Lüdenscheid. Das „Tor zur Wilhelmstraße“, der ehemalige SinnLeffers-Bau am Sternplatz, ist für viele Lüdenscheider ein rotes Tuch. Denn seit geraumer Zeit steht das Gebäude leer. Und eine Verbesserung der Situation ist nicht in Sicht.

Frist nicht eingehalten

Mitte 2015 hätte sich die Lage rund um den geplanten Neubau der P&C-Filiale am Sternplatz klären sollen. Dann nämlich wollte man der Stadtverwaltung mitteilen, wie es am Sternplatz weitergehen sollte. Diese Frist verstrich. Und zwar ohne konkrete Informationen für die Lüdenscheider. „Wir führen durchaus Gespräche mit P&C“, erklärte Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas im Gespräch mit TACH!. „Jedoch gibt es dabei keine konkreten Antworten“, so der Bürgermeister weiter.

Leerstand schadet Innenstadt

Fest steht: Das markante Gebäude mitten in der Lüdenscheider Fußgängerzone steht leer und schadet damit weiterhin massiv dem Stadtbild. Doch nicht nur optisch verursacht der Leerstand Schäden. Fragt man die Einzelhändler in der Wilhelmstraße, so bekommt man deutlich vor Augen geführt, dass mit dem Leerstand auch Umsatzeinbußen zu verzeichnen sind. „Warum sollte ich denn da lang gehen, so tot, wie es da vorne aussieht“, gab unter anderem Nihad Kumanic vom Eiscafé Cortina im Gespräch mit unserer Redaktion zu bedenken. Er ist sich sicher: „Wenn das Gebäude belebt wäre, wäre auch die Frequenz der Wilhelmstraße deutlich höher.“

Bereits Ende April, beim Runden Tisch im Zuge des Ballon-Aufstandes war der Leerstand und die Negativen Folgen für die Lüdenscheider Innenstadt ein Thema bei den anwesenden Geschäftsleuten aus der Innenstadt. Die erhofften Antworten aus Düsseldorf, wo P&C seinen Hauptsitz hat, blieben allerdings aus.

Lehrgeld für Verwaltung

„Uns wurde geraten bei Verhandlungen mit solchen Großinvestoren härtere Bandagen zu tragen, doch ich denke, das Ergebnis wäre dasselbe wie jetzt. Dann wären die Verhandlungen nämlich garnicht erst so weit gekommen.“ Doch für die Zukunft habe man gelernt. „Wir haben aus dem Fall gelernt“, sagt Bürgermeister Dzewas. So wolle man sich bei Verhandlungen in der Zukunft nicht mehr nur auf „Versprechen der Investoren“ verlassen.

Im aktuellen Fall dürfte dies allerdings nicht viel bringen. Denn „der lange Hebel“ fehlt der Stadtverwaltung: Selbst, wenn die Abrissgenehmigung ausläuft, steht das Gebäude immer noch leer und ist auch immer noch ein Trauerfall inmitten der Lüdenscheider Innenstadt. Dzewas beteuerte, dass man „weiterhin das Gespräch mit P&C suchen wird, um in dem Fall voranzukommen.“

Andere Investoren stehen bereit

Neben der Möglichkeit, dass P&C das Gebäude weiterhin leerstehen lässt, gibt es auch die Möglichkeit, das Feld für einen anderen Investor zu räumen. Nach Aussage des Lüdenscheider Bürgermeisters gebe es mehrere interessierte Investoren, von denen einer sogar derart interessiert sei, dass er schon mehrfach selbst in Lüdenscheid vor Ort war, um sich ein Bild von dem Gebäude zu machen. Motivierte Macher scheinen also nicht das Problem zu sein. Das Problem ist vielmehr, dass P&C das Gebäude zuerst einmal verkaufen müsste, um das Feld für einen neuen Investor frei zu machen. Doch auch dazu gibt es seitens P&C, laut Stadtverwaltung, keine konkreten Aussagen.

Das sagt P&C zum Thema

Unverbindliche Aussagen gegenüber der Stadtverwaltung untermauern die These, dass der Standort Lüdenscheid für P&C keine sonderlich hohe Relevanz besitzt. Auch die Tatsache, dass sich auf der „Baustelle“ lange nichts getan hat, bestätigt diese Wahrnehmung eher.

Wir wollten wissen, was P&C zum Thema Lüdenscheid zu sagen hat. Und gegenüber unserer Redaktion sagte P&C: Nichts.

Gerne hätten wir an dieser Stelle auch einen Vertreter von P&C zu Wort kommen lassen. Jedoch hüllt sich das Unternehmen aus Düsseldorf, trotz mehrfacher Nachfrage unserer Redaktion, in Schweigen. Wie (und ob) es also nun tatsächlich weitergehen wird, bleibt weiterhin die große Frage. Die am Ende nur die Damen und Herren in Düsseldorf beantworten können. Wenn Sie denn möchten.

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3 KOMMENTARE

  1. Ich frag mich sowieso schon die ganze Zeit, warum Peek & Cloppenburg wieder nach Lüdenscheid will?! Denn immerhin haben die oberen von P&C ja das 3 stöckige Gebäude wo jetzt T-K MAXX drin ist verlassen. Da hatten die doch einen guten Standort meiner Meinung nach. Ich versteh diese ganze prekäre Situation nicht. Das Sinn – Leffers Gebäude steht ja immerhin nicht erst seit gestern leer. Das wissen natürlich die oberen in Düsseldorf dennoch frage ich mich warum die das Gebäude dann nicht einfach verkaufen wenn die Firma oder das Geschäft eh aller vorraussicht nicht wieder nach Lüdenscheid will? Denn laut dem Artikel gab es ja schon ernsthafte Interessenten für dieses Gebäude. Nunja ich hoffe das aus dem einst schönem Inneren doch was noch schöneres wird.

  2. Solange sich die Lüdenscheider Bürger von P&C wie eine Horde Schafe vor sich hertreiben lassen, werden die aus Düsseldorf es auch weiterhin so machen. Oder hat schon mal jemand öffentlich darüber nachgedacht, nicht mehr bei P&C einkaufen zu wollen? Nicht in Dortmund, nicht in Köln oder Düsseldorf und auch sonst nirgendwo? Wir sind es doch, die zwar über P&C schimpfen, aber dann in anderen Städten hinrennen.

    P&C hat sich damals am Standort Rathausplatz nicht gegen Sinn-Leffers durchsetzen können und es dann, mal eben, mit dem ungünstigen Standort begründet. Als sich Sinn-Leffers später in der Krise befand, hat P&C darauf spekuliert, den unliebsamen Konkurrenten aus Lüdenscheid verdrängen zu können, indem man ihm das Gebäude unter dem Hintern weg kauft. Als Sinn-Leffers dann jedoch nur ein Türchen weiter zog war klar, dass man sich bei P&C ein zweites mal verzockt hat.

    Das P&C jetzt weder auf Anfragen noch auf sonst etwas reagiert, lässt den Schluss zu, dass dort immer noch trotzig mit dem Schicksal gehadert wird. Mit Professionalität hat das wenig zu tun. Deshalb sollte man das alles mal ganz nüchtern sehen – P&C sind die Lüdenscheider Bürger und deren Belange völlig egal. Demnach sollte uns P&C auch egal sein. Aber doch nicht so egal, dass wir der Welt nicht von dem ignoranten Verhalten und den verächtlichen Methoden im Hause P&C erzählen würden.

  3. Warum muss es ausgerechnet P&C sein? Es gibt doch sicher auch viele andere Dinge, die in Lüdenscheid Fuss fassen können. Ich wäre eher davon begeistert, wenn Lüdenscheid wieder ein Kaufhaus á la Kaufhof oder dergleichen bekommt. Mal ehrlich: Klamottenläden haben wir irgendwo genug oder zumindest ausreichend. Und davon mal ab, die Wilhelmstrasse macht nicht nur das P&C-Gebäude aus. Schaut doch mal weiter Richtung Oberstadt. Gruselig. Die verantwortlichen Stadtplaner sollten vielleicht mal überlegen, wie man die Stadt von der Oberstadt bis zur Christuskirche attraktiver machen kann. Wer braucht schon alle paar Meter einen Handyshop oder Dönerladen? Wobei „Döner macht schöner“ 🙂 . In diesem Sinne.

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