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Dura-Betriebsrat und IG Metall (von links Faruk Ikinci, Fabian Ferber und Torsten Kasubke) positionierten sich am Samstag erneut vor dem Werkstor. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. „Es ist niemand drin“, berichteten am Samstagvormittag Arbeitnehmervertreter von Dura-Betriebsrat und IG Metall, die gegenüber des Dura-Werkstores an der Königstraße eine Beobachtungsposition eingenommen hatten. Sie informierten darüber hinaus interessierte Mitarbeiter/innen, die sich vor Ort davon überzeugten, dass wirklich niemand zur Samstagsarbeit antrat, über den Stand der Verhandlungen.

Nach dem Abbruch der Gespräche mit der Geschäftsführung am Freitag hatte der Betriebsrat die Genehmigung von Mehrarbeit, sprich Überstunden und Wochenendarbeit, nicht erteilt. Der „Dienst nach Vorschrift“ hat zur Folge, dass die anstehende Inventur und zu erledigende Aufträge nicht erfüllt werden können.

Streitthema Abfindungen

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Auf der Plettenberger Ausbildungsbörse am 1. Juli warb Dura noch um Auszubildende. Doch die Zukunft des Standorts Plettenberg ist stark gefährdet. Foto: Bernhard Schlütter

Am Freitagnachmittag hatten sich die Vertreter von Geschäftsführung und Arbeitnehmern zu einer neuerlichen Gesprächsrunde getroffen – erneut wurde sie abgebrochen, verließ die Geschäftsführung den Verhandlungstisch. Die Arbeitnehmer würden „inakzeptable Forderungen“ stellen, lautete die Begründung. Gemeint ist das Thema Abfindungen, das nach Ansicht der Dura-Geschäftsführung zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz ist.

„Wir wollen lediglich die Zusicherung, dass Abfindungsregelungen im bisher bei Dura üblichen Umfang getroffen und gegen Insolvenz abgesichert werden“, berichtet Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis und Verhandlungsführer der Dura-Arbeitnehmer. Er und der Betriebsratsvorsitzende Faruk Ikinci befürchten, dass Dura auf Zeit spielt und den Arbeitnehmern den Schwarzen Peter zuschieben will. „Wir wollten die Mehrarbeitsgenehmigung ab sofort und mindestens bis zum 30. September erteilen, aber ohne die generelle Zusage der Insolvenzabsicherung können wir das nicht machen. Die Mehrarbeit ist schließlich unser einziges Druckmittel bei den Verhandlungen“, erklärt Kasubke.

Geheimprojekt „Phönix“

Der Glaube daran, dass es Dura um den Erhalt der Standorte Plettenberg und Selbecke gehe, werde auch durch das Projekt „Phönix“ erschüttert. Die Geschäftsführung habe Mitarbeiter Verschwiegenheitserklärungen unterschreiben lassen, damit nicht bekannt werde, dass Auftragsteile entgegen der Absprachen nach Portugal verlagert werden. „Wir haben dennoch Kenntnis davon erhalten“, berichtet Kasubke, dass einige von „Phönix“ betroffene Mitarbeiter aus Solidarität mit den Kolleg/inn/en dem Betriebsrat davon unterrichtet hätten.

Die Arbeitnehmervertreter betonten am Samstag, dass es ihnen ebenfalls um die wirtschaftliche Aufstellung des Standortes gehe. „Unsere Sachverständigen haben ein Gesundheitsmanagement eingeführt, um den Krankenstand zu verringern, und wir haben Vorschläge für effizientere Abläufe gemacht, obwohl das nicht unsere Aufgaben, sondern die der Geschäftsführung sind“, sagte Torsten Kasubke.

O-Töne

Interview von IGM-Sekretär Fabian Ferber mit de, 2. Bevollmächtigten Torsten Kasubke

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