Guido Schulte, Chef der Weinreich GmbH, erläutert Bürgermeister Dieter Dzewas und Rathaus-Mitarbeiter Dirk Aengeneyndt technische Details. Das Lüdenscheider Unternehmen für Kühlungs- und Temperierungstechnik erweitert aktuell die Produktion.

Lüdenscheid. Wer weiß schon, dass das Radar auf manchen Schiffen und Hubschraubern deshalb einwandfrei funktioniert, weil Technik aus Lüdenscheid die Elektronik vor Überhitzung und Einfrieren schützt? Ganz gleich, ob ein Schiff in tropischen Gewässern schippert oder ein Helikopter in kühlen Höhen fliegt, die Weinreich GmbH sorgt für die benötigte Radar-Betriebstemperatur. „Da haben wir uns einen interessanten zusätzlichen Markt erarbeitet“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Guido Schulte dem Lüdenscheider Bürgermeister.

Dieter Dzewas ist mit Dirk Aengeneyndt von der Stabsstelle Wirtschaft an der Hohen Steinert 7 zu Gast, weil dort eine Erweiterung ansteht. Um 1800 Quadratmeter wächst die Produktionsfläche. Nächsten Mittwoch rollen die Bagger an. Ende des Jahres soll in der neuen Halle produziert werden.

Betrieb wird um weitere Halle erweitert

Portr (1 von 1)Die Geschäfte laufen offensichtlich gut im inhabergeführten Unternehmen. Das Know-How des 1987 von Schultes Stiefvater Klaus Weinreich und seiner Mutter Brigitte Schulte-Weinreich gegründete Unternehmen hat sich zu einer Hausnummer fürs Kühlen und Temperieren in der deutschen Industrie entwickelt. Lang ist die weltweite Referenzen-Liste auf der Firmen-Homepage. Überall gibt es Produktionsprozesse, bei denen es darauf ankommt, Heißes herunter zu kühlen oder exakte Umgebungstemperaturen zu gewährleisten.

2016 Kältetechnik-Azubis gesucht

75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im Unternehmen ihren Arbeitsplatz. 15 Beschäftigte gehören schon über 25 Jahre zur Firma. Auszubildende hat Weinreich aktuell nicht. Es sollen aber im kommenden Jahr zwei Azubis im Bereich Kältetechnik eingestellt werden, berichtet Schulte dem Rathauschef. Dass es auch für Weinreich nicht einfach ist, die Fachkräfte der Zukunft zu finden, überrascht den Lüdenscheider Rathaus-Chef nicht. Landauf, landab klagen Industriebetriebe darüber, dass die sichere und gute Arbeit in ihren mittelständischen Unternehmen beim Nachwuchs nicht angesagt ist. Schulte fürchtet gar, dass in einigen Jahren nicht die Auftragslage die Produktion eines Unternehmens ausmacht, sondern die Frage, was mit dem vorhandenen Fachpersonal noch zu schaffen ist. So weit will Dzewas es nicht kommen lassen. Eine solche Befürchtung zeige ja, von welch zentraler Bedeutung die Fachkräfte-Frage ist. Da müsse man alle Verbesserungs-Möglichkeiten im Blick haben. Dazu gehört die schwierige Aufgabe der Attraktivitätssteigerung bei den Produktionsberufen, die Verringerung der in der Region überdurchschnittlichen Quote an jungen Menschen ohne Schulabschluss und auch der Blick auf die Qualifikationen der Menschen, die aus anderen Ländern in die Bergstadt kommen.

Bei Karbonbearbeitung „Champions-League“

Apropos Attraktivität. Viele südwestfälische Mittelständler gehören mit ihrem Know-how in speziellen Bereichen zu den Weltmarktführern. Auch Guido Schulte freut sich über Firmenwissen „das Champions-League ist“. Beim „Backen von Faserstoff“ in der Karbon- und Luftfahrtindustrie gebe es ein weltweites Alleinstellungsmerkmal. Da könne sein Unternehmen Lösungen liefern, die andere nicht schaffen.

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Damit der Spiegel nicht beschlägt: Die Kuppel des Obervatoriums auf dem Wendelstein wurde mit Klima-Technik von Weinreich bestückt.

Klare Sicht auf dem Wendelstein kommt aus Lüdenscheid

Know-how und Weltmeisterliches reicht oft nicht, um für junge Menschen attraktiv zu sein. Das Haus an der Hohen Steinert 7 könnte da noch einen drauflegen. Mit Weinreich kann man in die Sterne gucken. Die professionellen Sternegucker der Uni München machen das in ihrem Observatorium auf dem Wendelstein. Da sorgt Weinreich-Temperaturtechnik dafür, dass der Zwei-Meter-Spiegel nicht beschlägt. Ganz gleich, ob über der Kuppel Plus- oder Minusgrade herrschen, Technik aus Lüdenscheid beschert auf dem Gipfel einen klaren Blick nach oben.

 

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