Szenenfoto "Onkel toms Hütte". Foto: Dominik Müller

Lüdenscheid. Am Donnerstag, 27. Oktober, gastiert um 19.30 Uhr  das Ensemble der Theatergastspiele Kempf mit dem bereits auf seiner ersten Tournee sehr erfolgreichen Stück „Onkel Toms Hütte“ von Harriet Beecher Stowe im Kulturhaus. In der Titelrolle wird Ron Williams zu sehen sein. Mit ihm stehen unter anderem Michael Mufty Ruff, Karsten Kenzel und Stefanie Marin auf der Bühne.

Kleines Theater im Gefängnis

Tom Rutherford stammt aus der Southside von Chicago. Er war früher Straßengangmitglied, ist jetzt Sozialpädagoge und betreibt im Gefängnis einer mittelamerikanischen Großstadt ein kleines Theater, dem er den Namen „Onkel Toms Hütte“ gegeben hat; nicht nur, weil Tom den gleichen Namen trägt, sondern weil er dort schon seit mehr als einem Jahrzehnt – Jahr für Jahr – die gleiche Geschichte zur Aufführung bringt: Harriet Beecher Stowes „Onkel Toms Hütte“.

Vier junge inhaftierte Amerikaner unterschiedlicher Ursprungsnationalitäten führen das Stück mit einfachsten Mitteln auf, unter der Leitung ihres Rehabilitierungshelfers, Rutherford, der selbst den Onkel Tom spielt, und unter musikalischer Begleitung des lebenslänglich verurteilten Musikers Barney. Sie schlüpfen in die Rollen der verschiedenen Roman-Charaktere, aber sie verkörpern nicht nur das Sklavenelend, das sich in den Südstaaten der USA bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts unaufhörlich verbreitet hatte; die Gefangenen tragen auch ihre eigenen Geschichten und Songs vor – begleitet von klassischen Spirituals – um uns ihren Konflikten näher zu bringen, und um die Missstände vergangener Zeiten, die sich zum Teil bis heute wiederholen, für sich und auch für ihr Publikum verständlicher zu machen.

Ausbeutung, Menschenwürde und Emanzipation

„Onkel Toms Hütte“ behandelt die Themen Ausbeutung, Menschenwürde und Emanzipation in der Erzählweise des zeitgenössischen Theaters. Getreu der Maxime Bertolt Brechts – „Theater ist Aufklärung zum Zweck der Unterhaltung!“ – werden Ausschnitte aus dem Roman mit Alltagsszenen collagiert, die in der Gegenwart spielen. Das musikalische Spektrum des Abends reicht von traditionellen Gospels und Spirituals, über Lieder aus der Bürgerrechtsbewegung bis hin zu neuen Songs, die Ron Williams eigens für dieses Stück komponiert hat.

Ron Williams, ein US-amerikanischer Schauspieler, Synchronsprecher, Sänger und Moderator der schon mehrmals in Lüdenscheid mit viel Erfolg gastiert hat. Seit 2002 gastierte er in loser Folge als Darsteller in den Titelrollen in Bühnenproduktionen „I Have a Dream – Die Martin Luther King Story“, „Die Ray Charles Show“, „Endlich Frei! – Die Nelson Mandela Story“ und „Die Harry Belafonte Story“. Für sein Engagement gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und für mehr Menschlichkeit wurde Williams am 13. Oktober 2004 vom Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Noch Karten vorhanden

Für die Veranstaltung gibt es noch Karten zu Preisen von 13,00 € bis 18,50 €, zzgl. 10% VVk. Geb. an der Theaterkasse des Kulturhauses (Tel: 02351/ 171299) und – nach Vorrat – noch an der Abendkasse vor der Veranstaltung. An der Abendkasse gilt ein erhöhter Eintrittspreis. Weitere Informationen gibt es unter: www.kulturhaus-luedenscheid.de.

 

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