Lüdenscheid. „Mut zur Lücke“ war das Thema des jüngsten Forums Fabrik der Zukunft der Wirtschaftsjunioren und des Wirtschaftskreises Lüdenscheid e.V. – und diesen „Mut zur Lücke“ nannte der Referent Jürgen Echterhage, Unternehmer aus Neuenrade, als seinen ganz persönlichen Erfolgsfaktor.

In den Museen der Stadt Lüdenscheid beschrieb er ausführlich, was ihn bei seinen Entscheidungen angetrieben hat und immer noch antreibt, und wie es immer auch sein Bauchgefühl war, das ihn zu schnellen, fast spontanen Entscheidungen geführt hat, die sich fast immer später auch als richtig erwiesen hätten.

Seine Erfolgsgeschichte begann als Schüler, der Nachhilfestunden gab. Schon früh stand für Echterhage fest, dass er zur Polizei wollte. Wie er während der Ausbildung und mehreren Jahren Dienst als Polizeibeamter immer wieder in Situationen geriet, die ihm zeigten, dass er sich diesen Beruf und dessen Rahmenbedingungen anders vorgestellt hatte, schilderte er ausführlich.

Da er aber nichts Anderes gelernt hatte, sei ihm lediglich übrig geblieben, Unternehmer zu werden, meinte Echterhage mit einer gewissen Portion Ironie. Aktuell ist er geschäftsführender Gesellschafter der Echterhage Holding mit rund 350 Beschäftigten und 55 bis 60 Millionen Euro Jahresumsatz.

Fünf Produktions- und drei Dienstleistungsunternehmen zählen zur Firmengruppe mit Sitz in Neuenrade. Die Unternehmensstruktur als Holding wiederum ermögliche es den einzelnen Firmen der Gruppe, sich auf ihr jeweiliges Kerngeschäft zu konzentrieren.

Um alle allgemeinen organisatorischen Angelegenheiten wie Finanzen, Steuern, Personal, Marketing und Fuhrpark kümmere sich die Holding. In der Produktion haben alle Firmen ihren eigenen Schwerpunkt rund um die Herstellung von Pumpen, Durchflussmessgeräten, Antriebstechnik und Hydraulikkomponenten. Ein Generalbauunternehmen, eine Werbeagentur und ein Café/Restaurant bilden den Dienstleistungssektor der Holding.

Jürgen Echterhage (rechts) nimmt die Skulptur der Veranstaltungsreihe „Forum Fabrik der Zukunft“ von WJ-Sprecher André Schiffner (links) entgegen.
Jürgen Echterhage (rechts) nimmt die Skulptur der Veranstaltungsreihe „Forum Fabrik der Zukunft“ von WJ-Sprecher André Schiffner (links) entgegen.

Echterhage berichtete, wie er selbst die Gruppe aufgebaut hat – mit viel Bauchgefühl und den richtigen Partnern, seinem Bruder, Partner Axel Vedder und seiner Frau. Schon zu Beginn stellte er dabei klar, dass seine Geschichte einmalig und „so nicht reproduzierbar“ sei. In der Tat erfuhren die Zuhörer von vielen eher zufälligen Begegnungen und Entwicklungen, die zu immer neuen Entscheidungen geführt hätten – auch, was Firmen-Übernahmen betraf. „Ich war bei ganz vielen Entscheidungen schneller als andere.

Das geht nur mit dem ’Mut zur Lücke‘, nur mit der bedingungslosen Bereitschaft, auch Fehler zu machen“, sagte Echterhage. Die Bereitschaft, Partnerschaften einzugehen, sei ebenfalls ganz wichtig gewesen, „weil mir selbst das technische Know-how fehlte und immer noch fehlt.“ Er selbst sei stets derjenige für den Vertriebsaufbau gewesen. Außerdem funktioniere ein erfolgreiches Unternehmen nicht „ohne motivierte, loyale Mitarbeiter, die Lust haben, die Firma voranzubringen.“

Zum Abschluss ging Echterhage auf die gesellschaftliche und moralische Verpflichtung ein, die jeder Unternehmer seiner Meinung nach habe, einen Beitrag zum Gemeinwesen zu leisten, zumal der finanzielle Spielraum der Kommunen gleich Null sei. Neben einem vielfältigen Sponsoring sehen Echterhage und seine Frau sich auch zu kommunalpolitischem Engagement verpflichtet, was bis zum Kauf, Umbau und zur Verfügungstellung eines leerstehenden Hotels/Gasthofes als Flüchtlingsunterkunft an die Gemeinde geführt habe.

Text & Fotos: Bettina Görlitzer

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