Music Fever
Fetzten über die Bühne: Die Bazookas aus den Niederlanden. Foto: Wolfgang Teipel

Halver/Märkischer Kreis. „Handeln nach Begeisterung ist in die Zeit zu meißeln. Boom.“ Eine Zeile aus dem Song „Begeisterung“ der Münsteraner Band „Die Lieferanten“. Die Truppe kann ein Publikum mit ihren Songs schwindelig spielen. Tat sie auch beim 4. Music Fever Festival an der Heesfelder Mühle. „Die Lieferanten“ und sieben weitere Bands lieferten und brachten das Publikum in Wallung. Was in der idyllischen Talaue der Hälver am Samstag abging, war Livemusik vom Feinsten.

Rindviecher hinter der Hauptbühne

Das lockte sogar einige vierbeinige Rindviecher zeitweise unmittelbar in die Nähe der Hauptbühne. Sie hatten allerdings schnell genug gehört und trabten schließlich wieder davon. Das Publikum dagegen konnte nicht genug bekommen. Ob von Binyo und Band, Blockrudel, Lampe, Jonas David, Jinruh, Schwarzpaul, Die Lieferanten und zum Abschluss die Bazookas aus den Niederlanden mit ihrer Furiosen Partyshow – sie alle sorgten für Begeisterung.

Regencapes gegen kalte Dusche

Sängerin Mila von Blockrudel. Foto: Wolfgang Teipel

Auch einige Regenschauer schafften es nicht, die Laune der Festivalbesucher zu trüben. Außerdem: Die Sound Bäckerei, Veranstalter des vierten Music Fever Festivals, hatte vorgesorgt. Als während des Gigs der Iserlohner Combo Schwarzpaul die ersten Tropfen fielen, wurden jede Menge Regencapes verteilt. Die Sitzgelegenheiten aus Strohballen waren nach dem Guss allerdings kaum noch zu gebrauchen.

Äpfel vom Blockrudel

Musik für Alt und Jung: Ob Grauhaarige oder kindliche Blondschöpfe – sie kamen bei dem rund siebenstündigen Live-Programm auf ihre Kosten. Ob Songs anzählen mit den Lieferanten, Äpfel einsacken, die Blockrudel dem Publikum spendierte – nicht nur musikalisch ist das Music Fever Festival etwas Besonderes.

Ein Schub für Kreative

Die Sound Bäckerei hat sich die Förderung von Kreativen in der Region auf die Fahnen geschrieben. So sind seit jahren an der Heesfelder Mühle ausschließlich Eigenkompositionen der Interpreten zu hören und wenn mal ausnahmsweise, wie bei Jinruh, ein Song gecovert wird, so spürt man: Hier wird nicht einfach nachgespielt.

Die Fans beim Auftritt von Binyo und Band. Foto: Wolfgang Teipel

Blockrudel mit dem ehemaligen Luxuslärm-Drummer Jan Zimmer, Sängerin Mila sowie den Rappern Serious´M und Tänzer entpuppten sich als der angekündigte Geheimtipp. Melodischer Rap gekoppelt mit Pop-Elementen, dazu das furiose Schlagzeugspiel von Jan Zimmer – einige Songs haben das Zeug zum Ohrwurm.

Friedliche Atmosphäre

Ausgelassene Tänze beim Auftritt von Binyo und Band. Längst ist das Music Fever Festival für Mitorganisator Robin Brunsmeier ein Heimspiel. Dass die Fans die eingängigen Refrains seiner oft mit Ironie gespickten Songs mitsingen, prägt die familiäre und friedliche Festival-Atomsphäre.

Mitorganisator Robin Brunsmeier beim Auftritt von Binyo und Band. Foto: Wolfgang Teipel

Die Bazookas auf den Niederlanden bescherten dem Publikum ein mitreißendes Finale. Acht Profis, immer im gelben Oldtimer-Schulbus unterwegs, fetzten zum Abschluss über die Bühne, so dass es kaum einen auf seinem Platz hielt. Fröhlich, laut, ausgelassen und mit fetten Bläsersätzen – so entwickelte sich schnell eine echte Ska-Punk-Afro-Party. Moderator Marian Häuser hatte nicht zu viel versprochen.

Rund 60 Helfer am Start

„Handeln nach Begeisterung ist in die Zeit zu meißeln“: Diese Zeile der Lieferanten steht auch für das Engagement der Sound Bäckerei und ihrer 60 Helfer, die das vierte Music Fever Festival mit Frühschoppen am Sonntag auf die Beine gestellt haben. Respekt. Hoffentlich hält diese Begeisterung noch lange an.

Äpfel für die Kids: Blockrudel zeigte sich spendabel. Foto: Wolfgang Teipel

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