Der Umgang mit Müll und Möglichkeiten, den Gebührenanstieg zu stoppen, waren Thema bei den Grünen in Meinerzhagen. Archivfoto: Rüdiger Kahlke

Meinerzhagen. Aus der Falle der Müllgebühren gibt es kein Entkommen – vorerst. Das ist das Fazit des Stammtisches, zu dem der Ortsverband der Grünen in Meinerzhagen eingeladen hatte. Zu Gast war am Dienstagabend Marcus Tillmann, Vorsitzender des Ausschusses für Abfallwirtschaft und Umweltschutz im Kreis sowie Mitglied im Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft der Müllverbrennungsanlage.

Bürger zahlen für Bio-Müll zweimal

Anknüpfungspunkt war die zum Jahresbeginn eingeführte getrennte Bio-Müll-Entsorgung. In Meinerzhagen wurde dazu ein Container auf dem städtischen Bauhof aufgestellt. Eine Entscheidung, die für Unverständnis in weiten Kreisen der Bürgerschaft sorgte. „Dass die Menschen sagen: Wie blöd sind die denn?“, fand der Experte für Abfallwirtschaft verständlich. Ausführlich erläuterte Marcus Tillmann Vorgeschichte und Hintergründe der Entscheidung. Deutlich wurde dabei: „Für jedes Kilo Bio-Müll zahlen die Bürger zweimal.“ .

Denn: Wird nicht genug Restmüll für die Verbrennungsanlage in Iserlohn angeliefert, ist der Kreis verpflichtet, eine „Strafgebühr“ zu zahlen. Die wird in die Müllgebühren eingerechnet. Und an dieser Vertragskonstellation wird sich bis 2022 nichts ändern. Zu befürchten, so Tillmann, sei eher, dass die Müllgebühr weiter steigt. Dann nämlich, wenn die Restmüll-menge weiter rückläufig ist.

Auflagen erfüllt – notgedrungen
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Die Grünen in Meinerzhagen favorisieren eine bessere stoffliche Verwertung, um Kosten zu sparen. Foto: Rüdiger Kahlke

Von daher erfüllen Kreis und Stadt mit Aufstellung des Containers für Bio-Abfall auf dem Bauhof zwar die gesetzlichen Vorgaben, forcieren aber nicht die getrennte Entsorgung, um die Müllgebühren nicht weiter steigen zu lassen. Für die grünen ein zwiespältiges Thema und ein Balanceakt zwischen Umwelt-Idealen und Kosten

Erst mit Auslaufen der Verträge über den Betrieb der Müllverbrennungsanlage in Iserlohn seien Änderungen ab 2022 denkbar. Wie die aussehen, so Marcus Tillmann, sei noch nicht absehbar.

Ortsverband sucht Lösungen

Die Meinerzhagener Grünen wollen das Thema dennoch weiter im Blick halten und sehen, welche Einsparmöglichkeiten machbar sind. Im Fokus steht dabei eine verstärkte stoffliche Verwertung. Sie könnte helfen, Transportkosten einzusparen und sei gleichzeitig sinnvoller Umweltschutz, weil Ressourcen geschont werden.

 

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