Lüdenscheid. In ihrer neuen Fabrikanlage im Gewerbegebiet Heedfeld hat EOT eine weltweit einmalige energieeffiziente Abluftanlage installiert. Das Unternehmen bietet höchsten Korrosionsschutz für Federn, Schrauben und andere Bauteile an, die in der Automobilindustrie, bei der Windkraft, im Bau oder in maritimen Bereichen eingesetzt werden. Korrosionsschutz ist lösungsmittelhaltig und sehr energieintensiv. Die Idee war, so Geschäftsführer Wolfgang Roll, simpel. Um die lösungsmittelhaltige Abluft zu reinigen, wird sie normalerweise thermisch behandelt. Bei EOT werden die Lösungsmittel so konzentriert, dass das Gasgemisch als Brennstoff in einem Blockheizkraftwerk und somit als Energielieferant für Strom und Wärme genutzt werden kann. „Im Endeffekt pumpen wir bei diesem Vorgang 100 Prozent Energie hinein und holen 105 Prozent Energie wieder raus.“ Die gewonnene Energie kann sofort wieder im Produktionsprozess verwandt werden.

Seit drei Wochen läuft das System stabil. Insgesamt hat das Unternehmen 1,8 Millionen Euro investiert. Roll geht davon aus, dass sich die Anlage in drei Jahren amortisieren wird. Denn vorher hat EOT rund 12 Prozent seines Umsatzes für Energie ausgegeben, jetzt weniger als die Hälfte. Und Roll geht noch weiter: Aus seinem „Modelprojekt“ will er einen Geschäfts-zweig entwickeln und interessierte Unternehmen bei der Umsetzung ähnlicher Anlagen unterstützen. „Viele Unternehmen frickeln sich ihre eigene Engergiewende“, kennzeichnete Umweltminister Remmel einen Trend. Er versprach diese Entwicklung nicht zu bremsen sondern zu unterstützen. Landrat Thomas Gemke hatte die Innovationskraft des Unternehmens bereits während seiner Klimatour im Mai als modellhaft für energieeffizientes Handeln herausgestellt. Er betonte: „Wir haben hier in der Region eine ganze Reihe innovativer Unternehmen, die energieeffizient produzieren und viel Geld in den Klimaschutz investieren“. (pmk)

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