André Lubba (Foto oben) marschiert mit Riesenschritten in die Kino-Neuzeit. Eine wichtige Wegstrecke hat der Betreiber des „Filmpalast“ an der Werdohler Straße bereits zurückgelegt. Die Umrüstung der Projektionstechnik ist schon lange abgeschlossen. Der große Ernemann-Projektor im Vorführraum über dem großen Saal erinnert noch an alte Zeiten. Nebenan läuft der weitaus kleinere digitale Bruder. „Ohne Probleme“, sagt André Lubba.



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„Der kleine Hobbit“ mit 48 Bildern pro Sekunde

Rechtzeitig zum zweiten Teil des Films „Der kleine Hobbit“ wurde auch diese Maschine nochmals getunt. Der Kinobetreiber hat das Filmformat High Frame Rate (HFR) installiert. HFR übertrifft den bisherigen Standard bei der Bildwiederholfrequenz um das Doppelte. „Statt bisher 24 Bilder pro Sekunde sind jetzt 48 Bilder möglich“ erklärt der 39-Jährige.

Der Effekt ist unübersehbar. Die Bilder auf der 85 Quadratmeter großen Leinwand wirken noch realer und sind absolut scharf. André Lubba hängt dennoch am alten Ernemann-Projektor. Immerhin hat das Gerät seit den 50er Jahren im „Filmpalast“ seine Arbeit verrichtet. „Er war so etwas wie der Rolls Royce unter den Projektoren.“  Trotz aller Digitalisierung möchte sich der Kinobetreiber nicht von dem rund 300 Kilogramm schweren Gerät trennen. Es spiegelt ein Stück Kinohistorie.

Besuchern wollen immer mehr Komfort

Aber die Geschichte des Lichtspielhauses geht nicht nur in Sachen Vorführtechnik weiter. „Die Besucher wünschen immer mehr Komfort“, hat André Lubba festgestellt.  Die Einrichtung der behaglichen Loge hat bei den Filmfans das Verlangen nach mehr geweckt. „Wenn die Logenplätze ausverkauft sind, gehen einige Besucher tatsächlich wieder nach Hauses“, sagt der Kinobetreiber. Parkett ist vielen trotz der bequemen Beinfreiheit nicht mehr gut genug. Dazu kommt: Die letzten Reihe der Loge ist mit Körperschallwandlern ausgerüstet. Sie werden über die tiefen Töne im Film gesteuert. So fügen die sogenannten „Bodyshaker“ dem Filmerlebnis mit Augen und Ohren eine weitere Dimension hinzu.

Gepolsterte Luxus-Lagerstätten

Auf die wachsenden Ansprüche reagiert André Lubba jetzt mit dem Umbau des großen Saals. Mittelgang und einige Sitzreihen werden im Zuge der Modernisierung verschwinden. Unterhalb der Logenplätze werden neun Liegen aufgestellt. Sie sind fast einen Meter breit, 2,10 Meter lang und werden mit edlem Stoff in der Farbe Strahlender Purpur bezogen. Weitere dieser gepolsterten Luxus-Lagerstäten werden rechts und links der ersten Reihe platziert. Außerdem sollen an beiden Wänden des großen Saals zwei Seitenlogen mit maximal sieben Plätzen entstehen. Sie werden mit Tischen und Kühlschrank ausgestattet. „Selbstverständlich werden die Besucher auch von hier aus einen optimalen Blick auf die Leinwand haben“, versichert André Lubba.

Seitenlogen links und rechts

Der Umbau wird sich hinziehen. Die Liegen lassen sich während des laufenden Betriebs installieren. Das wird im Februar geschehen. Für den Bau der beiden Seitenlogen muss der „Filmpalast“ allerdings vorübergehend schließen. André Lubba peilt die Zeit zwischen 12. Juni und 13. Juli 2014 an. „Dann ist Fußball-WM und es geht erfahrungsgemäß kein Mensch ins Kino“, sagt er.

Flair der 70er Jahre bleibt

Auch wenn sich der große Saal verändert, dürfen sich die Besucher weiterhin auf das Flair der 70er Jahre freuen. An der Ausstrahlung soll sich nichts ändern. André Lubbas Ziel: „Der Filmpalast soll zu einem echten Kinopalast werden.“

In dieser Umgebung wird der Ernemann-Projektor weiter eine wichtige Aufgabe erfüllen. „Wenn im Filmpalast Kindergeburtstage gefeiert werden, gehe ich mit den kleinen Besuchern gern in den Vorführraum“, berichtet André Lubba. Hier werden dann Filmschnipsel zusammengeklebt. Dann erwacht für kurze Zeit auch das historische Vorführgerät zu neuem Leben und die Mädchen und Jungen können einen Rolls Royce der Kinotechnik aus Opas Zeiten bestaunen.

www.filmpalast-luedenscheid.de

 

 

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