Flüchtlinge
Mit den Flüchtlingen kommen die Spenden. Die freiwilligen Helferinnen haben alle Hände voll zu tun.

Lüdenscheid. Mit den Flüchtlingen kommen die Spenden. Wenige Stunden nachdem 99 der angekündigten 150 Flüchtlinge in Lüdenscheid angekommen waren, füllte sie das Bürgerforum im Rathaus mit Spenden. „Wir sind überwältigt“, sagten die Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung, die Karton um Karton und Kleidersack und Kleidersack vorsortierten.

Erst am Vormittag hatte die Stadt Lüdenscheid eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie angekündigt hatte, dass nachmittags Spenden abgeliefert werden könnten. Schon vor diesem Aufruf hatten zahlreiche Privatleute nachgefragt, was die Neuankömmlinge wohl am dringendsten brauchen könnten. Auch in den nächsten Tagen können insbesondere Kleidung und Kinderspielzeug im Rathaus abgegeben werden.

Wolfgang Löhn: Hilfsbereitschaft ist sehr groß

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Im Bürgerforum wird vorsortiert. Dann werden die Kartons zum Dickenberg gebracht.

„Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß“, sagt Wolfgang Löhn, Pressesprecher der Stadt Lüdenscheid. Innerhalb kürzester Zeit waren über 50 Umzugskisten vorsortiert. „Und es geht weiter“, berichtete eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Zahlreiche Spender hätten ankündigt, dass sie in den nächsten Tagen wiederkommen wollten, um die Flüchtlinge mit Spenden zu unterstützen. So wie die junge Frau, der am Dienstag zunächst Spielzeug ablieferte. „Können Sie auch Kinderwagen gebrauchen? Okay, dann komme ich morgen wieder.“

Frau zieht los und kauft Unterwäsche für die Flüchtlinge

Nagelneue Bälle, Schuhe mit Preisschild, sogar ein kleiner Sandkasten mit abgepacktem Spielsand – es scheint, die Lüdenscheider denken an alles. So wie die Dame, die nach ihrem Besuch im Bürgerforum loszog, um Unterwäsche für die Neuankömmlinge zu kaufen.

Das Helferteam hatte nach seinem offiziellen Dienst im Rathaus kräftig zu tun. „Wir machen das nach Feierabend. Das ist unser Beitrag.“

Am Mittwoch werden die Spenden ins Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede transportiert und von dort aus an die Flüchtlinge verteilt, die jetzt vorübergehend in der früheren Grundschule am Dickenberg leben.

Johanniter übernehmen die Betreuung

„Die Betreuung übernehmen zunächst die Johanniter“, berichtete Stadt-Sprecher Wolfgang Löhn. Er hofft auf Dauer auf viele Unterstützer aus dem ehrenamtlichen Bereich der Lüdenscheider Flüchtlingshilfe. Wolfgang Löhn bestätigte, dass sich Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann am Samstag, 25. Juli, mit einem Hilfeersuchen an die Stadt Lüdenscheid gewendet habe. Die Anfrage traf die Stadt Lüdenscheid allerdings nicht ganz unvorbereitet. Erst in der vergangenen Woche war eine Noteinweisung in Iserlohn erfolgt. „Da war uns klar, dass auch andere Städte wohl ihren Beitrag leisten müssten.“

Bei der vorsorglichen Überprüfung des Gebäudebestandes sei die Wahl dann auf die ehemalige Hermann-Gmeiner-Schule gefallen. Hier sind die Neuankömmlinge in Klassenräumen untergebracht.

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In den nächsten Tagen werden weitere Spenden angenommen.

Die Turnhalle fungiert als Aufenthalts- und Speiseraum. Die Menschen aus dem Irak, aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Russland, Georgien und Mali – darunter 26 Kinder – werden bleiben, bis ihr Asylstatus und das weitere rechtliche Verfahren geklärt ist.

Wer mit Spenden oder durch aktive Unterstützung helfen will, kann sich unter der Telefonnummer 02351/172356 mit der Stadt in Verbindung setzen. Allgemeine Informationen gibt es unter der Telefonnummer 02351/171122.

 

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