Bernd Schildknecht: "Wir wollen diejenigen, die AfD gewählt haben, nicht kritisieren. Wir müssen sie überzeugen." Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Für Bernd Schildknecht, den Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Märkischen Kreis, war es ein „Tag für das Geschichtsbuch dieser Stadt.“ Die Mahnwache auf dem Sternplatz am Montag sollte einen Tag nach dem Einzug der Alternative für Deutschland (AfD) in den Bundestag ein Zeichen setzen gegen dumpfe fremdenfeindliche Parolen und Hetze.

Rund 200 Menschen hatten sich zur Mahnwache auf dem Sternplatz versammelt. Foto: Wolfgang Teipel

Rund 200 Menschen hatten sich nach dem Aufruf des Bündnisses für ein friedvolles und vereintes Europa ohne Rechtspopulismus auf dem Sternplatz versammelt, um klar zu machen, dass eine AfD im Deutschen Bundestag nicht zum Normalfall werden darf. Zu der Versammlung hatten Gewerkschaften, das Bündnis gegen Rechts und Lüdenscheider Christen aufgerufen.

Mechthild Börger: „Wir dürfen nicht nur auf die Lauten und Schnellen hören.“ Foto: Wolfgang Teipel

„In einigen Lüdenscheider Wahlbezirken hat die AfD 20 Prozent und mehr der Stimmen erhalten. Das ist ein Auftrag an die Politik, an Lehrer und an Journalisten, Aufklärung zu betreiben“, sagte Bernd Schildknecht. „Die Älteren müssen mit den Jüngeren reden.“

Bernd Benscheidt von der Gewerkschaft Verdi schilderte den Weg, den die Weimarer Republik in die Nazi-Diktatur genommen hatte. „Dem müssen wir vorbeugen.“ Mechthild Börger, Gemeindereferentin der katholischen Gemeinde und Mitglied im Flüchtlingsrat, forderte, „man solle nicht nur die Lauten und Schnellen zu Wort kommen lassen, sondern auch die Stillen und Nachdenklichen.“ Freiheit und Demokratie seien Werte, für die es sich zu kämpfen lohne.

Gudrun Benkhofer: „Wir dürfen nicht in Selbstmitleid versinken.“ Foto: Wolfgang Teipel

Gudrun Benkhofer vom Bündnis gegen Rechts bekannte, ihre heile Welt habe nach dem Ausgang der Bundestagswahl einen „tiefen Riss“ bekommen. „Wir dürfen jetzt nicht in Selbstmitleid versinken“, forderte sie. Solidarität mit den Schwachen in der Gesellschaft sei ein überlebenswichtiges Gut.

Das Schlusswort sprach IG Metall-Jugendsekretär Fabian Ferber. Wegschauen und Totschweigen zähle nicht mehr, sagte er. Politik, das müsse jedem klar werden, gehe alle an.

Klare Ansage auf dem Transparent. Foto: Wolfgang Teipel

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