NRW-Umweltminister Johannes Remmel überreichte Kreisdirektorin barbara Dienstel-Kümper die Urkunde. Foto: Energieagentur:NRW

Märkischer Kreis. (pmk) NRW-Umwelt- und Klimaschutzminister Johannes Remmel hat den Märkischen Kreis mit einer Urkunde für die höchste Zubauquote bei der Erdwärmenutzung ausgezeichnet. Die Übergabe der Urkunde fand anlässlich der 12. Geothermiekonferenz in Bochum statt.

Das war eine freudige Überraschung. NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel prämierte den Märkischen Kreis als Kreis mit der höchsten Zubauquote für Erdwärmenutzung in ganz Nordrhein-Westfalen, bezogen auf die nutzbaren Grundstücke. Das ergab sich aus den Jahresbilanzen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) Nordrhein-Westfalen.

In Bochum ausgezeichnet

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Gemeinde Schermbeck im Kreis Wesel. Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper nahm in Bochum die Urkunde entgegen. Die Preisverleihung war ein Tagesordnungspunkt der 12. Geothermiekonferenz, welche die EnergieAgentur.NRW gemeinsam mit dem Internationalen Geothermiezentrum (GZB) sowie der WirtschaftsEntwicklungGesellschaft Bochum mbH veranstaltete.

Im Norden wärmer als im Süden

Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper nutzte die Gelegenheit, um auf die weiteren Klimaschutz-Anstrengungen des Kreises hinzuweisen: „Unsere Region ist als Teil eines Mittelgebirges aufgrund der bergigen Topographie nicht unbedingt ein Hot-Spot für Geothermie. Aber: Es ist bei uns im hohen Norden wärmer als im tiefen Süden. Das liegt daran, dass sich im nördlichen Märkischen Kreis die Ruhraue befindet, die nur etwa 100 Meter hoch liegt, während es im Süden auf bis zu 700 Meter hoch geht.“ Deshalb gebe es die hohen und jetzt preisgekrönten Zuwachsraten vor allem im nördlichen Kreisgebiet – und dort insbesondere in Neubaugebieten.

Dienstel-Kümper: „Im Bestand ist das ja immer so eine Sache. Alte Heizkörper und zu niedrige Vorlauftemperatur sind da nur zwei Stichworte. Auch die Errichtung einer solchen Anlage ist schon ein größeres Bauvorhaben. Man muss es schon mögen, wenn bei der Errichtung der Anlage der halbe Garten umgegraben wird.“

Schule mit Kleinwindradanlage auf dem Dach

Nichtsdestotrotz habe eines der kreiseigenen Berufskollegs eine Geothermieanlage, eine andere Schule eine Kleinwindkraftanlage. Das Kreishaus habe Photovoltaik auf dem Dach sowie ein Blockheizkraftwerk im Keller. Die Kreisdirektorin weiter: „Wir haben ein E-Fahrzeug mit Ladestation und zwei E-Fahrräder und Elektromobilitätstage.“ Sie erwähnte das Solardachkataster, die Windhäufigkeitskarte mit Tabuzonen, die Klimatour des Landrates. „Der Märkische Kreis hat das klimapolitische Ziel der Landesregierung, die Treihausgasimmissionen bis 2020 um 25 Prozent zu reduzieren, bereits erreicht“, berichtete Barbara Dienstel-Kümper den Tagungsteilnehmern.

 

Minister Johannes Remmel: „Aufgrund ihrer Grundlastfähigkeit kann Geothermie beim Umbau der Energiesysteme besonders bei der Nah- und Fernwärmeversorgung großer Ballungsräume eine zentrale Rolle einnehmen. Die Chancen für die Geothermie in Deutschland und NRW sind groß und sie werden Tag für Tag genutzt. Das zeigen nicht nur die vielen erdgekoppelten Wärmepumpenanlagen, die Jahr für Jahr eingebaut werden“. Allein in Nordrhein-Westfalen sind mittlerweile über 50.000 erdwärmegebundene Wärmepumpen und weitere 80.000 mit anderen Nutzungsquellen installiert. Mittlerweile arbeiten bundesweit rund 670.000 Wärmepumpen.

 

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