Plettenberg. Die derzeitige Entspannung der Flüchtlingssituation hat die Stadt Plettenberg genutzt, um sich auf möglicherweise wieder steigende Zahlen von hier aufzunehmenden Flüchtlingen vorzubereiten. Die SPD-Ratsfraktion besichtigte am Montag zusammen mit Vertretern der Verwaltung, ehrenamtlichen Helfern und Anwohnern die ehemaligen Firmengebäude am Friedhahn in Ohle, die die Stadt erworben und als Flüchtlingsunterkunft vorbereitet hat. Darüber hinaus machten sich die Kommunalpolitiker ein Bild von der aktuellen Lage im Asylbewerberheim an der Ohler Straße.

Mitglieder der SPD-Ratsfraktion, der Stadtverwaltung und ehrenamtliche Helfer besichtigten die Gebäude am Friedhahn. Foto: Bernhard Schlütter
Mitglieder der SPD-Ratsfraktion, der Stadtverwaltung und ehrenamtliche Helfer besichtigten die Gebäude am Friedhahn. Foto: Bernhard Schlütter

Im Bürogebäude am Friedhahn könnten etwa 40 Erwachsene untergebracht werden, erläuterte Fachbereichsleiter Hans-Peter Kapitain. Ursprünglich als Unterkunft für unbegleitete Minderjährige gedacht, wurde dieser Plan hinfällig, weil es nicht gelungen sei, einen Jugendhilfeträger für diese Einrichtung zu finden. Außerdem gebe es inzwischen wieder anderswo freie Plätze für diese Altersgruppe. „In der ehemaligen Firmenhalle ist die Unterbringung von 200 bis 250 Personen möglich“, erklärte Kapitain. Dieses Fassungsvermögen sollte auch für einen hoffentlich nicht eintretenden neuerlichen Flüchtlingsansturm ausreichen.

Bisher werden die Unterbringungsmöglichkeiten am Friedhahn nicht benötigt. Das Asylbewerberheim an der Ohler Straße ist zurzeit mit 180 Personen belegt. Dort könnten noch weitere 60 Personen aufgenommen werden.

Einheitliches Integrationskonzept nötig

SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schrader (rechts) möchte vorrangig die Eingliederung der hier aufgenommenen Flüchtlinge fördern. Foto: Bernhard Schlütter
SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schrader (rechts) möchte vorrangig die Eingliederung der hier aufgenommenen Flüchtlinge fördern. Foto: Bernhard Schlütter

SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schrader betonte, dass es nun vor allem darauf ankomme, die hier aufgenommenen Flüchtlinge einzugliedern. Zu diesem Zwecke würden nicht nur Sprachkurse durchgeführt, sondern auch Unterrichte über die bei uns übliche Weise der Benutzung von Bad und WC sowie der Abfallentsorgung und Mülltrennung. „Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann, wenn möglich, eine eigene Wohnung bezogen werden.“

Im Verlauf der sich an die Ortstermine anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass ein einheitliches Integrationskonzept benötigt wird, um die verschiedenen Hilfsangebote zu koordinieren. Einig waren sich die Teilnehmer, dass die momentane Flüchtlingssituation vor dem Hintergrund des demographischen Wandels eine Chance zur Weiterentwicklung Plettenbergs darstelle.

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