Die Volksbank-Vorstände Roland Krebs (links) und Karl-Michael Dommes freuten sich, mit Dr. Melinda Crane eine kompetente Referentin für die Vortragsveranstaltung im Hotel Kaisergarten begrüßen zu können. Foto: Bernhard Schlütter

Neuenrade. Für die Vortragsveranstaltung im 100. Jubiläumsjahr der Volksbank im Märkischen Kreis, die inzwischen 28. in dieser Reihe, hatten die Verantwortlichen eine hochkarätige Referentin gewonnen. Dr. Melinda Crane erfüllte die Erwartungen und gab den Zuhörern im gut gefüllten Saal des Kaisergartens eine fundierte Analyse der ersten 48 Tage von Donald Trumps Präsidentschaft in den USA.



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Karl-Michael Dommes begrüßte die Gäste im Saal des Hotels Kaisergarten. Foto: Bernhard Schlütter

„Präsident Trump ist zurzeit das beherrschende Thema“, stellte Karl-Michael Dommes, Vorstandsvorsitzender der Volksbank im MK, fest. Jeder Tag im und jeder Tweet aus dem Weißen Haus werde genau beobachtet. „Welche Auswirkungen werden wir in unserer Wirtschaftsregion Südwestfalen spüren?“ fragte Dommes. Mit Melinda Crane begrüßte er eine hervorragend informierte Journalistin. Crane ist US-Amerikanerin, lebt seit 1983 in Deutschland, ist dennoch immer nah an den Menschen und aktuellen politischen Themen in ihrer Heimat. Gerade kehrte sie von einem sechswöchigen Aufenthalt in Kalifornien zurück. Melinda Crane ist heute politische Chefkorrespondentin für die englischsprachigen Sendungen bei Deutsche Welle TV und hält als gefragte Rednerin Vorträge und Keynotes rund um Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den USA sowie um Themen wie Neue Medien und interkulturelle Kommunikation.

Von Yes, we can zu No, we won’t

Die Journalistin Dr. Melinda Crane gab einen informativen Einblick ins Innenleben der USA kurz nach dem Amtsantritt Donald Trumps als US-Präsident. Foto: Bernhard Schlütter

„Von Yes, we can zu No, we won’t“ hatte Melinda Crane ihren Vortrag überschrieben, in dem sie detailliert und mit vielen Hintergrundinformationen auf Trumps Innenpolitik, Wirtschaftspolitik und Außenpolitik einging. Donald Trump sei ein Narzist, dem es ausschließlich um die Macht ginge und dessen bisheriges politisches Handeln kein System erkennen ließe. Mit der Rücknahme von Maßnahmen aus der Obama-Ära wie der Pflichtkrankenversicherung schade er letztlich genau den Leuten, die ihn wählten. In der Handelspolitik plane Trump eine Grenzausgleichssteuer, schade damit aber auch den global aufgestellten US-Firmen.

Der Kaisergarten-Saal war gut gefüllt. Foto: Bernhard Schlütter

Fragen aus dem Publikum betrafen vor allem die von Trump angekündigte Mauer an der Grenze zu Mexiko. Wird er sie bauen? Melinda Crane glaubt, angesichts der Kosten von 21 Milliarden Euro und der Tatsache, dass Mexiko das nicht bezahlen wird, nicht an den Mauerbau. „Es gibt ja schon Mauern und Zäune an einigen Stellen der Grenze. Vielleicht wird er die etwas ausbauen. Irgendwas wird er machen, weil das ein zentrales Thema seines Wahlkampfs war.“

Katastrophale Kommunikation

Als geradezu katastrophal bezeichnet Melinda Crane Trumps Kommunikation. „Er spricht ausschließlich seine Wähler an, beleidigt nicht nur seine politischen Gegner, sondern auch alte Verbündete wie Australien und Deutschland.“ Das führe zu großer Unsicherheit und könne in möglichen Krisensituationen erschwerend für deren Bewältigung sein. In diesem Zusammenhang sprach Melinda Crane der Bundesregierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel ein großes Lob aus: Freundlich aber bestimmt werde die eigene Position deutlich gemacht. „Das würde ich mir weiter von Deutschland wünschen: Dass es mit gutem Beispiel vorangeht.“

Foto: Bernhard Schlütter

Für die US-Gesellschaft befürchtet Melinda Crane, dass die Polarisierung noch stärker wird. Andererseits entwickle sich als Reaktion auf Trump eine sehr starke Zivilgesellschaft und sehr starke Medien. „Das ist positiv.“

„Trump hat mir viele Aufträge beschert“

Im Vorgespräch mit Pressevertretern nannte Melinda Crane eine für sie persönlich positive Folge von Trumps Wahl: „Er hat mir viele Aufträge beschert“, erklärte sie lächelnd. Und dann wieder ernsthaft: „Ich möchte über die Situation in den USA informieren und den Blick darauf richten, dass nicht alle so denken wie Trump.“

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