Paul
Pfarrer Achim Schwarz und Paul treten am 30. Juli die lange Reise nach Missenye in Tansania an. Foto: Wolfgang Teipel

Plettenberg. Mit Paul von Plettenberg nach Missenye: „Weite wirkt – Reformation und die eine Welt“ – das finale Themenjahr der Lutherdekade besitzt für Pfarrer Achim Schwarz und den Partnerkirchenkreis in Tansania auch ganz praktische Aspekte. Der evangelische Geistliche reist am 30. Juli mit zwei Begleitern auf den afrikanischen Kontinent. Im Gepäck hat die Delegation des Kirchenkreises Lüdenscheid Plettenberg zwei tragbare Wasseraufbereitungsanlagen – Paul im Doppelpack.

Düsseldorf – Amsterdam – Dar es Salaam: Wenn das Plettenberger Trio in Tansania angekommen ist, hat es zusammen mit seiner wertvollen Fracht bereits rund 7200 Kilometer Flug hinter sich. „Danach geht es weiter nach Missenye im Nordosten des Landes in der Region um Bukoba am Viktoriasee.“

Wasserrucksack wiegt 23 Kilogramm

Pfarrer Achim Schwarz ist zuversichtlich, dass die beschwerliche Tour klappt. Neben dem Reisegepäck für drei Wochen Tansania sollen selbstverständlich auch die beiden Wasserrucksäcke unbeschadet am Zielort ankommen. Sie wiegen immerhin 23 Kilogramm pro Stück. „Olaf Polke und ich werden uns die Pauls auf den Rücken schnallen.“ Beate Krah-Schulte ist die Dritte im Bunde. Achim Schwarz sieht sie schon mit zwei Koffern an der Hand. So kann das Trio erleben, wie Weite wirkt, auch über die spirituelle Erfahrung hinaus.

Eine Einheit versorgt 400 Menschen

Seit 30 Jahren unterstützt der Kirchenkreis den Partnerkreis in Missenye bei Projekten im Gesundheitswesen. Paul, die „Portable Aqua Unit for Lifesafeing“ ist ein besonderes Infrastrukturprojekt. Kern des Wasserrucksacks sind 50 feinste Membranplatten. Sie filtern Bakterien und Viren aus verschmutztem Wasser heraus. So produziert Paul in 24 Stunden 1200 Liter Wasser. Das reicht, um 400 Menschen mit der überlebenswichtigen Menge von zwei bis drei Litern täglich zu versorgen. Die Handhabung ist einfach. Vier Piktogramme erklären dem Benutzer die Bedienung.

„Es gibt genug Wasser in Tansania. Aber kein trinkbares“, sagt Achim Schwarz. 25 Prozent der Stadt- und 50 Prozent der Landbevölkerung haben keinen Zugang zu Trinkwasser. Vielfach ist das Wasser regelrecht verschmutzt. Es wirkt dann sogar als Krankheitsüberträger. Durchfall und Cholera fordern auch in Tansania viele Opfer.

Zwei der überlebenswichtigen Anlagen haben Superintendent Mathias Bubelwa seine Frau Christer, Eunia Kiguma und Pfarrer Jonathan Ntwale bereits mit nach Missenye genommen. Sie waren im Mai zu Gast im Kirchenkreis. Diese beiden Wasserrucksäcke sowie die zwei weiteren Wasserfilteranlagen sind mithilfe des Plettenberger Rotary Clubs angeschafft worden. Damit wird der Bestand von bisher fünf auf neun Einheiten aufgestockt. Sie stehen beispielsweise an einer Grundschule in Minziro oder an der Klinik in Iguyaza.

Achim Schwarz: „Dort wird man neu geerdet“

Über diese feine Membran wird das Wasser gefiltert. Foto: Wolfgang Teipel
Über diese feine Membran wird das Wasser gefiltert. Foto: Wolfgang Teipel

Das alles wird sich die Plettenberger Delegation ab 30. Juli vor Ort anschauen. „Wir fahren mit einem alten Toyota-Geländewagen durch den gesamten Kirchenkreis“, sagt Pfarrer Achim Schwarz. Er und seine beiden Begleiter werden leben wie die Menschen im Kirchenkreis. „Mehr als einen Eimer Wasser pro Tag werden wir wohl nicht erhalten. Die Menschen geben uns das, was möglich ist.“ Achim Schwarz freut sich auf eine „lebendige und bunte Kirche“ in Tansania und auf neue Erfahrungen. „Dort wird man neu geerdet. Das ist auch wichtig für die Verkündung“, sagt er. Weite wirkt eben . . .

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