Malteser
Marc Schuler, stellvertretender Kreisbeauftragter der Malteser, informierte die interessierten freiwilligen Helfer im Casino des Lüdenscheider Kreishauses.

Lüdenscheid/Halver. Ein Bett, ein Stuhl – das muss reichen. Mehr steht jedem der 150 Flüchtlinge, die in den aus Bauzäunen und Planen hergerichteten Boxen in der Sporthalle am Raithelplatz leben, als persönlicher Lebensraum nicht zur Verfügung. Aber: „Wir möchten den Menschen, die unter schwierigsten Bedingungen nach Deutschland gekommen sind Ruhe, Sicherheit und Privatsphäre bieten“, sagte Malteser-Diözesanreferent Benjamin Schreiber bei einer Informationsveranstaltung am Freitag im Casino des Lüdenscheider Kreishauses. Eine umfangreiche Betreuung soll den etwa 15 Kindern (darunter ein Säugling) sowie den 135 Frauen und Männern den vorübergehenden Aufenthalt erträglich gestalten. Benjamin Schreiber bezeichnete die Neuankömmlinge ausdrücklich als „Gäste, die unsere Herzenswärme spüren sollen“.

Menschen in „gespannter Erwartung“

Blick in die Notunterkunft am Raithelplatz. Foto: Ursula Erkens/Märkischer Kreis
Blick in die Notunterkunft am Raithelplatz. Foto: Ursula Erkens/Märkischer Kreis

Die Menschen seien alle „in gespannter Erwartung, wie es für sie weiter geht“. Die Mitarbeiter der Malteser und ein Netzwerk aus zahlreichen Ehrenamtlichen wollen Struktur in den Tagesablauf der Flüchtlinge zu bringen, wenn am 1. Oktober die 70 Freiwilligen aus der Kreisverwaltung die Betreuung insgesamt 300 Flüchtlinge in den beiden Notunterkünften des Kreis in Halver und Lüdenscheid an den Malteser Hilfsdienst (MHD) abgeben. Ruhe, Sicherheit und ein Mindestmaß an Privatsphäre sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Arbeitskreise im Freiwilligen-Netzwerk

Rund 70 Besucher der Informationsveranstaltung wollen sich engagieren. Erste Strukturen hat das Freiwilligen-Netzwerk bereits aufgebaut. Arbeitskreise beschäftigen sich seit einiger Zeit mit den Themen Kleiderkammer, Fahrdienste, Sprachunterricht, Kinderbetreuung, besondere Angebote für Frauen und mehr. Beispiele seiner Leistungsfähigkeit hat das Freiwilligen-Netzwerk bereits geliefert. So wurde am Freitag anlässlich des muslimischen Opferfestes kurzfristig ein Fahrdienst organsiert. So konnten 44 Männer an der Veranstaltung teilnehmen.

Aktivitäten gemeinsam organisieren

Die Kirchengemeinden wollen ihre Gemeindezentren für Veranstaltungen und als Sammelpunkte für Spenden zur Verfügung stellen. Den reibungslosen Ablauf aller Aktivitäten werden Malteser und Ehrenamtliche gemeinsam organisieren. „Wir sind froh, dass wir auf solche Strukturen zurückgreifen können“, sagte Marc Schuler, stellvertretender Kreisbeauftragter der Malteser am Freitag.

Andere Probleme können zurzeit weder Malteser noch die Ehrenamtlichen lösen. So hat sich der Platzbedarf bei der Unterbringung von Flüchtlingen erheblich erhöht. „In ganz Deutschland sind keine Doppelstockbetten aufzutreiben“, berichtete Landrat Thomas Gemke. Bei der Aufstellung einfacher Betten werde eben deutlich mehr Platz benötigt.

Wer sich an der Betreuung beteioligen möchte oder auf andere Weise helfen will, kann sich unter der kostenfreien Rufnummer 08 00 / 3 66 87 29 direkt an die Malteser wenden. Möglich ist der Kontakt auch unter der Mail-Adresse fluechtlingshilfe-mk@malteser.org.

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