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Das Logo der Plettenberger Flüchtlingshilfe

Plettenberg. Unter dem Motto „Wir sind Plettenberg – Wir bleiben bunt“ findet am Samstag, 21. Mai, von 12 bis 18 Uhr der Generationen- und Familientag im Rathaus, auf dem Rathausinnenhof und dem Wieden statt. Dabei präsentieren sich zahlreiche Vereine, Gruppen und Institutionen, die eines gemeinsam haben: Sie setzen sich für ein tolerantes, buntes Plettenberg ein. Dazu gehört auch die Flüchtlingshilfe, die Christiane Wilk, Flüchtlingskoordinatorin bei der Stadtverwaltung, im folgenden Beitrag vorstellt.

„Wir verpflichten uns zur Förderung der Integration und zur Gleichbehandlung aller Einwohnerinnen und Einwohner.“

Dieses Ziel, das der Rat Ende 2007 im Plettenberger Leitbild verankert hat, beschäftigt uns zurzeit sehr. 2015 sind vor allem in der zweiten Jahreshälfte sehr viele Flüchtlinge nach Plettenberg zugewiesen worden, insgesamt ca. 570 Menschen. Die Stadt ist rechtlich für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge zuständig, die Themen Integration und Betreuung sind gesetzlich noch nicht geregelt.

Der Flüchtlingsstrom hat alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräfte stark gefordert. Zahlreiche neue Aufgaben kamen zum bisherigen Thema Integration dazu. Vertretungen der Stadt Plettenberg, der Freiwilligenzentrale, der Kirchengemeinden und des Migrationsdienstes des Diakonisches Werkes haben seit Januar 2015 Projekte in der Flüchtlingsarbeit initiiert, Schulungen in interkultureller Kompetenz für Ehrenamtliche angeboten und weitere Partner mit ins Boot geholt.

Mit den steigenden Flüchtlingszahlen haben sich Ehrenamtliche, die sich privat um Flüchtlingsfamilien gekümmert haben, zur Gruppe „Plettenberger helfen“ zusammen geschlossen. Im Oktober 2015 wurde dann aus der Gruppe heraus ein Verein gegründet.

Mit Bezug der Oesterhalle durch Flüchtlinge im Oktober 2015 hat sich ein Runder Tisch Oestertal gegründet, von dort aus werden ebenfalls Projekte mit Flüchtlingen initiiert. Diese Arbeit läuft auch nach Auflösung der Oesterhalle weiter, weil inzwischen viele Flüchtlingsfamilien im Oestertal wohnen. Zurzeit sind über die Hälfte der Flüchtlinge in Plettenberg in privaten Wohnungen untergebracht.

Herausforderung und Bereicherung zugleich

Team Asyl und Integration
Ein Teil des Teams Asyl und Integration – es fehlen die Leistungssachbearbeiterinnen Tanja Dietsch, Susanne Große und Alexandra Hupertz: (von links) Ralf Böcker, Hausmeister, Dietmar Twer Leistungssachbearbeiter, Rainer Fandrey, Hausmeister, Udo Franke, Hausmeister, Karl Frechen, Sozialpädagoge, Dieter Winter, Sozialarbeiter, Christiane Wilk, Flüchtlingskoordinatorin, Hans-Peter Kapitain, Fachbereichsleiter Soziales und Matthias Lotz, Sozialarbeiter. Foto: Steffen Reeder/Stadtmarketing Plettenberg

Die Verantwortlichen haben sich im Netzwerk „Plettenberger Flüchtlingshilfe“ zusammengeschlossen, um gemeinsam langfristig bessere Strukturen zu erarbeiten. Die vielfältigen Aufgaben in der Flüchtlingshilfe sind für uns alle eine Herausforderung und eine Bereicherung zugleich. Nur mit der Hilfe zahlreicher engagierter Bürgerinnen und Bürger sind diese Aufgaben zu schaffen und zu lösen. Denn neben einer guten Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge sind vor allem Hilfestellungen bei der Orientierung vor Ort und Sprach- und Beschäftigungsangebote wichtig. In allen Schulen gibt es Willkommensklassen, die Kitas und Familienzentren tragen zur Integration der Kinder und ihrer Eltern bei. Auch erste Projekte mit Plettenberger Unternehmen sind angelaufen, um die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Sportvereine laden Flüchtlinge ein, es gibt tolle Begegnungsstätten wie das Café international oder die Begegnungsstätte Oestertal.

Die Flüchtlinge, die oft eine schwierige Vergangenheit haben und ihr ursprüngliches Leben hinter sich lassen müssen, lernen so die Menschen unserer Stadt und unsere Kultur kennen. Engagierte Plettenbergerinnen und Plettenberger bekommen Eindrücke anderer Kulturen und sehen, welche individuellen Persönlichkeiten hinter dem Wort „Flüchtlinge“ stehen. Die Stadt Plettenberg und die Gemeinschaft aller hier lebenden Menschen sind sehr dankbar, dass zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sich einsetzen, um die Situation von Flüchtlingen hier vor Ort zu verbessern und aktiv zur Integration beizutragen.

Egal, ob sie Sprachkurse anbieten, Familien begleiten, Freizeitaktivitäten koordinieren, Fahrdienste übernehmen, Kleider- und Sachspenden sammeln und ausgeben, mit Kindern spielen oder im Behörden-Dschungel weiterhelfen möchten – die in der Flüchtlingsarbeit tätigen Initiativen bieten bereits heute vielfältige Möglichkeiten an und freuen sich über Verstärkung.

Bei ihrem Engagement werden sie mit ihren Fragen und Problem nicht alleine gelassen. Sie können sich in ihrem Verein darüber austauschen und Schulungen der Freiwilligenzentrale und der Stadtverwaltung besuchen. Zum anderen können sie auf die Fachkompetenz der Sozialarbeiter der Stadtverwaltung z.B. bei der Begleitung von Familien zurückgreifen.

Weitere Informationen zur Flüchtlingshilfe finden sie auf der Homepage der Stadt Plettenberg www.plettenberg.de in der Rubrik Familie, Bildung und Soziales.

Zusätzliches Personal für die Flüchtlingshilfe

josefine rademacher
Josefine Rademacher, Soazialarbeiterin im Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadt Plettenberg, ist zuständig für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Privatfoto

Nicht nur die Freiwilligenzentrale, sondern auch die Stadt Plettenberg hat neues Personal für die Flüchtlingshilfe eingestellt, Hausmeister für die Übergangsheime, Sozialarbeiter für die Betreuung der Flüchtlinge, eine Sozialarbeiterin, die speziell für die unbegleiteten Minderjährigen zuständig, die Leistungssachbearbeitung im Fachgebiet Soziales wurde verstärkt und die Demographiebeauftragte arbeitet im Bereich Flüchtlingskoordination mit.

Ich freue mich auf den Generationen- und Familientag „Wir sind Plettenberg – wir sind bunt“, an dem sich viele ausländische Kulturvereine beteiligen. Und das nicht nur am Tag selber, sondern auch schon im Orga-Team. Nur so können wir die Interessen der Menschen aus verschiedenen Kulturen berücksichtigen! Ich wünsche mir, dass es uns in Plettenberg mit vereinten Kräften gelingt, die Themen Integration und Flüchtlingshilfe als ein neues großes Thema voranzubringen.

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