Stellen die neuen Plakate, die in allen Bereichen der Stadtverwaltung ausgehängt werden, vor: (v.li.) Uwe Haber (Bereich Personalentwicklung), Thomas Köhler (Vorsitzender des Gesamtpersonalrats), Stefan Keßen (Leiter des Fachbereichs Personal und Organisation) und Oberbürgermeister Erik O. Schulz. Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen

Hagen. Politessen wird Gewalt angedroht, eine Mitarbeiterin der Zulassungsstelle als „Türkenschlampe“ beschimpft. Der Alltag im öffentlichen Dienst der Stadt Hagen wird zunehmend von Aggressionen bestimmt. Oberbürgermeister Erik O. Schulz möchte zusammen mit dem Fachbereich Personal und Organisation und dem Gesamtpersonalrat durch eine Plakataktion gegensteuern: „Wir tolerieren keine Gewalt!“.

Aggression nimmt zu

Die Liste von Übergriffen lässt sich endlos fortsetzen: Die Rettungsdienste der Feuerwehr werden an mehreren Silvesterabenden mit Flaschen beworfen und bei Einsätzen bedrängt. Zwei Mitarbeiterinnen des Fachbereichs Jugend und Soziales werden bei einem Hausbesuch wegen Kindeswohlgefährdung durch den alkoholisierten Vater massiv beleidigt und genötigt.

Bedrohungen und Beleidigungen

Oft trifft es vor allem junge Beschäftigte, die in publikumsnahen Bereichen wie Bürgerbüros eingesetzt werden, um dort Berufserfahrung zu sammeln. Erfreulicherweise bleibt es meist bei verbalen Bedrohungen und Rangeleien. Damit die Situationen nicht eskalieren, setzt die Stadt Hagen im Jobcenter und in der Zulassungsstelle Hohenlimburg bereits einen Sicherheitsdienst ein.

Sicherheitsdienst

Denn in anderen Städten gingen die Konflikte schon tödlich aus: 2012 stirbt eine Mitarbeiterin im Jobcenter Neuss bei einer tödlichen Messerattacke, 2014 wird ein Mitarbeiter des Finanzamts Rendsburg erschossen, 2015 wird ein Polizist in Herborn erstochen und Anfang 2016 wird einem Gerichtsvollzieher in Gelnhausen bei einem Hausbesuch in den Kopf geschossen.

Plakat in sechs Sprachen

Mit der Plakataktion in den Gebäuden der Stadtverwaltung macht die Stadt Hagen deutlich, für die Sicherheit aller Mitarbeiter verantwortlich zu sein. Oberbürgermeister Erik O. Schulz stellt daher zusammen mit Stefan Keßen, Vorsitzender des Fachbereichs Personal und Organisation, und Thomas Köhler, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats, die Plakataktion vor. In allen Bereichen der Stadtverwaltung wird die Einladung zur höflichen und friedlichen Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung in sechs Sprachen ausgehängt.

Im Vorfeld Konflikte vermeiden

Für OB Schulz ist das Ziel der Aktion „schon im Vorfeld Konflikt- und Streitsituationen zu vermeiden und einen produktiven, freundlichen Umgang miteinander zu pflegen. Der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung steht dabei im Vordergrund“.

Schulung durch Polizeibeamte

Und auch Aktionen aus der Vergangenheit sollen das Konfliktpotential senken. So wurden die Mitarbeiter von Polizeibeamten geschult, um Aggressionen kommunikativ lösen zu können. Ein computergestützter Notruf und ein Warnsystem in Teilen der Stadtverwaltung wurden ebenfalls eingerichtet. Wenn es hier zu einem Übergriff kommt, müssen die Mitarbeiter nur eine Notfalltaste drücken und die Kollegen aus den naheliegenden Büros werden alarmiert.
Damit all diese Sicherheitsmaßnahmen in Zukunft nicht noch ausgeweitet werden müssen, bittet die Stadt Hagen um einen respektvollen und höflichen Umgang miteinander.

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