Peter Dahlhaus mit seinem "Schätzchen". Foto: Parnemann

Wenn man es nicht besser wüsste, würde man hinter dem großen, silbernen Rolltor im Lüdenscheider Entwicklungs- und Gründercentrum (EGC) nicht unbedingt ein Fotostudio mit rund 200 Quadratmetern Aufnahmefläche vermuten. Doch genau so ist es. Seit 1997 dienen diese 200 Quadratmeter als Spielwiese für den Fotografenmeister Peter Dahlhaus. Hier werden große und auch kleine Produkte perfekt in Szene gesetzt.

Ausbildung und Meisterschein

Grade in der Produktfotografie gibt es sehr viel zu beachten. So wird Edelstahl zum Beispiel anders belichtet als Kupfer. Im Ergebnis muss aber alles perfekt belichtet sein. Foto: Peter Dahlhaus
Gerade in der Produktfotografie gibt es sehr viel zu beachten. So wird Edelstahl zum Beispiel anders belichtet als Kupfer. Im Ergebnis muss aber alles perfekt belichtet sein. Foto: Peter Dahlhaus

Peter Dahlhaus absolvierte seine Ausbildung zum Fotografen in der Lüdenscheider Agentur für Wirtschaftswerbung ”STUDIO 70″. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung zum Fotografen verschlug es den Lüdenscheider ins Ausland. Als angestellter Studiofotograf in Belgien verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Arbeit zunächst auf den Bereich Möbelfotografie. „Das war damals eines der vier größten Studios für Möbelfotografie in Belgien. Wir hatten dort die Möglichkeit ganze Sets aufzubauen, wie man sie zum Beispiel aus Möbelprospekten kennt“, erzählt Peter Dahlhaus aus dieser Zeit. Spannend war für ihn aber auch seine Arbeit als Reportagefotograf bei der belgischen Bildagentur „ROL-ACTION“. Anfang der 1990er Jahre war gerade die Reportagefotografie noch ein Spiel mit dem Feuer, erinnert sich Dahlhaus: „Damals hatten wir ja keine Digitaltechnik. Wenn ich auf einer Veranstaltung war, rief ich die Agentur von einer Telefonzelle aus an und gab durch, dass ich auf der jeweiligen Veranstaltung Fotos gemacht habe. Die Agentur begann dann direkt damit, die Fotos weltweit zum Verkauf anzubieten. Und das ohne, dass ich wusste, ob die Bilder auf dem Film auch wirklich etwas geworden sind. Das sah man ja damals erst im Labor.“

In Belgien legte Peter Dahlhaus auch die Meisterprüfung im Fotografenhandwerk ab. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1993 wurde sein Meisterbrief hier allerdings nicht anerkannt. So blieb ihm nichts anderes über als die Prüfung noch einmal abzulegen. In dieser Zeit arbeitete Peter Dahlhaus dann im väterlichen Betrieb. Nebenberuflich schaffte er schon damals als Fotograf und erneuerte auch seinen Meisterbrief. Als dann 1996 der elterliche Betrieb aufgelöst wurde, stand Peter Dahlhaus vor der Entscheidung, wie es nun weitergehen sollte. Mit dem frischen, deutschen Meister in der Tasche (die Prüfung hatte er 95 erneut erfolgreich abgelegt) fiel die Entscheidung dann aber recht schnell. Ein eigenes Fotostudio sollte es sein.

Gründung von Studio in Lüdenscheid

Dass Peter Dahlhaus als gebürtiger Lüdenscheider auch hier sein Fotostudio eröffnet, das stand für ihn außer Frage. Geeignete Räume fand er 1996 im Entwicklungs- und GründerCentrum (EGC) in der Mathildenstraße. Und auch heute, 18 Jahre nach der Gründung, befindet sich das Studio noch in diesen Räumen.

Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Räume für Peter Dahlhaus als Industrie-, Werbe- und Produktfotografen ganz spezielle Anforderungen erfüllen müssen. Denn zum Teil werden in den Räumen ganze Maschinen oder Schaltschränke aufgebaut. Diese können aber nur durch Rolltore angeliefert werden. Dass das Studio daher auch ebenerdig sein muss, versteht sich von selbst.

Von Anfang an auf Digitaltechnik gesetzt

Rückblick: Wir befinden uns im Jahr 1996. Die analoge Fotografie beherrscht den Markt und die digitalen Systeme stecken noch tief in den Kinderschuhen. Peter Dahlhaus will aber ein eigenes, großes Fotostudio eröffnen. Es muss also investiert werden. Aber in welche Technologie?
Mit dieser Frage beschäftigte sich Peter Dahlhaus lange, hat sich dann aber für digital entschieden. „Damals kostete eine ordentliche, analoge Ausrüstung zwar schon eine Menge. Aber die digitalen Systeme setzten da noch deutlich höher an. Ich musste dafür einen hohen fünfstelligen Betrag investieren“, erinnert sich Dahlhaus. „Da kamen dann zwar Leute, die dir das System aufgebaut und eine erste kleine Einweisung gegeben haben, aber ansonsten gab es keinerlei Support. Wir mussten uns da sehr sehr aufwendig einarbeiten“, so Dahlhaus weiter zu seinen ersten Schritten mit der Digital-Technik.

Wo spiegelt sich welche Lampe, wie wird welcher bereich belichtet und wo fällt welcher Schatten. Es gibt viel zu beachten. Foto: Peter Dahlhaus
Wo spiegelt sich welche Lampe, wie wird welcher bereich belichtet und wo fällt welcher Schatten. Es gibt viel zu beachten. Foto: Peter Dahlhaus

Arbeit hat sich grundlegend verändert

Als jemand, der noch analoge Techniken gelernt hat und damit seinen Meister gemacht hat aber trotzdem schon sehr früh auf digitale Systeme umgestiegen ist, hat Peter Dahlhaus den Wandel von Analog auf Digital natürlich hautnah mitbekommen. „Meine Arbeit hat sich ganz grundlegend verändert. Damals lag mein Hauptaugenmerk allein auf der Belichtung eines Bildes. Heute übernehme ich dazu noch Aufgaben wie Retusche oder Bildbearbeitung, für die es früher zum Teil eigene Berufe gab“, resümiert Peter Dahlhaus. Heute könne jedermann in einen Elektronikladen gehen, sich ein Einstiegsset bestehend aus Spiegelreflexkamera und Objektiv kaufen und mit etwas Arbeit und Verständnis für die Technik gute Bilder abliefern. „Früher war so etwas undenkbar. Allein ein Film für die analoge Kamera kostete locker um die 40-60 Euro. Dazu kamen dann noch die Kosten für die Entwicklung – wenn man nicht grade ein eigenes Fotolabor hatte. Das war aber im seltensten Fall so.“

Die Ausbildung von früher findet Peter Dahlhaus zwar gut. Hält sie heute aber nicht mehr für zwingend notwendig um Fotograf werden zu können. Internet und Bücher böten so viele Anleitungen für alle, die sich mit dem Thema vertraut machen wollten. Schade findet Dahlhaus allerdings, dass so auch nach und nach die Wertschätzung dieser Arbeit herabgesetzt wurde. Grade weil heute jeder relativ gute Bilder machen und sie in Umlauf bringen könne.

Treuer Kundenstamm

Im Zuge des tief greifenden Wandels von analog zu digital und den damit geringeren Kosten, haben viele große Firmen mittlerweile auf eigene Fotografen oder ganze Marketingabteilungen gesetzt. Aber dennoch hat Peter Dahlhaus auch heute noch einen treuen Kundenstamm, der die Arbeit des Fotografenmeisters zu schätzen weiß. Dazu zählen auch viele heimische Firmen. Sie lassen ihre Produkte von Peter Dahlhaus in Szene setzen. „Mein eigener Anspruch an das Endergebnis zwingt mich einfach dazu immer 100% zu geben und wirklich hochwertige Produkt- und Industriebilder abzuliefern“, sagte Peter Dahlhaus zum Abschluss des Gesprächs mit unserLünsche.

Fotos von Peter Dahlhaus

Peter Dahlhaus im Web: www.fotostudio-dahlhaus.de

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