Lüdenscheid. (pmk) Knapp 80.000 Einsätze arbeiten die Disponenten in der Kreisleitstelle des Märkischen Kreises jedes Jahr ab. Vom Großbrand über den Krankentransport bis zum Unfall, der Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug erfordert, koordinieren die 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Hilfeersuchen im Drei-Schicht-Betrieb, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Alle Notrufe, die in den 15 Städten und Gemeinden des Kreises per Handy abgesetzt werden, landen in der Leitstelle am Dukatenweg in Lüdenscheid. Wer in Iserlohn, Hemer und Menden per Festnetzanschluss die Notrufnummer 112 wählt, landet in der örtlichen Nachrichtenzentrale der Feuerwehr – die Anrufer aus den übrigen zwölf Städten und Gemeinden werden gleich in die Kreisleitstelle nach Lüdenscheid verbunden.

Wer so viel Zeit im Einsatz für die hilfesuchenden Menschen im Märkischen Kreis einsetzt, der braucht auch gute Arbeitsbedingungen. Die sind für die Bediensteten in der Leitstelle jetzt noch besser geworden. Für 240.000 Euro wurden die Räume renoviert, die Technik verbessert und die Arbeitsplätze an den Einsatzleittischen ergonomisch verbessert. Doch bis es soweit war, mussten die Mitarbeiter ihren Dienst aus dem Katastrophenschutz- und Lagezentrum im Lüdenscheider Kreishaus, liebevoll der „Bunker“ genannt, versehen. „Wir haben uns zwar hier und da ein wenig behelfen müssen, aber draußen hat das niemand mitbekommen“, so Stephan Volkmann, Chef der Kreisleitstelle. Es mussten und konnten sogar einige Großeinsätze ohne Probleme professionell abgearbeitet werden.

Stephan Volkmann freut sich über die verbesserten Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter. Foto. Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Stephan Volkmann freut sich über die verbesserten Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter. Foto. Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Die Leitstelle verfügt jetzt über acht voll ausgestattete Einsatzleittische . Die werden auch alle benötigt, wenn es zu großen Schadenslagen kommt – wie etwa beim Jahrhundertsturm Kyrill. „Es hat deutliche Verbesserungen gegeben“, freut sich Volkmann. Die Ergonomie der Arbeitsplätze etwa, das Licht wurde komplett auf LED-Technik umgestellt und gezielt auf die Tische ausgerichtet. Es wurde ein Teppichboden verlegt, um die Lautstärke zu dämpfen. Das verbessert die störungsfreie Kommunikation mit den hilfesuchenden Anrufern.

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist auch aufgrund der steigenden Einsatzzahlen erforderlich. „Die haben seit der Umstellung des Notärztlichen Dienstes vor eineinhalb Jahren um etwa zehn Prozent zugenommen“, weiß Stephan Volkmann. Die Disponenten und Mitarbeiter im Rettungsdienst haben eine 48-Stunden-Arbeitswoche. „Wir sind mit die ersten, die es umgesetzt haben“, erklärt Volkmann. Der 45-jährige Neuenrader kündigt für das nächste Jahr eine weitere Großinvestition an. „Wir bekommen ein neues Einsatzleitsystem, das wird bis zu eine Million Euro kosten.“ Das alte System ist in die Jahre gekommen. „Es wird nicht weiterentwickelt. Der Märkische Kreis ist meines Wissens der letzte ernsthafte Kunde. Neuheiten hat das System nicht mehr zu bieten.“

Das neue Einsatzleitsystem ist nicht nur teuer und moderner, es ist auch leistungsfähiger. „Eine Verbesserung wird unter anderem sein, dass wir im Einsatzfall ständig sehen können, wo sich die Fahrzeuge befinden, wo die nächstgelegenen sind. Dadurch können wir sie noch schneller zum Einsatzort führen“, freut sich der 45-Jährige schon. An jedem Einsatzleittisch lässt sich aber auch heute schon erkennen, welche der insgesamt 54 Einsatzfahrzeuge des Rettungsdienstes aus allen Städten und Gemeinden gerade unterwegs sind und welche im Notfall alarmiert werden können.

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