Der Lüdenscheider Bürgermeister Dieter Dzewas lud zum Neujahrsempfang ins Kulturhaus ein. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Der jährliche Neujahrsempfang des Bürgermeisters ist immer eine große Sache in der Bergstadt. Selten sieht man so viele Politiker, Vereine, Kulturschaffende und interessierte Bürger zusammen in einem Raum. Diesmal fand der Empfang nicht wie sonst im Rathaus, sondern aus gegebenem Anlass im Kulturhaus statt, wurde doch zeitgleich die neue Kulturhausleiterin Rebecca Egeling begrüßt und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Vorstellung der neuen Kulturhausleitung

Die neue Kulturhausleiterin Rebecca Egeling.
Die neue Kulturhausleiterin Rebecca Egeling.

Diese wurde nach einigen kurzen Begrüßungsworten von Bürgermeister Dieter Dzewas an seine Gäste dann auch zügig auf die Bühne gebeten.

Rebecca Egeling bedankte sich  bei Kulturausschuss, Rat der Stadt und nicht zuletzt bei den Lüdenscheider Bürgern für den Vertrauensvorschuss in sie und ihre Fähigkeiten.

Rebecca Egeling hat sich, laut eigener Aussage, für das Kulturhaus viel vorgenommen. So möchte sie u.a. das Haus wieder ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken. Es ist ihr ein besonderes Anliegen mit neuen künstlerischen „Handschriften“ und der Förderung des Nachwuchses, das Haus nicht nur zu beleben, sondern in eine neue Zeit zu führen.

Begeisterung für das Theater wecken

Darüber hinaus möchte sie für das Theater neu begeistern und zwar ausdrücklich Menschen egal welcher Herkunft. Sie bedankte sich zudem bei ihren Mitarbeitern und den vielen Anwesenden in dem vollbesetzten Haus für die künftige Unterstützung. Rebecca Egeling machte einen sehr motivierten Eindruck und ist schon von ihrer äußeren Erscheinung her eine sportliche, etwas ätherisch wirkende junge Frau modernen Typs. Man darf gespannt sein, welche „Handschrift“ sie dem ehrwürdigen Kulturhaus-„Schiff“ verpassen wird.

Fair-Trade-Zertifizierung

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Weltladen-Sprecher und SEL-Vorstandmitglied Josef Lorkowski.

Weiter ging es mit der Würdigung der Weltladen-Arbeit durch den Weltladen-Sprecher und SEL-Vorstandsmitglied Josef Lorkowski, der über die aktuellen Entwicklungsprojekte, die positive Entwicklung des Fair-Trade Handels und über die beantragte Zertifizierung der Stadt Lüdenscheid zur offiziellen „Fair-Trade-Stadt“ berichtete.

Klartext in der Neujahrsrede

In seiner anschließenden Neujahrsrede ließ Bürgermeister Dzewas das letzte Jahr Revue passieren und sparte nicht mit Lob für das Engagement der Bürger, sprach jedoch auch Klartext angesichts leerer Kassen und der kommunalen Entwicklung in Bereichen wie dem Unterhaltsvorschussgesetz, fehlenden Wohnraums und renovierungsbedürftiger Straßen, Schulen und öffentlicher Gebäude.

Er forderte die Landes- und Bundespolitik dazu auf, die desolate finanzielle Lage der Städte wirklich ernst zu nehmen, endlich etwas Entscheidendes bei der Verteilung der Gelder zu ändern und von den Städten nicht nur Leistungen zu fordern, sondern diese dann auch möglich zu machen. Er nahm kein Blatt vor den Mund und forderte Bund und Land auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Dies traf erwartungsgemäß auf großen Anklang und wurde mit anhaltendem Applaus belohnt.

Im Zeichen der Chöre

Der Medardus-Chor.
Der Medardus-Chor.

Die ganze Veranstaltung stand in diesem Jahr sichtbar im Zeichen der Chöre und vom Lüdenscheider Kinderchor, über den LMC, den Männergesangsverein Oberrahmede, den Medardus Chor, die Frauenchöre Cantabile und LFC, sowie ganz zum Schluss sogar noch die bunten „Sternsinger“, war die Bühne gut frequentiert von Sängern und Sängerinnen.

Sie bewiesen, dass der Lüdenscheider anscheinden jeder Art von Regen standhaft trotzt, indem er nicht wie andere Menschen depressiv wird, sondern statt dessen gutgelaunt in einem Chor mitsingt. Immerhin finden sich allein unter dem Dach des „Stadtverbandes Lüdenscheider Gesangsvereine“ insgesamt 22 Chöre wieder. Eine außergewöhnliche Leistung bei einer Stadt mit knapp 80.000 Einwohnern.

Ehrung des Stadtverbandes der Lüdenscheider Gesangvereine

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Maidi Langebartels und  Sascha Benner wurde die Ehrennadel überreicht.

Geehrt wurde der Stadtverband dann auch für sein Engagement mit einer Ehrenurkunde und mit einem Geldgeschenk.

Symbolisch für die vielen Menschen, die sich in den Lüdenscheider Chören engagieren, erhielten Maidi Langebartels und Sascha Benner die Ehrennadel. Sascha Benner, der Vorsitzende des Lüdenscheider Männerchores (LMC), wurde bereits mit sieben Jahren Mitglied im Lüdenscheider Kinderchor. Seit mehr als 20 Jahren engagiert er sich nunmehr nicht nur als Sänger, sondern auch in verschiedenen Chören auf unterschiedlichen Vorstandsposten. Er und auch Madi Langebartels waren sichtlich gerührt über die Ehrung.

Stadtverband-Vorsitzender Jörg Skorupa sprach abschließend über die Arbeit des Verbandes und würdigte noch einmal nicht nur die musikalische Präsenz der vielen Chöre, sondern auch ihre Rolle bei Benefiz-Veranstaltungen und ihren großen ehrenamtlichen Einsatz.

Gelungener Neujahrsempfang

Viele Besucher und noch mehr Honorationen.
Die vielen Besucher fühlten sich wohl im Kulturhaus.

Der Neujahrsempfang endete in einem lockeren Gesprächs-Austausch bei Sekt, Bier und alkoholfreien Getränken im Foyer des Kulturhauses. Positiv zu vermerken ist bei diesem Empfang auch, dass das Geschehen auf der Bühne durchgehend von einer Gebärdendolmetscherin für die anwesenden gehörlosen Menschen übersetzt wurde.

Wünschen darf man sich als Lüdenscheider Bürger, dass der Empfang auch in den kommenden Jahren im Rahmen des Kulturhauses gestaltet wird, da die Atmosphäre des Hauses als Zentrum für Kultur, dem Ganzen mehr als zuträglich ist.

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