Nach der ersten Vorstellung (von links): René Sadowski (Anonyme Drogenberatung e.V. - DROBS und Papilio-Trainer), Christine Pehl (Gründungsmitglied von Papilio e.V.), Lars Meyborg (Bezirksgeschäftsführer BARMER GEK Lüdenscheid), Heidrun Mayer (geschäftsführende 1. Vorsitzende Papilio e.V.), Volker Schmidt (1. Vorsitzender Anonyme Drogenberatung e.V. - DROBS) und Thomas Ruschin (Beigeordneter der Stadt Lüdenscheid) mit den Koboldfiguren der Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“ und den Puppenspielern der Augsburger Puppenkiste. Bild: Papilio

Lüdenscheid/Augsburg. Die Augsburger Puppenkiste war am 18. Juni zu Gast im Lüdenscheider Ratssaal. Sie zeigte die Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“. Das Stück ist ein wesentlicher Bestandteil des Kindergartenprogramms Papilio. Dieses Programm steigert nachweislich die sozial-emotionalen Kompetenzen bei Kindern und bildet damit die Basis, um gegen Sucht- und Gewaltentwicklungen im Jugendalter vorzubeugen. „Die qualifizierte Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen in Kindergärten sowie Schulen hat für uns einen hohen Stellenwert. Die BARMER GEK unterstützt  daher Projekte wie Papilio, die sich  für die psychische Gesundheit schon im Kindergartenalter einsetzen“, erklärte Lars Meyborg, Bezirksgeschäftsführer BARMER GEK Lüdenscheid. Schon jetzt arbeiten über 2.000 pädagogische Fachkräfte in Nordrhein-Westfalen mit dem Präventionsprogramm.

330 Kinder sahen die drei Aufführungen

Seit 2013 organisiert die Anonyme Drogenberatung e.V. (DROBS) den Papilio-Tourtag vor Ort im Märkischen Kreis, der 2013 in Plettenberg, 2014 in Iserlohn und nun in Lüdenscheid stattfand. Damit wurden rund 1000 Kinder erreicht. Denn die Kistenkobolde treten vor allem für die Kindergartenkinder im Publikum auf. Rund 330 Kinder haben die Aufführung in Lüdenscheid, die insgesamt drei Mal gezeigt wurde, gespannt verfolgt. Als einer der Bausteine von Papilio wurden die Kistenkobolde zusammen mit der Augsburger Puppenkiste, Wissenschaft und Praxis entwickelt. Sie fördern gezielt die emotionale Kompetenz der Kinder. Freudibold, Heulibold, Zornibold und Bibberbold – jeder der vier Kobolde steht für ein Basisgefühl. Die Geschichte hilft Kindern, mit ihren eigenen Gefühlen und den Gefühlen von anderen umgehen zu können. Weitere Papilio-Bausteine unterstützen das Einhalten sozialer Regeln und das soziale Miteinander.

Programm Papilio schützt Kinder gegen Fehlentwicklungen

Soziale und emotionale Kompetenzen sind die Grundlage für das Erlernen aller anderen Fertigkeiten. Sie helfen bei der Sprachentwicklung ebenso wie beim Aufbau von Freundschaften. Mit Papilio erlernen die Kinder diese Basiskompetenzen spielerisch im frühen Kindesalter. Sie gelten auch als Schutzfaktoren vor problematischen Entwicklungen. Indem Papilio diese Schutzfaktoren stärkt, senkt es zugleich erste Verhaltensauffälligkeiten bei Kindergartenkindern und schützt damit gegen die spätere Entwicklung von Sucht und Gewalt.

Papilio
Abschied von den Marionetten nach der Vorstellung – Heulibold bekommt eine Umarmung und ein aufmunterndes Lächeln. Bild: Papilio

Die Wirksamkeit des Programms ist wissenschaftlich belegt. „Aus der Entwicklungspsychologie wissen wir, dass Kinder sozial-emotionale Kompetenzen im frühen Kindesalter lernen müssen, damit sie eine eigene Identität und Selbstwertgefühl aufbauen können. Das wirkt sich positiv auf ihre gesamte weitere Entwicklung und auf ihre psychosoziale Gesundheit aus“, erklärte Heidrun Mayer, geschäftsführende erste Vorsitzende bei Papilio e.V.

Die Schlüsselrolle bei der Vermittlung im Kindergarten und hin zu den Eltern spielen die pädagogischen Fachkräfte. Für sie erklärten Heidrun Mayer und Christine Pehl, Gründungsmitglied von Papilio e.V., in einem Fachgespräch am Nachmittag, wie Prävention und Gesundheitsförderung in der Kindertagesstätte mit Papilio umgesetzt werden kann. Außerdem berichteten die Papilio-Trainer Helmut Wehn und Rene Sadowski von ihren Erfahrungen aus der Praxis.

Anonyme Drogenberatung unterstützt Papilio

Der engagierte Auftritt der Kistenkobolde in Lüdenscheid zielte vor allem darauf, weitere pädagogische Fachkräfte der Region für Papilio zu gewinnen, damit sie das Präventionsprogramm in ihren Kindergärten einführen.

Seit 2006 wurden in Nordrhein-Westfalen 2.094 pädagogische Fachkräfte aus 501 Kitas in Papilio fortgebildet. 2013 begann die DROBS im Märkischen Kreis mit der Implementierung des Programms, so dass inzwischen 45 pädagogische Fachkräfte aus drei Kitas fortgebildet sind.  Der Förderverein der Anonymen Drogenberatung e.V. unterstützt die Papilio-Fortbildung für Kita-Fachkräfte. „Mit dem  Suchtpräventionsprogramm entwickeln Kinder früh die emotionalen und sozialen Kompetenzen, die sie im Jugendalter vor einer Drogenabhängigkeit schützen. Deshalb hoffen wir, dass in Zukunft noch weitere Kitas im Kreisgebiet Papilio umsetzen werden“, so DROBS-Geschäftsführer Stefan Tertel.

Bundesweit wurden inzwischen mehr als 5.900 Erzieherinnen in dem Programm fortgebildet. Verantwortlich für das Präventionsprogramm, die Fortbildung und die wissenschaftliche Basisarbeit ist das Sozialunternehmen Papilio in Augsburg, das mit Partnern in ganz Deutschland zusammenarbeitet. Weitere Informationen unter www.papilio.de.

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