Dr. Jens Heidenreich ist Geschäftsführer von Phoenix Feinbau. Fotos: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Phoenix Feinbau nimmt noch in diesem Monat ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW) in Betrieb. „Das ist ein wichtiger Schritt beim Ausbau unserer energieeffizienten Gebäudetechnik“, sagt Dr. Jens Heidenreich, Geschäftsführer des Unternehmens. Das BHKW wird sämtliche Betriebsstätten im Wefelshohl mit Strom, Kälte und Wärme versorgen. Die Anlage kann zwei Megawatt Strom erzeugen. Das entspricht einem jährlichen Verbrauch von 500 Einfamilienhäusern. Die Abwärme wird zum Beheizen genutzt. „Durch den Gasbetrieb reduzieren wir den CO2-Ausstoß“, erläuterte Dr. Jens Heidenreich im Gespräch mit unserlünsche.

Mittelständisch geprägter Globalplayer

Als „mittelständisch geprägter Globalplayer“ gehört Phoenix Feinbau zum weltweiten Verbund der Phoenix Contact-Gruppe mit Sitz in Blomberg. Phoenix Contact mit seinen neun Unternehmen und 50 eigenen Vertriebsgesellschaften ist der Hauptabnehmer den metallischen Stanz- und Stanzbiegeteilen sowie Kunststoffteilen aus dem Haus Phoenix Feinbau. Sie werden für die Herstellung elektrotechnischer Komponenten und für die Fertigung von Produkten für die Phoenix Contact-Gruppe sowie gruppenfremder Unternehmen benötigt. Die Produkte werden in der Elektro-, Elektronik- und Automobilzulieferindustrie eingesetzt. Ein klassisches Beispiel ist die Reihenklemme.

Liquidität vor Wachstum

Phoenix Feinbau ist auf Wachstumskurs. Mit 730 Mitarbeitern erwirtschaftet das Unternehmen in Lüdenscheid einen Umsatz von rund 144 Millionen Euro jährlich. Rund zehn Prozent davon fließen jedes Jahr in den Ausbau und die Modernisierung der Betriebsstätten. Das Besondere dabei: Phoenix Feinbau und die Muttergesellschaft Phoenix Contact arbeiten bankenunabhängig. „Liquidität vor Wachstum“, das sei die Philosophie der Gesellschafter, erläutert Dr. Jens Heidenreich. Zudem verschafft sich das Unternehmen durch seine stark ausgeprägte Fertigungstiefe ein hohes Maß an Unabhängigkeit. Vom Werkzeugbau bis zur industriellen Montage der Bauteile kommt alles aus einer Hand.

Galvanisieren mit Gold

Die bestehende Bandgalvanik wird erweitert. Ab August wird galvanisieren mit Gold integriert.
Die bestehende Bandgalvanik wird erweitert. Ab August wird das Galvanisieren mit Gold integriert.

„Wir müssen den Technologie-Ausbau ständig weiter treiben“, sagt Dr. Jens Heidenreich. Ein Beispiel: Noch in diesem Jahr wird Lüdenscheid als „Technologiezentrum Galvanik“ ausgebaut. Die bestehende Bandgalvanik wird erweitert. Ab August wird das Galvanisieren mit Gold integriert. „Das stärkt unsere Unabhängigkeit von Lohnfertigern und verkürzt die Wiederbeschaffungszeiten“, erläutert der Geschäftsführer.

Ausbildungszentrum wird erweitert

Beim Wachstumskurs setzt Phoenix Feinbau außerdem ganz auf den eigenen Nachwuchs. „Wir haben eine Übernahmequote von 100 Prozent“, berichtet Personalchef Marc Fischbach. Im nächsten Jahr geht die neue Ausbildungswerkstatt an den Start, in der das Unternehmen junge Leute auf das Berufsleben vorbereitet. Sie wird von zurzeit 350 auf 800 Quadratmeter erweitert und erhält eine hochmoderne Fräsmaschine.

75 Jahre Geschichte am Standort Lüdenscheid

Im Dezember feiert Phoenix Feinbau das 75-jährige Jubiläum an Standort Lüdenscheid. Vorgesehen ist eine Tagesveranstaltung mit den Gesellschafter-Familien der Unternehmensgründer und weiteren geladenen Gäste. Alle Beschäftigten können den Geburtstag bei einer internen Abendveranstaltung feiern.

Die Geschichte von Phoenix Feinbau geht zurück auf das Unternehmen Noelle und Berg, das am heutigen Phoenix-Standort unter anderem Lockenwickler und Kerzenständer fertigte. An diese handwerklich geprägte Produktion erinnert heute nichts mehr. Allerdings, die Grundmauern des Ursprungsbetriebs stehen noch. Auf ihnen wurde das Phoenix-Hauptgebäude errichtet.

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