Die zeitnahe Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt wird schwierig. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Die Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive in den ersten Arbeitsmarkt wird schwierig. Das sagte der Geschäftsführer des Jobcenters, Volker Riecke, im Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Kreises.Mit mehr als 5.000 geflüchteten Menschen habe der Märkische Kreis im Vergleich zu anderen Kommunen überproportional viele aufgenommen. Das bekomme auch das Jobcenter zu spüren, erklärte  Volker Riecke.

2500 Bewerber mit hoher Bleibeperspektive

„Im Märkischen Kreis leben aktuell rund 2.300 Asylbewerber mit hoher Bleibeperspektive. Im nächsten Jahr werden weitere dazu kommen“, so Riecke. Für das Jobcenter bedeute dies, bei einem angenommenen Anstieg von 145 Personen monatlich sei mit einem Bestand von bis zu 3.400 erwerbsfähigen Flüchtlingen im Dezember 2017 zu rechnen. „Dies entspricht rund 2.550 Bedarfsgemeinschaften“, erklärte der Jobcenter-Geschäftsführer.

Ohne diesen Zugang an Asylbewerbern hätte das Jobcenter in diesem Jahr einen Tiefstand bei Menschen erreicht, die auf Hilfen angewiesen sind.Einmal mehr räumte Volker Riecke mit der Annahme auf, die Flüchtlinge stünden bald dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. „Wir haben keinen Helferbereich mehr, in dem sie untergebracht werden können.“

Integration ab 40 schwierig

Die Integration ab 40 Jahre werde schwierig, weil diese Menschen erst alphabetisiert werden müssten. Volker Riecke: „Das dauert mindestens fünf Jahre.“ Das Jobcenter kalkuliere mit einer Integrationsrate von zehn Prozent in den ersten Arbeitsmarkt.

Alte Fehler nicht wiederholen

Es erwartet für das kommende Jahr durchschnittlich 17.700 Bedarfsgemeinschaften. 3,5 Millionen Euro, 20 Prozent des Gesamtetats, werde für Geflüchtete ausgegeben.Verärgert reagierte Riecke auf Ankündigungen aus dem Bundeskabinett, einen dreistelligen Millionenbetrag einsparen zu wollen. Das bedeute eine Million Euro pro Jahr weniger für das Jobcenter des Märkischen Kreises – und das bei steigenden Flüchtlingszahlen. „Wir dürfen alte Fehler nicht wiederholen“, erinnerte Riecke an Versäumnisse nach der Ost-Erweiterung oder nach Beendigung des Balkankrieges.

 

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