstadtring herum platziert sowie zwei neue Parkhäuser im Nordwesten und Südosten vorgeschlagen, um die Fußgängerfreundlichkeit im Zentrum zu erhöhen. Die Altstadt mit Altem Markt und Kirchplatz wird mit einer hohen Aufenthaltsqualität für die Bürger zum zentralen Identifikationsort innerhalb des sie umgebenden Stadtgefüges und zur Visitenkarte für Plettenberg“, hatte er seine Vorstellungen im Wettbewerbsbeitrag beschrieben. Darüber hinaus sollen die Verbindungen zwischen den prägenden Plätzen in der Innenstadt sowie von der Innenstadt zum neuen Einkaufszentrum auf dem Mylaeusgelände attraktiv gestaltet werden.

Streitthema Parkplätze

Der Alte Markt ohne Parkplätze Animation: bbz landschaftsarchitekten
Der Alte Markt ohne Parkplätze Animation: bbz landschaftsarchitekten
Der Alte Markt mit Parkplätzen Animation: bbz landschaftsarchitekten
Der Alte Markt mit Parkplätzen Animation: bbz landschaftsarchitekten

Die Frage, wo in Zukunft die Parkplätze in der Innenstadt sein werden, spaltet die Bürger/innen nach wie vor. Vor allem die Stellplätze am Alten Markt sind umstritten. Timo Herrmann macht keinen Hehl aus seiner Ansicht, dass die „gute Stube“ autofrei sein sollte. Vor allem Geschäftsleute in der Innenstadt sehen Parkplätze am besten direkt vor dem Laden als existenziell wichtig an.

Kontrovers diskutiert wurde auch, welches Material für das Pflaster verwendet werden soll. bbz hatte Granit vorgeschlagen. Vor allem die Anlieger, die in Form von Gebühren einen Teil der Kosten mittragen müssen, plädieren für die Wiederverwendung des vorhandenen Basaltpflasters, in das sog. Mobilitätsstreifen für bessere Begeh- und Befahrbarkeit für Nutzer von Rollatoren und Rollstühlen eingezogen werden sollen.

Immer wieder ins Gespräch gebracht wurden Wasserspiele. Sie könnten Anziehungspunkte und Spielmöglichkeiten auf dem Maiplatz, in der Fußgängerzone und/oder auf dem Alten Markt sein. Timo Herrmann gab allerdings zu bedenken: „Wasserspiele sind schön, aber teuer.“

Innenstadtmanagerin beginnt am 1. Juli

Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger nahmen am ISEK-Bürgerforum teil. Foto: Bernhard Schlütter
Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger nahmen am ISEK-Bürgerforum teil. Foto: Bernhard Schlütter

Der Siegerentwurf des Wettbewerbs werde nicht eins zu eins umgesetzt, erklärten Bürgermeister Ulrich Schulte und Marc Schulten vom begleitenden Planungsbüro ssr in Dortmund. Das habe man von Anfang an nicht erwartet. Vielmehr sollen die wertvollen Anregungen im Dialog konkretisiert und angepasst werden. „Die ISEK-Maßnahmen sind sozusagen der öffentlich-rechtliche Teil und betreffen die öffentlichen Flächen“, sagte Ulrich Schulte. Begleitend müssten auch Häuser und Höfe im Innenstadtbereich verändert werden. Um diese privaten Maßnahmen zu unterstützen und zu fördern, wurde eine Innenstadtmanagerin eingestellt, die am 1. Juli ihre Arbeit aufnimmt. Die junge Dame verfolgte übrigens inkognito das Bürgerforum am Donnerstag. Marc Schulten betonte: „Sie, die Bürger, müssen an die Stadt glauben, an die Idee, die hinter dem Innenstadtkonzept steckt, damit das Ziel, die Belebung der Innenstadt, erreicht werden kann.“

Sorgfalt geht vor Schnelligkeit

Dieses Jahr wird voraussichtlich fast komplett für die Planungen benötigt. „Im Oktober könnte der Entschluss für die Entwurfsplanung gefasst werden, im Dezember der für die Durchführungsplanung“, meinte Fachbereichsleiter Hartmut Engelkemeier. Beginnen werde man vom Kreisel Untertor ausgehend. Im Frühjahr 2017 könnten dort die Baumaschinen anrücken, allerdings, so Engelkemeier, „wollen wir lieber sorgfältig vorgehen und nicht so schnell“.

Weitere Links zu Informationen über ISEK Innenstadt Plettenberg im Internet:

ssr Dortmund

bbz Berlin

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1 KOMMENTAR

  1. Die Frage bleibt, seit wieviel Jahren ist das jetzt der wievielte Versuch, die Innenstadt „aufzumöbeln“?? Wie oft wurden Plettenbergs Bürger zu ihrer Meinung befragt? Ich habe auch bei der letzten Umfrage auf der Website einen Kommentar hinterlassen…. Nichts gehört, nichts passiert, man plant „sich krumm und buckelig“… aber, nix tut sich…. Der Bürger wird gefragt, es gibt Wettbewerbe (nicht den ersten und wahrscheinlich nicht den letzten) und immer wieder auf’s Neue….
    Die Frage bleibt: “ Wieviele Jahre denn noch?“

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