Mit seinem 50 jahre alten Eicher Tiger 2 ist der halöveraner wilfried herberg unterwegs zum Gardasee. Foto: Rüdiger Kahlke

Halver. Wilfried Herberg ist seiner Zeit voraus. Am 29. Juni, Sonntag vor einer Woche, war er in Halver mit seinem Trecker gestartet. Das Ziel: Gardasee. Ende Juli will der pensionierte Lehrer, der sich mit der Tour über die Alpen einen Traum erfüllt, zum Familientreffen in Italien sein. Nach gut einer Woche hat er mit seinem Eicher, EM 235, Tiger 2, schon die Hälfte der Strecke geschafft.

Einiziges Manko: Satter Sonnenbrand

Autark ist Wilfried Herberg auf seiner Traum-Tour. Den Wohnwagen hat er im Schlepp. Foto: Rüdiger Kahlke
Autark ist Wilfried Herberg auf seiner Traum-Tour. Den Wohnwagen hat er im Schlepp.
Foto: Rüdiger Kahlke

Pannen gab es keine, wie Herberg telefonisch aus Kreuzlingen in der Nähe von Bregenz am Bodensee berichtet. „Außer dass ich mir die Finger verbrannt habe.“ Die Hände am Lenker und von oben die sengende Sonne – das passte nicht zusammen. Der Zwischenstopp am Bodensee diente auch dazu, „die Vorderräder zu drehen. Die waren etwas einseitig abgefahren“, sagt Wilfried Herberg. Ansonsten zollt er dem 32-PS-Tiger, der sich als flottes Zugpferd erwiesen hat, Lob: „Läuft super“. Der Halveraner ist erstaunt, wie „gut er am Berg geht“. Kein Wunder hatte der Ex-Pädagoge vorher doch den Motor zerlegt und überholt. Für die Reise war der Tiger auch noch frisch lackiert worden.

Verständnisvolle Beamte

Über Wipperfürth und Koblenz war Herberg rheinaufwärts gefahren. Am 25. Juli will er

Der Rheinfall bei Schaffhausen war ein Highlight auf den bisherigen Etappen. Foto: Wilfried Herberg
Der Rheinfall bei Schaffhausen war ein Highlight auf den bisherigen Etappen.
Foto: Wilfried Herberg

am Gardasee sein. Da schon die Hälfte der Strecke geschafft ist, bleibt Zeit für Schlenker am Rande. „Vielleicht mal mit der Fähre übern Bodensee“, überlegt Herberg, was sich als Ziel noch mitzunehmen lohnt. Und ein bisschen mehr Zeit als auf den bisherigen Etappen muss er auch noch einplanen. In den Bergen wird der Tiger samt Wohnwagen an der Kupplung auch kaum das bisherige Tempo von 18 km/h halten können. Mehr als zehn Stundenkilometer, schätzt der Trucker, seien dann kaum drin.

Und die Gefahr auf einer Autobahn oder Schnellstraße zuzusteuern ist auch nicht mehr groß. Das war dem Halveraner auf seiner Tour in den Süden bislang zweimal passiert. Die Beamten, die mit Blaulicht aufgekreuzt waren, hatten zumindest in einem Fall großes Verständnis, dass man sich als nicht Ortskundiger durchaus mal verfahren könne. Das merkwürdige Gespann aus dem Sauerland fiel auch dem Bundesgrenzschutz auf. Der kontrollierte zweimal und sah sich den Tiger aus der Nähe an.

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