Ein feines Händchen brauchte der Tagespraktikant, um die Creme gegen Pilze anzusetzen.

Kierspe. Neues Jahr, neues Praktikum: Der heimische Landtagsabgeordnete Gordan Dudas absolvierte jetzt ein Tagespraktikum in der Apotheke am Wildenkuhlen in Kierspe.



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Beginn war morgens um viertel vor neun. „Meine erste Station war in einem Bereich der Apotheke, den man als Kunde eher selten sieht: Die Medikamenteneinlagerung mit dem sogenannten ‚Kommissionierer‘, einem Gerät, dass bei der Lagerung hilft“, erläutert Dudas seine erste Aufgabe.

Mit dem Kommissionierer auf Du

Im Anschluss ging es dann in den Verkaufsbereich. Dort unterstütze der Tagespraktikant die Fachangestellten bei der Bedienung der Kunden. Zudem erhielt Dudas einen Einblick in die Warenwirtschaft und das Bestellverfahren für Arzneimittel. „Besonders beeindruckt hat mich die Arbeit im Labor. Dort durfte ich unter Anleitung von Sofia Zacchini, die in der Apotheke eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen-Assistentin absolviert, eine Creme gegen Pilze ansetzen.

Labortauglich

Und das ist nicht ohne: bis auf die dritte Nachkommastelle muss man die Zutaten ganz genau abwiegen. Das erfordert ein sehr feines Händchen“, zeigte sich Dudas beeindruckt von der schwierigen Aufgabe.

Neben dem Einblick in die tägliche Arbeit wurden auch die Rahmenbedingungen für Apotheken erörtert. Im Gespräch mit Christiane Karge und Dr. Axel Karge wurde deutlich, dass auch die Apotheken Probleme haben. „Es ist gar nicht so einfach, Nachwuchs zu finden, sowohl bei den Auszubildenden als Pharmazeutisch-technische-Assistenten (PTA) als auch Pharmazeutisch-kaufmännische-Assistenten (PKA)“, berichtet Dudas.

Nachwuchsprobleme

Zudem werde es – ähnlich wie bei den Hausarztpraxen im ländlichen Raum – auch bei den Apotheken immer schwieriger, geeignete Nachfolgerinnen und Nachfolger zu finden. Auch kämpfen Apotheken mit der Bürokratie. Manchmal sind es vermeintliche Kleinigkeiten, die die Arbeit erschweren. Ist etwa ein rezeptpflichtiges Medikament ohne genaue Mengenangabe, also die Packungsgröße, verschrieben worden, gibt es schon mal bei einigen Kassen Probleme mit der Abrechnung.

Preisbindung strittig

Hinzu kommt das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu den ausländischen Versandapotheken, welche nicht der Preisbindung unterliegen. „Hier muss eine gute und rechtssichere Lösung gefunden werden. Der Wunsch der Apotheker nach einem Verbot ist zwar nachvollziehbar. Jedoch muss eine Lösung auch der rechtlichen Überprüfung standhalten. Daher begrüße ich ausdrücklich die Bundesratsinitiative zur Einschränkung des Versandhandels bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, die von Nordrhein-Westfalen unterstützt wird“, so Gordan Dudas.

Individuelle Beratung

Wie wichtig die Apotheke ‚um die Ecke‘ ist, wurde ebenfalls deutlich. „Eine Apotheke ist immer auch ein wichtiger Fachbetrieb vor Ort. Wir als Kunden werden hier individuell beraten und es werden Notdienste geleistet – das kann eine Online-Apotheke nicht bieten“, findet Dudas. „Die Apotheke vor Ort ist aus meiner Sicht ein Teil der Daseinsvorsorge, gerade auch für die vielen Stammkunden, die auf eine wohnortnahe Versorgung angewiesen sind.“ Zudem böten viele Apotheken wie auch die Apotheke am Wildenkuhlen einen Lieferservice nach Hause.

Arbeitgeber für viele

Außerdem ist eine Apotheke auch Arbeitgeber für viele Beschäftigte, von der Reinigungskraft über die Azubis, die Angestellten bis zu den Inhabern. Umso wichtiger sei es daher, diese zu erhalten. „Wer die Beratung der Apotheke vor Ort schätzt, sollte sie auch nutzen. Und für angehende Auszubildende bietet eine Apotheke interessante Berufsbilder wie eben die PTAs und PKAs“, so der Landtagsabgeordnete zum Abschluss seines Praktikums.

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