Halver. Mal poetisch, bluesig, mal romantisch wie bei der Eigen-Komposition ihres Drummers David Messine. Meistens aber dynamisch, kraftvoll, rhythmisch wie bei “Summertime”. Ein großer Konzertabend vor nur kleiner Kulisse. Die Aula der Realschule in Halver als großes Wohnzimmer für eine kleine, aber begeisterte Fan-Gemeinde.

29. Mai 2015_ Jazz-Konzert mit Melva Houston und Band in der Aula der Realschule. Konzert im rahm,en des Kulturprogramms halver. Foto: Rüdiger Kahlke
Star ohne Allüren: Melva Housten bei ihrem Konzert in Halver.
Foto: Rüdiger Kahlke

Melva Houston ficht das nicht an. Die Jazz-Sängerin aus Memphis/Tennessee, der Heimat vieler farbiger Bluesgrößen, und ihre fünfköpfige Band spielen, als ginge es darum, in einem Feld hochklassiger Festival-Konkurrenten die Krone zu gewinnen. Der Star aus den USA, der seit knapp 20 Jahren auch eine feste Größe auf den Tourneeplänen deutscher Verstalter ist, gibt sich unprätentiös, schäkert auf der Bühne mit Geiger Hajo Hoffmann, sucht Kontakt zum Publikum, tauscht sich mit einer Besucherin über ihre Heimat North-Carolina aus. Bei der Zugabe “Fever” schlendert Melva Houston durch die Tischreihen, hält den Besuchern das Mikro hin, damit sie mitsingen.

Lohnender Abend

Das ist hin und weg vom Charme und der Natürlichkeit der Akteurin, aber auch vom Können der Band-Mitglieder. Mit einigen tourt die Sängerin schon seit Jahren durch die Republik. Musiker unter den Besuchern, selbst Jazzer, bilanzieren kurz: “Das hat sich gelohnt, heute Abend zu kommen.”

Eine Stimme, ein Bass – und ein gutes Gefühl

So sahen es auch die Besucher, die zwei Stunden Musik zum Muntermachen oder wie bei der Eigen-Komposition “You are my angel” zum Träumen erlebten. Szenenapplaus gab es von Beginn an, vor allem für die Saxophon-Soli von Regine Bückner. Stürmisch die Begeistering bei Melvas “Just the two of us”. Dazwischen unbekanntere Stücke. Der Star lässt den fünf Musikern Raum, sich zu präsentieren. Die nutzen das, wie Hajo Hoffmann mit seinen virtuosen Geigen-Soli. Er erinnerte zuweilen an Teufelsgeiger Mani Neumann mit seiner Band Fafarello, der bei vielen Halveranern bleibende Eindrücke hinterlassen hatte. Stets präsent und dynamisch auch Ull Möck (E-Piano und Flügel) sowie Drummer David Messine. Rainer Frank (Bass) glänzte vor allem am Schluss. Er allein begleitete die Zugabe “Fever”. Die Jazz-Stimme Melva Houstons und der gezupfte Bass – mehr brauchte es nicht für einen üppigen Schlussapplaus und die Gewissheit, wieder einmal einen wunderbaren Jazz-Abend im Volmetal erlebt zu haben.

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