Wieghardt
Städtische Galerie Lüdenscheid, Blick in die beiden Wieghardt-Räume, Foto: Pressestelle Rolf J. Rutzen

Lüdenscheid/Berlin. Malen war sein Leben. Jetzt entdeckt Berlin den 1897 in Lüdenscheider Maler Paul Wieghardt neu. Vom 22. Januar bis 19. Februar zeigt das Gutshaus Bilder unter dem Titel „Paul Wieghardt – Maler zwischen zwei Welten“.

Hintergrund für diese Ausstellung: Durch Zufall entdeckte ein Berliner Kunstfreund den hinterlassenen Bilderbestand des 1969 in einem Ort bei Chicago gestorbenen Künstlers mit Lüdenscheider Wurzeln. Das bewegte ihn so, dass er die Wiederentdeckung des durch Emigration fast vergessenen Malers anregte.

Paul Wieghardt gehörte zu den Künstlern, die ihre Heimat verließen und während des Nazi-Regimes in die USA auswanderten. Das Leben und Wirken von Paul Wieghardt gilt als symptomatisch für die Generation jener Künstler, die sich trotz der gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts, denen sie ausgesetzt waren, zu keiner Zeit von ihrem schöpferischen Schaffen abbringen ließen.

Die Auswahl der im Gutshaus Steglitz ausgestellten Bilder zeigt die Phasen der eindrucksvollen Entwicklung eines deutschen Malers, der in der neuen Welt als bedeutender Professor der Malerei am Art Institute of Chicago starken Einfluss auf die amerikanische Malerei des mittleren Westens der USA ausgeübt hat. Die Werke aus dem Nachlass von Paul Wieghardt stammen überwiegend aus der Zeit vor der Emigration. Sie überdauerten den Krieg, da sie im Familienbesitz blieben.

Die Städtische Galerie Lüdenscheid hat das Kunstwerk „Coming and Going“ von Paul Wieghardt als Kunstwerk des Monats Januar 2017 ausgewählt. Das Werk beschäftigt sich mit dem zentralen Bildthema Wieghardts, der Figur im Raum. Es zeigt zwei Figuren, die einander gegenüberstehen und dabei den Eindruck erwecken, zwar für sich zu stehen, gleichzeitig aber mit ihrer Umgebung eine Einheit zu bilden. Das Gemälde ist eine Schenkung von Nelli Bar-Wieghardt. Mehr zu Paul Wieghardt http://www.ottoewieghardt.de/pw/pw.htm

Im Sommer 2016 lenkte die Städtische Galerie mit drei Sonderführungen in besonderer Weise den Blick auf Paul Wieghardt und Ida Gerhardi. Auch die Malerin war Lüdenscheid in besonderer Weise verbunden. Sie stammte aus Hagen, musste 1913 aus gesundheitlichen Gründen ihr Pariser Atelier aufgeben und zog zu ihrer Familie nach Lüdenscheid. Hier starb sie 1927.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here