Lüdenscheid. Die Marke als „Stadt des Lichts“ hat Lüdenscheid in den letzten Jahren zugegebener Maßen nicht sonderlich gefördert. Doch mit neuem Schwung soll hieran nun gearbeitet werden. Wenngleich die Verschiebung der Lichtrouten in den Augen mancher Lichtstädter wohl einen faden Beigeschmack haben dürften.

Anonymer Wettbewerb

Der Lichtrouten Verschiebung zum Trotz soll es nun ein neues Lichtkonzept für die Christuskirche und das Torhaus am evangelischen Friedhof in Lüdenscheid geben. Hierzu wurde eigens ein Wettbewerb ausgeschrieben an denen zahlreiche Büros für Lichtgestaltung teilnahmen. Um eine möglichst anonyme Teilnahme, und somit ein gerechtes Wahlverfahren zu gewährleisten, wurden jedem Büro, das sich an dem Wettbewerb beteiligt, hat eine entsprechende Nummer zugewiesen, unter der die Vorschläge eingereicht wurden. Diese Nummern wurden dann ein zweites Mal durch sogenannte „Tarnnummern“ ersetzt.

Auswahl über Jury

Eine Wettbewerbsjury, bestehend aus Vertretern der Stadt und Kirchenvertreten, hat dann in zwei Durchläufen entschieden, welche Entwürfe jeweils für die Christuskirche und das Torhaus in die engere Auswahl kommen. Entwürfe die in den ersten Durchgängen zu wenig oder keinen Fürsprecher gefunden hatten, wurden aussortiert. Am Ende hatte man sich für die Entwürfe des Berliner Büros „L-Plan“ entschieden.

„L-Plan“ überzeugte die Jury mit zwei ausdrucksstarken aber dennoch ruhigen und stimmigen Lichtkonzepten. „Ich bin wirklich froh, dass diese Entwürfe gewonnen haben. Wir hatten auch welche mit buntem Licht unter den Einsendungen. Das hätte wohl eher nicht gepasst“, sagte Heike Müller vom Fachbereich Planen und Bauen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Christuskirche wird zur Kerze

Das neue Lichtkonzept für die Christuskirche ist an Kerzenschein angelehnt. Ausgehend von dem Licht als göttliches Symbol, wird die Wirkung des Kerzenlichtes im großen Maßstab für die Außenbeleuchtung der Christuskirche umgesetzt. Der gesamte Kirchenkörper wird über LED Strahler in einen kühl- warmen Lichtverlauf getaucht, der die Architektur als Ganzes darstellt. Die Turmspitze hat „L-Plan“ mit einem LED bestückten Stahlnetz komplett überzogen. An diesem Netz sollen die „pulsierenden“ LED´s in Analogie zum Kerzenlicht in der Nah –und Fernwirkung einen besonderen Akzent setzen.

Vor allem die Frage, ob ein solches Netz mit Hinblick auf den Denkmalschutz umsetzbar ist, wurde in der Jury intensiv besprochen. Bei der Ausführung dieses konzeptionellen Ansatzes wird darauf geachtet, dass eine ruhige Inszenierung erfolgt. Durch die gewählten Standorte der Masten für die Strahler für den unteren Teil der Kirche entsteht eine selbstverständliche Beleuchtung des Außenraumes durch die Reflektion an der Fassade.

Entwurf für Torhaus mit Option für Wegbeleuchtung

Der Entwurf für das Torhaus des evangelischen Friedhofs an der Mathildenstraße in Lüdenscheid beinhaltet in den Augen der Jury eine insgesamt gelungene und ausgewogene Gebäudebeleuchtung, die der Architektur und der Lage des Gebäudes am Ende der Friedhofsstraße gerecht wird und die historische Fassade gelungen in Szene setzt.

Beleuchtet wird das Torhaus, ähnlich wie die Christuskirche vor allem an der Fassade durch LED-Strahler die an 4 Masten um das Gebäude montiert werden sollen. Akzente werden LED-Leisten setzen die einzelne Teile des Hauses weiter Hervorheben. Wie etwa den alten Bogen der Durchfahrt auf der Rückseite oder Fenster.

Neben der Inszenierung des Torhauses hatte das Büro „L-Plan“ auch einen Vorschlag für die Beleuchtung des Friedhofsweges eingereicht. Die gerade die das Wohngebiet Wegberg mit der Innenstadt verbindet könnte man nach Auffassung der Lichtplaner aus Berlin mit „Pfosten“ in Szene setzen in deren Spitze LED-Elemente installiert sind die die Anmutung von Kerzenlicht aufgreifen. Passend zu Stimmung und Bedeutung eines Friedhofs. Die Umsetzung dieser Beleuchtung hängt jedoch von der Friedhofsverwaltung ab.

Wartungsarm und Sparsam

Bedingung für die neuen Beleuchtungen war vor allem eine wartungsarme Installation, die auch in Hinblick auf den Energieverbrauch und die technische Umsetzung unbedenklich sein sollte. „Mit den beiden Konzepten haben wir diese Punkte erfüllt“, ist sich Heike Müller sicher. Auch bei der Auswahl der Leuchten und LED-Module habe man darauf geachtet, dass es sich um Standardausführungen handelt. „Im Idealfall halten die LED-Leuchten Jahrzehnte. Wir müssen aber auch in der Lage sein die Anlagen zu warten und bei Bedarf zu reparieren.“

Galerie mit Auszügen aus den Konzepten

Konzepte (PDF-Download): 1095 Christuskirche Lichtkonzept | 1095 Torhaus & Friedhof Lichtkonzept

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Ich bin 31 Jahre jung und gehöre zur viel besprochenen Generation Y. Seit 1999 nutze ich digitale Kommunikationswege und seit 2012 bin ich Online-Unternehmer und berate und betreue Unternehmen als Social Media Experte.

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