Polizeioberkommissar Jörg Hesse (4.v.l.) demonstriert die Technik des Verkehrsüberwachung und Geschindigkeitsmessung Provida. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Aktuell stehen im Märkischen Kreis noch 18 sogenannte „Unfallhäufigkeitsstellen“ – eine in Balve, eine in Hemer, drei in Herscheid, fünf in Iserlohn, eine in Kierspe, vier in Lüdenscheid und drei in Plettenberg im Focus der Unfallkommission. Das geht aus der Bilanz der jüngsten Sitzung im Lüdenscheider Kreishaus hervor.

Besondere Sorge bereitet der Unfallkommission zurzeit die steigende Anzahl von Motorradunfällen. Ein besonderes Augenmerk legt sie daher auf Streckenabschnitte der Landstraße L 707 von Herscheid-Reblin zur Nordhelle, der Kreisstraße K 8 zwischen Plettenberg und Werdohl-Kleinhammer und der Landstraße L697 zwischen Plettenberg-Böddinghausen und Neuenrade-Ausspann. In diesen Bereichen wurden 2015 allein sieben Motorradunfälle von der Polizei aufgenommen.

Polizei hat Überwachungstechnik im Gepäck.
Polizei hat Überwachungstechnik im Gepäck.

Bereits seit einigen Jahren macht die Kreispolizeibehörde mit speziellen Provida-Krädern (zivile Motorräder mit einer Videoausrüstung zur Verfolgung von Geschwindigkeitsverstößen) Jagd auf Temposünder. Über seine Erfahrungen mit dieser Art der Geschwindigkeitsmessung, Videoaufzeichnung und Beweissicherung berichtete Polizeioberkommissar Jörg Hesse und demonstrierte den Mitgliedern der Unfallkommission die Technik.

Die Kommission tagt regelmäßig mindestens einmal pro Jahr unter der Leitung der Straßenverkehrsbehörde, bei Bedarf und Anlass bezogen auch häufiger. Der Kommission gehören Vertreter der Bezirksregierung, des Landesbetriebes Straßenbau.NRW, der Kreispolizeibehörde sowie der Straßenverkehrsbehörde des Märkischen Kreises an.

Aufgabe der Kommission ist es, Unfallhäufungen zu erkennen, sie zu analysieren und Maßnahmen zu deren Beseitigung zu beschließen. Außerdem muss das Gremium sicherstellen, dass die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden und eine Wirkungskontrolle erfolgt. Das Spektrum umfasst bauliche, verkehrsrechtliche und verkehrspolizeiliche Maßnahmen. Auf diese Weise konnten in der Vergangenheit bereits 22 Unfallhäufungsstellen entschärft werden. Sie gelten für die Unfallkommission als „erledigt“.

Der Arbeit der Unfallkommission kommt angesichts des mit den Verkehrsunfällen verbunden menschlichen Leids und der immensen Unfallkosten eine bedeutende Aufgabe zu. Durch gezielte Entschärfung von Unfallbrennpunkten kann die Verkehrssicherheit deutlich verbessert werden.

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1 KOMMENTAR

  1. Jagd auf Motorradfahrer. Werden die nicht noch animiert schneller zu fahren, wenn jemand hinterherrast? Ist bei Dränglern ja auch so, dass man sich manchmal genötigt fühlt schneller zu rasen, wenn jemand hinter einem ist.
    Ich weiss nicht, ob die Jagd das Mittel der Wahl sein sollte.
    Es ist sehr traurig, dass es mehr Unfälle gibt, denn oft meinen die Fahrer ja, dass das ein harmloses Hobby ist. Vielleicht sollte man diese extrem gefährlichen Zweiräder einfach verbieten.
    Stürze sind schon bei geringer Geschwindigkeit lebensbedrohlich.
    Sowas nennt man auch Parasuizid – ein besonders riskantes, selbstgefährdendes Verhalten.

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