Brigitte Liebich und Raissa Schreiber aus dem Bürgeramt mit Fachbereichsleiter Thomas Ruschin bei der mobilen Premiere im Bonhoeffer Altenzentrum.

Lüdenscheid. Das „Bewegliche Bürgeramt“ der Lüdenscheider Stadtverwaltung hatte Premiere. Im Dietrich-Bonhoeffer-Altenzentrum reisten Brigitte Liebich und Raissa Schreiber mit mobiler Technik an, um vor Ort alles das bereit zu halten, was das Bürgeramt im Rathaus anbietet.  Die Stadtverwaltung testet damit einen neuen Service.  Bewohnerinnen und Bewohner von Alteneinrichtungen in der Bergstadt können ohne einen weiten Weg Rathausangelegenheiten erledigen.  Mit dem neuen Angebot geht die Bergstadt auf den demografischen Wandel und Aufgabenstellungen in der Zukunft ein.

Sechs Monate Testphase

Der externe Dienstplan bis Mitte Oktober sieht acht Termine in sieben Einrichtungen vor. Zum Auftakt am Mittwoch (19.8.2015) nutzten im Dietrich-Bonhoeffer-Altenzentrum des Perthes Werkes erste Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen das Angebot. Es können zum Beispiel Melde- und Ausweisangelegenheiten geregelt werden. Bis auf das Bezahlen mit „Karte“ ist technisch fast alles möglich, was auch im Bürgeramt geht. Dafür hat das Team den Rathaus-Technik-Koffer dabei. Der ist mit Notebook, Drucker, Fingerabdruck-Scanner und einer LTE-Verbindung zur kommunalen Datenzentrale ausgestattet.

Idee aus Berlin mitgebracht

Die Idee, mit dem Bürgeramt einen mobilen Service für Bürgerinnen und Bürger anzubieten, die nicht mehr so mobil sind, hat Fachbereichsleiter Thomas Ruschin aus Berlin mitgebracht. Dort hat er das Angebot in seinem Heimatbezirk Reinickendorf 2009 eingeführt. Es hat bis heute Bestand.

Da lag es für Ruschin nahe, als er im vergangenen September von der Spree in die Bergstadt wechselte, auch hier für das Angebot zu werben. Mit Erfolg. Sechs Monate lang soll jetzt getestet werden, ob der mobile Service des Bürgeramtes ankommt, ein tragfähiges Modell sein kann und auch alles reibungslos funktioniert.

Dafür haben die Kolleginnen und Kollegen mit Bürgeramt-Fachdienstleiter Wolfgang Padur in den vergangenen Wochen die Detailarbeit erledigt. Der eine oder andere Tisch musste da schon mal um ein paar Meter in einen besseren Empfangsbereich gerückt werden, damit die LTE-Verbindung klappt.

Das zeigte sich auch bei der Premiere im Bonhoeffer-Altenzentrum. Klappte die Verbindung anfangs noch, verabschiedete sich zwischenzeitlich die funktionierende LTE-Netzanbindung. Alle Beteiligten nahmen es entspannt. Es ist schließlich ein Test.

Erste Station des mobilen Bürgerbüros war das Dietrich-Bonhoeffer-Seniorenzentrum, weitere folgen.
Erste Station des mobilen Bürgerbüros war das Dietrich-Bonhoeffer-Seniorenzentrum, weitere folgen.

Für Senioren-Einrichtungen ist der Service ein Plus

Angestrebt wird eine Situation, die allen Beteiligten einen Mehrwert bringt, so Ruschin im Gespräch mit UnserLünsche. „Für uns ist es natürlich attraktiv, wenn wir Interessenten darauf hinweisen können, dass mobile Bürgerbüro-Zeiten in unserem Haus stattfinden, bei denen anstehende Formalitäten erledigt werden können,“ bestätigte Pflegedienstleiterin Jutta Poschmann. Dem Lüdenscheider Bürgeramt ist an einer Service-Verbsserung gelegen, aber auch daran, wirtschaftlich zu handeln. Für die Raumnutzung dürfen keine Kosten anfallen, erläutert Ruschin. Was nach der Testphase an Gebühren für den Service genommen werde, sei noch offen. In der Testphase würden keine gesonderten Gebühren verlangt.

Kolleginnen und Kollegen zu finden, die sich für den mobilen Einsatz zur Verfügung stellen, sei keine Schwierigkeit gewesen, berichtet der Fachbereichsleiter. Das Angebot werde auch vom Personalrat unterstützt. Alle Beteiligten seien freiwillig dabei.

Am 25. August um 14 Uhr ist der nächste mobile Bürgeramtseinsatz, dann in der Seniorenresidenz Reseda-Lutea. Im September stehen vier Termine in weiteren Einrichtungen auf dem aktuellen Dienstplan.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here